Allianz Vorsorgekonzept Invest alpha-Balance und Sicherung jährlicher Erträge

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2 Antworten

Hallo, die garantierte Mindestrente kommt aus den im Sicherungsvermögen (Deckungsstock) angelegten Beitragsanteilen (eingezahlte Beiträge sind garantiert). Wieso eine spätere, einmalige Auszahlung daraus "mit Verlusten" erfolgen soll, ist mir nicht klar. Da müsste man vielleicht mal definieren was mit "Verlusten" gemeint ist. Das Horrorszenario ist theoretisch möglich, lässt sich aber leicht vermeiden. Um so etwas zu vermeiden, gibt es ein Ablaufmanagment über 3 Jahre. Wenn Sie die Rentenzahlung in der Auszahlungsphase wählen, so erfolgt die Anlage Ihres Vermögens dann sowieso nur noch im Sicherungsvermögen.

VG,

Hier sind ein paar Dinge durcheinander:

  • Ein Rentenbetrag ist ja quasi mit einer Versicherung auf das Langlebigkeitsrisiko Deiner Person verbunden. Die Rente wird gezahlt, auch wenn Du 100 Jahre alt wirst, was sicher die Durchschnittserwartung Deiner Altersgruppe deutlich übersteigt. Daher ist ein Rentenmodell nur begrenzt mit einem klassischen Ansparmodell, das nach Ablauf komplett auszahlt, zu vergleichen.

  • Die Intention eines Versicherungsvertreters ist, Dir einen Vertrag zu verkaufen, der Dich möglichst für einen langen Zeitraum bindet und langfristig für einen Zufluß an Mitteln sorgt. Flexibilität in Verträgen wird mit Nachteilen in Bezug auf die zu erwartende Rendite oder die Vertragskosten erreicht.

  • Sicherheit liegt nicht in Flatlines, sondern Sicherheit besteht darin, daß man Kaufkraftverluste vermeidet und nach Steuern die Inflation schlägt. Das ist mit Geldmarktfonds nicht zu schaffen. Aktienfonds sind hier das einzige Mittel einer Partizipation an der wirtschaftlichen Entwicklung.

  • Wenn Du in Aktienfonds investiert bist, besteht natürlich das Risiko, daß kurz vor Renteneintritt im Zuge einer Krise, die auf die Börsen schlägt, Kurseinbrüche zu verzeichnen sind. Das ist aber nicht weiter schlimm, da Du ja nicht mit Renteneintritt das ganze Kapital benötigst, sondern weiter noch 15, 20, 25 oder mehr Jahre Zeit hast, bis das Kapital wirklich voll benötigt wurde. Auf diesen Horizont wird es ja wohl auch wieder einen Aufschwung geben.

Daher steht eine Altersvorsorge auf mehreren Säulen. Die relativ sichere Basis über eine gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Altersvorsorge und eine defensive/ausgewogene Anlage in einer privaten Rentenversicherung erlaubt Planbarkeit und Gewährung einer Grundsicherheit für die Rentenphase. Ein zusätzlicher Vermögensaufbau über Aktienfonds oder aktienlastige Fonds ermöglicht Dir den Aufbau zusätzlicher Reserven und Rücklagen. Hier steckt natürlich Risiko drin, aber wo Risiko ist, liegen auch Chancen.

Aktienmärkte bewegen sich in einem langfristigen Trend, der durch Inflation getrieben wird. Daher kannst Du davon ausgehen, daß Kursrückschlage eher Nachkaufgelegenheiten sind, als daß man in Panik alles in Geldmarktfonds umschichten müßte. Wer nämlich umschichtet, muß auch wieder zurückschichten. Ansonsten bedeutet Lock-In nämlich folgendes:

  • Man kauft Aktienfonds mit einem Wert von z.B. 100.000 EUR.
  • Kursrückschläge an den Börsen von 30% (siehe 2009) treten ein, d.h. bei -15% greift das Lock-In und man schichtet die verbleibenden 85.000 EUR in Geldmarktfonds um.
  • Du legst über die Jahre dann weitere 100.000 EUR an, die sich mit dem Markt um ca. 4% p.a. auf die nächsten 10 Jahre entwickeln.
  • Der Geldmarktfonds entwickelt sich mit +1% p.a. dürftig auf die nächsten 10 Jahre.
  • Unter dem Strich hast Du dann einen Betrag von knapp 214 kEUR nach 10 Jahren, d.h. diskontiert mit einer Inflationsrate von 2% wären das ca. 175.517 EUR gegenüber Einzahlungen von ebenso auf heutigen Kaufkraftwert gerechnet 189.826 EUR.
  • Das sind -7,5% - das ist ein Horrorszenario!

Hätte man nicht umgeschichtet, dann wäre mit der Erholung der Aktienmärkte am Ende ein Wert von knapp 246 kEUR vorhanden, d.h. diskontiert auf heute ca. 210.709 EUR. Bezogen auf die Einzahlungen wären das 6,3% Plus. Kein Horrorszenario.

Ein Lock-In, das Gewinne schützt, ist also bei diesen Anlagedauern kein Gewinn, wenn nicht auch wieder der Weg zurück möglich ist. Ansonsten wird man die Gewinne zwar behalten, aber nur mit minimalen Renditen weitertragen. Ein Lock-In schützt so auch auch Verluste. Das Ding nennt sich Cash-Lock und Du wirst zum Thema Cash-Lock-Falle einiges im Internet finden ;-)

Sicherheit ist also nicht immer wirklich sicher oder lohnenswert. Versuche, die Anlage nicht als ein statisches Modell zu sehen, sondern als ein statistisches. Wie die Kurse sich entwickeln, kann niemand vorhersagen. Je weiter man in die Zukunft blickt, desto unsicherer wird alles. Man kann jedoch in langfristigen Zeiträumen auf statistische Entwicklungen und Prognosen zurückgreifen, da kurzfristige Turbulenzen ausgeblendet werden. Dies ergibt aus der Natur der Konstruktion der Aktienmärkte einen langfristigen Aufwärtstrend mit der Inflation. Dort gilt es mitzuschwimmen, um einen Kaufkrafterhalt des eingesetzten Kapitals zu erreichen.

Vielen Dank! Die Antwort hat wirklich geholfen! Dann ist es ja gar nicht so schlecht keine "wirkliche" Sicherheit zu haben.

Im einfachsten Falle suche ich mir also aus dem TopFonds-Universum einen oder mehrere Fonds aus und habe bei einer sehr langen Laufzeit nichts zu befürchten, so lange der Risiko Ertrags Indikator nicht so hoch ist?

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