Aktiensplit bei Google in Deutschland steuerfrei oder steuerpflichtig?

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2 Antworten

Vorab: die Vorgehensweise der Besteuerung ist korrekt.

Warum ist das so?

Wenn eine Aktiengesellschaft (in- oder ausländisch) einen Split durchführt, d.h. zu einem festen Schlüssel der Umrechnung die alten Aktien durch neue ersetzt, wäre das steuerneutral. Eine Besteuerung erfolgt in Deutschland dann nicht mit Durchführung des Splits, sondern erst mit Veräußerung. Ein Beispiel ist Berkshire Hathaway in 2010 mit einem Split von 50 zu 1, der effektiv den Kurs der Aktie von ca. 3.300 USD auf 65 USD reduzierte. Auch Fonds führen solche Splits durch, z.B. Carmignac Investissement vor nicht allzu langer Zeit. Man bekommt für die gehaltenen Anteile dann gleiche Anteile zugebucht, die über die gleiche Ausstattung wie die alten Anteile verfügen.

Bei Spin-Offs passiert etwas anderes. Man hat ein Unternehmen wie Ford, das einen Teil als eigenes Unternehmen mit Börsennotierung abspalten will. In diesem Fall behält man die Aktien des Mutterunternehmens, bekommt jedoch im Rahmen des Spin-Offs Aktien an der neuen Gesellschaft eingebucht. Das wird wie eine Stock Dividend behandelt, d.h. ist zu versteuern im Moment des Zuflusses.

Google hat eine Variante gewählt, die im Prinzip so wie ein klassischer Aktiensplit funktioniert, jedoch den Weg über die Stock Dividend realisiert, d.h. eine neue Klasse von Aktien emittiert. Daher ist auch dieser "Split" zu besteuern, da es sich streng genommen nicht um einen Split handelt.

Das folgt eher dem Dividendenmodell, bei dem ja auch nach Dividende die Aktie weniger wert ist und ein entsprechender Betrag zur Auszahlung kam. Google hat also keinen Split durchgeführt, sondern eine Dividende in Höhe von 50% des Werts in Form neuer Aktien gezahlt.

Man könnte nun annehmen, daß ein Verkauf vor der Kapitalmaßnahme und ein Neukauf nach dieser (Kursveränderungen mal außer Acht gelassen) eine Option wäre, um dem Problem zu entkommen. Weit gefehlt! Würde man die ganze Position verkaufen und wieder kaufen, so müßte auf den Ertrag der kompletten Google-Position Abgeltungsssteuer gezahlt werden, nicht nur auf die neu emittierten Aktien. Die einzige wirkliche Alternative wäre hier also die Realisierung von Verlusten mit anderen Wertpapieren, um diese dann gegen die "Split"-Gewinne zu verrechnen.

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Kommentar von guensing
09.04.2014, 00:16

Teil-Besteuerung des beim Google-Aktiensplit unveränderten Vermögens nur deshalb, weil die Altaktien ein Stimmrecht und die Split-Aktien kein Stimmrecht und deshalb beide naturgemäß eine andere WKN haben, ist keinesfalls gerechtfertigt. Wirtschaftlich ist der Vorgang für den Aktionär ohne Gewinn oder Verlust, absolut vermögensneutral. Diesen wirtschaftlichen Hintergrund haben auch Staat und Fiskus zu beachten, und der vermögensneutrale Vorgang darf nicht mit raffinierten Spitzfindigkeiten dazu ausgenützt werden, Aktionäre um einen Teil ihres unveränderten Vermögens durch steuerliche Abzüge zu bringen. Deshalb kann die Besteuerung der Google- Splitaktien keinesfalls fair, ehrlich, rechtmäßig sein, sondern ist nichts anderes als grobes Unrecht.

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Das Bundesministerium für Finanzen hat diese Frage inzwischen dahingehend beantwortet, dass dieser Google-Aktiensplit als Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln zu werten und in Deutschland steuerfrei ist.

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