ALG II und Kindesunterhalt

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Also entweder bin ich zu blöd für das Offensichtliche oder hier läuft tatsächlich etwas quer.

Habe ich das richtig verstanden?

Das Jobcenter zieht beim Vater 400 € Unterhalt für dein volljähriges Kind ein und reicht diesen Unterhalt nicht weiter. Bedeutet das, dass nur ein Teil einbehalten wird oder wird der gesamte Unterhalt einbehalten?

Warum zieht das Jobcenter überhaupt den Unterhalt ein? Warum leistet der Vater nicht direkt an den Unterhaltsberechtigten?

Wäre letzteres der Fall wäre die Berechnung des ALG II -Anspruchs der Bedarfsgemeinschaft relativ einfach, da der erhaltenen Unterhalt unter Abrechnung von Freibeträgen, zum Einkommen der Bedarfsgemeinschaft ebenso zählt wie das Kindergeld.

Bitte füttere mal diesen Rechner mit deinen Daten und vergleiche das Ergebnis mit dem Berechnungsbogen deines ALG II - Bescheids.

http://www.sozialhilfe24.de/hartz-iv-4-alg-ii-2/alg2-rechner.html


Zur Erläuterung: Unterhalt muss tatsächlich an den Unterhaltsberechtigten fliessen und ihm zur Verfügung stehen. Zuflussprinzip. Steht das Geld der Bedarfsgemeinschaft also nicht zur Verfügung kann auch keine Gegenrechnung erfolgen.

Soweit so logisch.

Die quasi virtuelle Verrechnung des zwangsbeigetriebenen Unterhalts schließt das zwar nicht aus - zumindest müsste aber der Bedarfsgemeinschaft dann ein, um die Freibeträge bereinigter, höherer Auszahlungsbetrag zustehen.

Dann hätte der Sachbearbeiter des JC eigentlich doch Recht gehabt und mein Bescheid wäre seit Monaten falsch. Ich tendierte auch eher dazu, dass alles richtig ist, so wie es festgelegt wurde, aber wie gesagt, der Sachbearbeiter des JC wollte mich eines Besseren belehren und da er vorher schon mit der Aussage über das Kindergeld für einen Studenten daneben lag (er behauptete, dass ein Student kein Recht mehr auf Kindergeld hätte, während ich sagte, dass ein Student bis 25 Jahre sehr wohl ein Recht auf Kindergeld hätte), zweifelte ich natürlich auch an der Aussage bezüglich des Unterhalts. Aber vielen Dank, Du hast Dir sehr viel Mühe gegeben und mir wirklich gute Tipps gegeben.

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Du mißverstehst das Jobcenter als Einzugs- und Weiterleitungszentrale für unterhaltsberechtigte Leistungsempfänger. Es geht nicht darum, die Bezüge des Berechtigen zu maximieren, sondern darum, den Staatsanteil daran zu minimieren.

Ich missverstehe das Jobcenter in keinster Art und Weise als Einzugs- und Weiterleitungszentrale. Mir ging es nur um die Aussage des Sachbearbeiters vom JC, der die Angelegenheit so hinstellte, als würden die 400,-- Euro Unterhalt meinem Kind zustehen, woraufhin ich sagte, dass das Geld vom JC einbehalten würde. Der Sachbearbeiter fuhr mir über den Mund und meinte, das stimme so nicht, denn immerhin würde ein Teil davon ausbezahlt und würde der BG zur Verfügung stehen. Mir war ziemlich klar, dass diese Angabe so nicht stimmen kann, wollte mich aber auf kein Streitgespräch einlassen, da das nichts bringt. So wollte ich hier nur noch eine Bestätigung einholen - mehr nicht!

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Wenn das Jobcenter einzieht wird logischerweise der komplette Unterhaltsbetrag auf das ALGII angerechnet. Man sollte lieber überlegen wieviel der Kindesbedarf ist und dann rechnen wieviel mit Kindergeld, Wohngeld und Unterhalt zu zahlen ist. Von dem Mehrbetrag bleiben max. 30€ frei für Versicherungspauschale. Aber diese "vergessen" die Jobcenter meistens. Wenn der Vater mehr Unterhalt zahlt, bleibt zwar der Unterhalt dem Kind, aber dafür wird das Kindergeld, was das Kind dann nicht benötigt bei der Mutter angerechnet. Alles klar?

Kindesunterhalt evtl. falsch berechnet mit Folgen auf ALG II ?

Mein Partner hat netto max1500€. Er zahlt an Unterhaltsvorschusskasse 356€ für seine 2 Kinder(seit 07/2009)Damals hab ich 850€ ALG I bezogen. Im 04/2010 ist die Tochter 12J. geworden+aus der UVK raus. Bleibt 178€ für d Sohn. Für d Tochter freiwillige Zahlung v 120€ m Mutter vereinbart und bis 08/10 bar gezahlt(nicht per Überweisung).Da mein Partner+ich im Dez.09 einen Sohn bek.,fiel mein ALG weg(hab nur300€ Elterngeld plus184€ KG).Seit Febr.Bezug von ALG II(wir 3 zus. ca. 450€)Die Weiterbewilligung ab Aug. wurde auf nur noch 40€ festgelegt, da Unterhalt f Tochter nicht mehr akzeptiert wird(da „freiwillig“/bar)Daher wohl auch Überzahlung von ca.1100€.Wenn wir v Jugendamt e titulierte Urkunde(nach §§ 59 Abs. 1 Nr. 3, 60 SGB III) vorlegen, würden diese Schulden wohl geringer und Anspruch auf ca.160€ steigen. - Kann es sein, daß wir die ganze Zeit an UVK zu viel zahlten,da diese vermutlich von e wesentlich höherem Einkommen ausgingen(Eink.+ALG I)? - Ist e Neuberechnung v Unterhalt mögl.? - Muß Partner v Selbstbehalt (ca. 900€)auch mich und unser Kind ernähren? - Könnte das JA mehr als 298 € (178+120)festlegen? - Für max. 160€ Anspruch i Monat könnte ich besser arbeiten(mit Baby schwer).Sollten wir in dem Fall auf die Urkunde v JA verzichten, da der Sohn im Juli auch aus UVK fällt=freiw. Weiterzahlung. Dann müssten wir zwar die 1100€ Schulden zahlen, aber wir wären weg von der Arge.

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ALG II und Studium

Ich hätte da einige Fragen, sage aber gleich vorab, dass es nicht mich persönlich betrifft, bin schon aus dem Arbeitsleben raus (Rentner), wäre aber trotzdem dankbar, wenn ich hier rechtlich fundierte Auskünfte erhalten würde.

Ein Student fällt ja mit der Immatrikulation sofort aus der BG raus, gehört dann nur noch zur Haushaltsgemeinschaft, d.h. alles Geld wird ihm sofort komplett gestrichen, ganz egal, ob er Bafög beantragt oder nicht. Wie sieht es denn aus, wenn nach allen Abzügen den 2 Leuten in der Wohnung nur ca. 20,-- Euro für den ganzen Monat zum Leben bleiben und das Bafög, wenn überhaupt, erst viele Wochen später gezahlt wird. Wie überbrücken?

Wenn ein Student aus der BG rausgenommen wird, dann aber merkt, dass ihm das Studium überhaupt nicht liegt oder er längere Zeit krank ist oder er merkt, dass es finanziell nicht geht, bekommt er dann Ärger mit dem Jobcenter, weil man ihn dann wieder in die BG aufnehmen muss? Was ist z.B. wenn der Student zwangsexmatrikuliert wird? Spielt das überhaupt eine Rolle, ob er freiwillig aufhört oder zwangsexmatrikuliert wird? Muss das JC ihn auf jeden Fall wieder aufnehmen? Ist schon klar, dass er dann an die Arbeit gebracht wird, bis er vielleicht ein Studium aufnimmt (1/2 Jahr später), das seinen Interessen entspricht.

Muss man eigentlich Kindergeld, das man für die Zeit des Studiums bezogen hat, nach Exmatrikulation wieder zurückzahlen?

Wenn also ein Student aus der BG raus ist, darf das JC dann eigentlich den Unterhalt des Vaters einfach weiter wie bisher einbehalten oder hat dann der Student das Recht, diesen Betrag ausgezahlt zu bekommen und wird dann dieser Unterhalt von - sagen wir mal - 350,-- Euro wieder der Bedarfsgemeinschaft angerechnet?

Wird ein Student zwischen 2 verschiedenen Studiengängen (1/2 Jahr Unterbrechung) vom JC in Ruhe gelassen, wenn er einen 450-Euro-Job hat, oder muss er trotzdem dem Arbeitsmarkt für einen Vollzeit-Job zur Verfügung stehen, obwohl er vielleicht ein paar Monate später das gewünschte Studium aufnimmt?

Viele Fragen, ich weiß, aber ich erhoffe mir trotzdem ein paar fundierte Rechtsauskünfte und danke schon vorab für jede Hilfe.

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