Aktienfonds: Veräußerungsgewinne

3 Antworten

Leider fehlt eine Angabe der WKN, um diese Aussagen nachzuvollziehen.

Wurde zwischendurch das Depot verlagert, ohne dass die Kaufwerte der neuen Bank mitgeteilt wurden?

Anschaffungen von Aktien, Anleihen und Fonds, die vor dem 01.01.2009 erfolgten, sind heute steuerlich irrelevant. Gewinne kannst Du steuerfrei einstecken. Verluste können nicht mit Gewinnen von heute mehr verrechnet werden.

Also: wenn Du die vor 20 Jahren gekauft hast, dann kannst Du diese Positionen alle ohne auch nur einen Steuer-Cent zu zahlen verkaufen.

Aber: wenn es sich dabei um ausländische, thesaurierende Investmentfonds handelt, wird der Anteil an ausschüttungsgleichen Erträgen seit 1993 (wenn ich mich recht erinnere) zw. dem Anschaffungszeitpunkt jetzt nochmals versteuert. In Deiner Steuererklärung kannst Du dann nachweisen, daß Du die Thesaurierungen für diese Fonds jeweils in den Jahressteuererklärungen bereits versteuert hast und bekommst dann die zuviel gezahlten Steuern zurück. Hast Du das nicht durchgeführt, so wird das nun erfolgen.

Poste hier doch mal die WKNs/ISINs der betreffenden Fonds, dann können wir prüfen, ob das für Dich relevant ist.

ISINs, die mit DE anfangen, sind deutsche Investmentfonds, bei denen alle steuerlichen Aspekte eigentlichbereits erledigt sind.

ISINs, die nicht mit DE anfangen, sondern z.B. mit LU oder FR, sind ausländische Fonds, die thesaurieren bzw. teilthesaurieren können. Für die ausschüttenden Fonds sollte im Rahmen der KAP-Ausfüllhilfe (Jahressteuerbescheinigung) der Depotbank bereits alles erforderliche geklärt sein. Für die Fonds, die keine Ausschüttungen getätigt haben, hättest Du selbst die Thesaurierungen jeden Jahres versteuern müssen.

Noch ein Kommentar. Bei Fonds, die vor 20 Jahren gekauft wurden, besteht der dringende Verdacht, daß es sich um solche von Union Investment oder Deka handelt, die nicht wirklich für gute Performance bekannt sind. Bei Union Investment gibt es wenigstens noch ein paar, die ihre Benchmarks geschlagen haben.

Man kann in der heutigen, recht volatilen Zeit nicht einfach eine "buy and hold" Strategie mit Aktienfonds fahren. Das sollte Dir eigentlich anhand der Fondswertabrechnungen ein paar Mal klar geworden sein: Japankrise, Asienkrise, Dotcom-Blase, Subprimekrise, Staatsschuldenkrise...

Du musst auf jeden Fall Fonds beobachten und Gewinne absichern. Schau Dir mal anhand eines üblichen Finanzportals oder der KAG an, wo der Gewinn stehen würde, wenn Du per Sparplan gekauft und jedesmal bei einem Rückgang von mehr als 15% verkauft hättest. Cash wäre auf Tagesgeld geparkt worden.

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@gandalf94305

Hin und her macht Taschen leer. Buy and hold ist also grundsätzlich eine richtige Strategie - wenn man sich einen guten Fonds ausgesucht hat.

Bei einem (guten) Fonds ist es auch nicht irrelevant, ob man ihn sich vor 2009 gekauft hat. oder erst später. Alle Kursgewinne aus vor 2009 gekauften Wertpapieren sind unbefristet steuerfrei. Man sollte solche Anlagen nur verkaufen, wenn man das Geld braucht oder man sicher ist, dass die alternative Anlage soviel besser ist, dass auch die Steuer auf die Kursgewinne das nicht ändert.

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Vielen Dank! Ja richtig die Abgeltungssteuer wirkt. Meine Fonds sind allesamt deutsche (Fondak P) und von der Thesaurierungsthematik nicht betroffen. Trotzdem kein gutes Investment, obwohl sehr lange gehalten. Wenn ich heute wieder in Aktien anlege, denke ich immer daran und gebe deshalb das Geld lieber gleich aus!

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Das alles trifft zu, wenn die Papiere im Privatvermögen gehalten werden, wovon man hier aber wohl ausgehen kann, daher DH.

Trotzdem wäre eine kurze Anmerkung hierzu bei solchen Fragen der Vollständigkeit wegen schön.

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Wo kein Gewinn, da keine Kursgewinnbesteuerung. Überdies sind bei allen Wertpapieranlagen die vor 2009 gekauft wurden, alle Kursgewinne steuerfrei.

Wenn Du auf eine Differenz von 10.000 € Steuern zahlen musst, dann kann das nur ein steuerpflichtiger Kursgewinn auf Fondsanteile sein, die Du nach 2008 gekauft hast.

Bei 10.000 € Kursgewinn in drei Jahren, war die Anlage doch ganicht so schlecht. Den musst Du auch nur dann mit Deinen (Grenz-)Steuersatz versteuernden, wenn dieser unter 25% liegt. Ansonsten beträgt der Steuersatz bei der Abgeltungssteuer 25% zzgl. Soli.

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