Alleinerbe und verwitwete Ehefrau - welche Ansprüche haben wir genau?

4 Antworten

Hallo,

da sie nicht Erbe ist, hat sie m.E. Anspruch auf die Hälfte der Gemeinschaftskonten zum Todestag. Wenn sie alles abgeräumt hat, kann man die Hälfte zurückfordern.

Bei der Hauseinrichtung wird es schwierig, festzustellen, was wem gehört hat und ggf. zum Erbe gehört.

Die Betriebsrente endet mit dem Tod des Vaters. Wenn weitergezahlt wurde, sollte man die Firma informieren, sie wird das Geld zurückfordern. Wenn allerdings eine Witwenrente dabei war, bezieht sie die wohl zu Recht.

Beim Grabstein und der Beerdigung stehen oben widersprüchliche Aussagen.

Wie ist das zu verstehen mit den widersprüchlichen Aussagen bezügl. des Grabsteins und der Beerdigung? Habe ich die "Fakten" unverständlich formuliert? Danke vorab für die restliche Antwort!

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@Hashomy

Hallo, oben steht, sie hat Beerdigung und Grabstein allein gezahlt (vermutlich doch aus dem Gemeinschaftskonto, was dann wieder o.k. wäre).

Untern wird gefragt, ob Du das allein tragen musst.

Aber imager761 hat das alles umfänglicher als ich beantwortet.

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Da gehen etliche Dinge durcheinander. Offengestanden ist mir ein Rätsel wieso Du hier fragst wenn Du einen Anwalt hast. Brauchst Du einen Obergutachter?

Mein Rat: Verlange Erstellung eines Inventars über alle zum Erbe gehörenden Vermögensgegenstände und klage auf Herausgabe. Vom Gemeinschaftsguthaben gehört Dir im Zweifel die Hälfte. Mit der Betriebrente hast Du nichts zu tun.

Es ist immer gut, wenn man genug weiss, um zu wissen, was der Anwalt macht. Nicht alle haben Ahnung von Erbrecht.

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@barmer

Ich will ja nicht unsere Leistungsfähigkeit in Frage stellen, aber ob ich mich wirklich auf Auskünfte von Leuten verlassen möchte, die als HansWurst, HerrSchmitz, barmer oder Privatier59 auftreten und von denen ich mir noch nicht mal sicher sein kann, ob die überhaupt jemals eine Schule besucht haben, das kann ich nicht eindeutig bejahen. Da erscheint mir des Anwalts Auskunft doch zuverlässiger.

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Unterstellt, du und eine Schwester wurden als Alleinerben eingesetzt, ferner angenommen, die Eheleute waren im Regelfall der Zugewinngemeinschaft verheiratet, gilt:

  1. Die Berdigungskosten fallen dem Nachlass zu und durften mit Vollmacht dem Konto entnommen werden, einschl. Grabstein, Trauerfeier und angemessener Trauerkleidung.

  2. Die Witwe hat Anspruch auf pauschalierten Zugewinnausgleich i. H. v. 1/4 des Reinnachlasses zzgl. einem Pflichtteilsrecht von 1/8 in Geld. (Mit notariellem Ehevertrag und vereinbarter Gütertrennung 1/6 Pflichtteilsrecht).

  3. Gemeinschaftliche Konten gelten nur zur Hälfte als dem Nachlass des Verstorbenen zugehörig.

  4. Durch den Erbverzicht deiner Schwester wächst dir deren Anteil zu, dein Anspruch gegen den Nachlass besteht also in 5/8 (bzw. 5/6 bei Gütetrennung).

  5. Der Nachlass bemißt sich nach Vermögensstand am Todestag abzügl. der Beerdigungs- und sämtlicher Erbfallkosten, also Verbindlichkeiten, Schulden, Vermächtnisse, Verträge, Abos, Witwenrenten, Einkommen, Voraus usw. - bei gemeinschaftlichen Verpflichtungen (Darlehen, Hypothek) an dem auf den Verstrobenen entfallende Hälfte.

  6. Nachlassgegenstände fallen dir als Erben allein zu. Zu der Bewertung der Zugewinn- und Pflichtteilsansprüche wäre ihr Zeitwert heranzuziehen.

  7. Lebzeitige Schenkungen innerhalb der letzten 10 Jahre an die Ehefrau, sie über einer sittlichen Pflicht (Hochzeitsgeschenk) liegen, wären ausgleichspflichtig bzw. auf den Anspruch der Witwe degressiv (jählrich im Übertragungswert 10% fallend) anzurechnen.

  8. Demnach kann man nun den Reinnachlasswert genau beziffern und dann jeden über den für die Witwe errechneten Teil von 3/8 des Reinnachlasses in Geld hinausgehenden Betrag aus ungerechtfertigter Bereicherung zurückfordern. Ebenso sämtlich einbehaltenen Gegenstände, so sie denn nachweislich im Allein- oder Miteigentum des Erblassers standen.

G imager761

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