Aktien kaufen unter 18?

3 Antworten

Wenn Du gerade ein Börsenseminar machst, dann sollten Grundprinzipien des Investierens dargestellt worden sein, die Dir sagen, dass das Investment in Aktien nicht eine gute Idee für Dich ist.

  • Diversifikation: man muss zur Risikominimierung in eine gewisse Zahl möglichst unkorrelierter oder wenig korrelierter Werte investieren.
  • Market Timing: harmlose Privatanleger sollten nicht denken, schlauer als andere zu sein und im "richtigen" Augenblick kaufen bzw. verkaufen zu können.
  • Keine Panik: in der Ruhe liegt die Kraft. Crashes haben Erholungen und Euphorien haben ihre Korrekturen. Antizyklisches Investieren ist für Privatanleger der langfristig robuste Weg.

Mit Aktien kommt man je nach Betrachtungsweise bei einem Minimum von ca. 20-30 Werten für ein Portfolio heraus. Aufgrund von Transaktionskosten lohnen sich (abhängig von der Kostenstruktur Deines Brokers) Positionen von weniger als ca. 2.000 EUR nicht wirklich, d.h. Du solltest ein Portfolio von mind. 40.000 EUR haben.

Das ist für den Start nicht gerade wenig, d.h. es ist sinnvoller, mit Investitionen in Fonds zu beginnen, die wesentliche Vorteile bieten:

  • Sie diversifizieren bereits in sich über zahlreiche Einzelwerte.
  • Man kann sie in sehr kleinen Stückelungen kaufen.
  • Sie sind typischerweise börsentäglich handelbar, d.h. sehr fungibel.

Investieren hat nichts damit zu tun, in hektischer Manier und mit genialer Einsicht schnell viele Aktien zu kaufen und zu verkaufen, sondern eine Strategie umzusetzen, um langfristig mit akzeptablem Risiko die Inflation nach Steuern zu schlagen und gleichzeitig eine positive Überrendite zu erreichen. Eine Rendite von Null nach Inflation und Steuern würde einem Kaufkrafterhalt Deines Geldes entsprechen - etwas, das ein Sparbuch mit praktisch Null Prozent Zinsen nicht leisten kann.

Deine Eltern könnten Dir monatlich eine bestimmte Summe auf ein auf Dich laufendes Depot anlegen, um Fonds zu besparen. Dadurch kannst Du sehen, wie die Marktentwicklung läuft und wie dies in Wertpapieren reflektiert wird.

Es gibt eine Reihe von Anbietern, die Demokonten anbieten, bei denen Du auch mit Aktien simuliert handeln kannst, um etwas zu üben. Wundere Dich aber nicht, wenn Du langfristig Dein Spielgeld da verlierst. Gier, Panik und Hoffnung sind schlechte Investmentratgeber.

Ansonsten kann ich nur befürworten, dass Du Dich in das Thema weiter einarbeitest. Lies Dich durch die vielen Online-Ressourcen durch - es gibt auch ein paar nette Bücher. Wenn Du von Bernd Niquet das Buch "Keine Angst vor dem nächsten Crash" finden kannst (wahrscheinlich nur noch antiquarisch), wäre das auch eine gute Lektüre. Viel Erfolg!

Im Börsenseminar sollten sie Dir doch schon gesagt haben, dass ohne Deine Eltern unter 18 Jahren gar nichts geht? Und wenn sie Dir dort nicht erklären können, wie "das mit den Aktien kaufen" funktioniert, scheint es mir das falsche Seminar zu sein.

@gandalf94305 hat Dir ja schon eine Menge zusätzliche Informationen gegeben und der Tipp mit dem Musterdepot zum Üben ist auch nicht verkehrt.

Hier kannst Du es mal versuchen:

https://www.boerse-stuttgart.de/de-de/tools/watchlist-portfolio/

Dann müssen wohl Papa oder Mama kaufen, Du aber NICHT! 😜😁😎

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