Aktien, ETF werte vor Verlust verkaufen sinvoll? Oder wegen Abgeltungssteuer keine logische Handlung?

5 Antworten

Deine Überlegungen sind korrekt.

Solange man nicht verkauft arbeit man mit dem Geld des Finanzamtes. D.h. man nimmt einen Kredit zu 0% auf. Das spart keine Steuern. Es ist aber ein Liquditätsvorteil.

Allerdings zeigt dies auch die schädiche Wirkung der Abgeltungssteuer auf. Die Menschen berücksichtigen steuerliche Aspekte bei Anlageentscheidungen und verkaufen stagnierende Aktien jahrelang nicht. Am Ende machen die Leute weniger echte Gewinne. Der Staat bekommt viel weniger Steuern als er 2008 erwartet hat.

Wir sollten uns daher alle bei der Politik für die Wiedereinführung der Spekulationsfrist einsetzen. Mglw. waren 6 Monate Spekulationsfristzu kurz. Aber 1 oder 5 Jahre Spekulationsfrist sollte reichen.

Angesichts der Minuszinsen sollte der Staat nicht auch noch die Inflation besteuern. Die derzeitige Abschlagsteuer ist höchst ungerecht. Es gibt auch Petitionen dagegen. Höchst ungerecht ist auch die eingeschränkte Verlustverrechnung. Die dazu führt, dass sich Privatleute nicht gegen fallende Kurse absischern können, da der Aufwand dafür (Optionsverluste) nicht mit den Aktienkursgewinnen verrechnet werden dürfen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Jeder Verkauf führt in der Regel zur Realisierung von Gewinnen oder Verlusten.

Die Gewinne unterliegen dann der Abgeltungssteuer und die Verluste "wandern in den Verlusttopf". Am Jahresende erhältst Du eine Bestätigung sowohl über die abgeführte Abgeltungssteuer als auch über den Verlusttopf.

Den Rest regelst Du dann über Deine Steuererklärung mit dem Finanzamt.

Und trenne Dich von dem Gedanken, dass ein Kauf und Verkauf von Wertpapieren allein zur Steuervermeidung Sinn machen könnte.

Im Zweifel fragst Du einen Steuerberater.

Wie die Vorredner richtig beschreiben, wird bei Gewinnen sofort die Abgeltungssteuer berechnet und abgezogen, wenn nichts im Verlustverrechnungstopf ist.
Verluste wandern direkt in den Verlustverrechnungstopf und werden mit zukünftigen Gewinnen verrechnet.
In der Regel wird der Verlustverrechnungstopf ins nächste Jahr übertragen, somit ist keine Verrechnung mit vorherigen Gewinnen möglich. Allerdings kann man auf Beantragung den Verlustverrechnungstopf „sich auszahlen lassen“ dann läuft alles über die Steuererklärung und Du hast in der Steuer entsprechende Verlustvorträge.

Grundsätzlich sollte man sich bei Deinem Gedankenspiel aber vor Augen halten, dass man nur auf Gewinne steuern zahlt, deshalb zahle ich lieber Steuern, als das ich Verluste generiere um weniger Steuern zu zahlen. Denn umso mehr Steuern ich zahle, umso höher sind die Gewinne! Was bringt es mir, wenn ich keine Steuern zahle aber dafür auch keine Gewinne habe!

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

hätte mitte ende Februar jetzt alles verkauft was im Depot ist.

Dann wäre sofort direkt die Abgeltungssteuer fällig gewesen.

Wenn ich jetzt kurz drauf wieder Eingestiegen wäre und dann verluste eingefahren hätte

Diese wären dann in die Verlusttöpfe gewandert.

Die Antwort von Angelsiep ist schon mal richtig. Verluste eingefahren bedeutet in diesem Fall dass man mit Verlust verkauft hat.

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