Aktien als Festgeldersatz?

3 Antworten

Aktien mit Festgeld zu vergleichen, halte ich für kühn. Aktien können schwanken oder bei einer Insolvenz einen Totalverlust bedeuten. Und auch wenn du hier grosse Werte suchst und dann einen Fall konstruierst, der dem entspricht, was du suchst, dann gut. Aber was, wenn du Shell durch BP austauschst? DAs Chaos und den Unfall in den letzten Jahren vergessen? Hier siehst du das Risiko.

Wer in Aktien geht, dann gar noch in Einzelwerte, der sollte schon die Risiken kennen.

Aber im Handelsblatt steht doch, dass Aktien so gut seien und als Sachwert ein guter schutz gegen Inflation seien. Zudem gibt es BP auch noch und die Aktie hat sich dieses Jahr besser entwickelt als Shell.

Solch große Unternehmen können nicht einfach pleite gehen, wenn sie genug Geld haben.

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@TanteMartha

Aktien sind gut, wenn man die Rahmenbedingungen einhält bzw. akzeptiert. Ich habe inzwischen eine radikale Beratung. Ich stelle zwei Mindestvoraussetzungen auf. Können oder wollen diese nicht eingehalten werden, ist Sense mit Aktienberatung. Alles andere bringt nichts bzw. brachte die letzten Jahre nur verärgerte Kunden oder unnötige Verluste. Aber der Kunde ist ja König und man macht, was der will. Ab einem gewissen Zeitpunkt aber auch nicht mehr...

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Festgeld schwankt nicht und bringt 1 % Rendite im Jahr. Aktien - auch die - schwanken und bringen zwischen - 100 und + 200 % Rendite im Jahr.

Wenn dich die - 100 % oder zumindest - 50 % nicht aus der Fassung bringen, dann kannst du statt in Festgeld in Aktien anlegen. Wenn dich aber schon - 30 % oder auch + 15 % auf die schnelle stören, bist du bei Aktien falsch.

Es gibt eine Menge Fonds, die in Kombination recht genau auf die Chance/Risiko-Relation angepasst werden können. Wenn du also bis zu maximal 10 % Schwankung nach unten verträgst und im Schnitt wenigstens irgendwas zwischen 5 und 9 % Rendite willst, kann dir ein Experte helfen, ein Portfolio zusammen zu stellen, mit dme das erreicht werden sollte. Da können dann je nach deinen Zielen auch Akteinfonds dabei sein (ich denke reine Akteinfonds sicher nicht). Nur droht bei denen im Gegensatz zu einer Einzelaktie kein Totalverlust.

+15% in wenigen Tagen stören mich nicht. Dann verkaufe ich eben alles wieder.

-30% kann man aussitzen oder bei einem soliden Wert gar zum nachkauf nutzen.

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@TanteMartha

Satz 1 ist eine sehr vernünftige Sichtweise, machen die wenigsten. Wobei man immer sehen muss, ob die 15% die Konsolidierung einer vorhergehenden -30 sind, oder... Wenn aber Deine Papiere 50% im halben Jahr machen, dann...

Das Nachkaufen in der Krise haben auch die wenigsten kapiert.

Schade, dass Du nach Deinem NeuenMarkt-Fiasko nichts mehr angefaßt hast, klingst doch recht vernünftig.

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@Candlejack

verkaufen tue ich natürlich nur wenn ich nach den +15% auch im plus bin!

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@TanteMartha

Liebe Tante Martha (oder doch mehr liesschen Müller???),

du hast die Einstellung eines Jugendlichen ohne jegliche Erfahrung auf dem Gebiet zum Aktienmarkt.

Wer Gewinne realisiert und Verluste aussitzt oder (durch Nachkaufen) sogar noch ausweitet hat alles falsch gemacht. Er hat auf dauer keinerle Chance, an den Aktienbörsen Gewinne zu machen.

Die Welt ist voll von Leuten, die Nokia oder andere nachgekauft und dabei fast alles - vor allem auch das Vertrauen zu den Börsen - verloren haben. Dabei haben sie nur das gemacht, was du bei Kursveränderungen machen würdest.

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@Rat2010

Man darf und soll ja hier Fragen stellen, wenn man keine Ahnung hat oder einen Rat braucht. Das ist das keinem hier zum Vorwurf zu machen.

Gewinne realisiert und Verluste aussitzt oder (durch Nachkaufen) sogar noch ausweitet hat alles falsch gemacht. Er hat auf dauer keinerle Chance, an den Aktienbörsen Gewinne zu machen. Ich habe Dir ja schön öfter gesagt, was ich von manchen Deiner Ratschläge halte, aber dieser Absatz ist doch einfach nur grausam:

  • Gewinne realisieren haben schon Leute empfohlen, die wesentlich mehr damit verdient haben als Du. Wer ordentliche Gewinne einfährt, sollte diese auch irgendwann einmal realisieren. Sofern ein Fonds überdurchschnittliche Gewinne einfährt und diese nicht das Ergebnis der Konsolidierung einer vorherigen Baisse sind, sollte man auch mal realisieren, statt geierig zu werden. Das hätte 1999/2000 vielen Leute viele Verluste erspart. Das sehen/sahen übrigens auch Kostolan und Buffet so.
  • sofern absehbar ist, dass es sich nicht im eine existentielle Krise der Aktie handelt, sondern um eine psychologische Baisse im Markt, sollte man Verluste aussitzen. Das gehört nunmal zum Markt dazu, dass es auch Baisse-Phasen gibt, in denen man Geduld beweisen muss.
  • Nachkaufen kann sehr sinnvoll sein. Wenn es Krisen gibt, die NICHT auf der Substanz des Wertes, sondern auf übertriebenen Marktreaktionen beruhen, kann man mit Nachkaufen sogar Verluste teils kompensieren. Wer 2003 bei Dax nahe 2000 Werte nachgekauft hat, konnte sich später über gute Gewinne freuen. Bei Nokia war es ja das Problem der Substanz und der Zukunftsfähigkeit. Wer da ohne Sinn nachgekauft hat, hat natürlich verloren.

Antizyklisches Verhalten (Realisieren auch wenns toll läuft, bei Krisen nicht verkaufen und bei niedrigen Kursen nachkaufen) ist nach wie vor gefragt und erfolgreicher als der bekannte Herdentrieb, bei dem z.B. 2000 Milliarden verbrannt wurden.

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@Candlejack

Auch wenn du die Ansicht von Tante Martha teilst, ist sie ja nicht um so richtiger.

Wenn du mit dem wichtigsten Grundsatz an der Börse, der da lautet "Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen" schon Probleme hast, solltest du dir überlegen, ob du den Job wechseln solltest. Wer danach handelt, hat irgendwann alles auf Gewinner gesetzt. Sonst hat man relativ schnell alles auf Looser.

Das Gewinne laufen lassen hat mit Gier wenig zu tun. Viele verkaufen halt viel zu früh und haben dann logischerweise ein Problem, wohin sie mit dem Geld gehen sollen. 1999/2000 ist ein gutes Beispiel. Viele von denen, die 1999 mit 15 % plus ausgestiegen sind, gingen dann 2000 zu Höchstständen wieder rein und haben dann glatt vergessen, dass man Verluste begrenzen sollte. Wer drin blieb hat sich vielleicht auch geärgert. So 50 oder 100 % plus blieben aber dann doch übrig, als er dann im Juni 2000 verkaufte.

Verluste können an der Börse immer viel, viel größer werden. Man hat sich in seiner Einschätzung getäuscht, sonst entsteht keiner. Wenn man dann nachkauft statt den Fehler zu berichtigen. erhöht sich der Druck (auf die Nerven), man schaut gar nicht mehr hin und hat irgendwann alles in einem Looser, der vielleicht (es gibt mit dem Neuen Markt, Nasdaq oder Nokia, aktuell Solarwerte und vieles mehr genügend Beispiele) nie wieder kommt. Oder jedenfalls nicht so, wie wenn man vernünftig investiert hätte.

Warum den Grundsätzen folgen und nicht - wie du schreibst - je nachdem? Weil Laie seine Wahrnehmenung verändert, wenn er investiert ist. Es ist höchst riskant, irgendwelche Gründe zu suchen, aus denen sich ein bestimmter Wert oder eine Branche wieder erholt. Es droht der Totalverlust von viel Geld. Ob man danach glaubte, es handle sich um eine "psychologische Baisse", eine Konsolidierung oder sonst was ist egal.

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@Rat2010
  • Deine Ansicht kritisieren und der Ansicht von Tante Martha sein sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Mir ging es um ersteres
  • ich muß meinen Job nicht wechseln. Ich bin jetzt 16 Jahre an der Börse selbst erfolgreich mit meinen Grundsätzen, habe trotz beider Extremkrisen noch immer gute Gewinne im Depot und habe auch viele Kunden erfolgreich gemacht. Verluste begrenzen heißt nicht bei Verlusten die Nerven verlieren. Gewinne laufen lassen heißt auch nicht, abzuwarten, bis es knallt wie 2000.
  • 1999 auszusteigen und 2000 wieder rein war auch grundlegend falsch. Draußen bleiben war die Devise. Denn wer 1999 raus ist, hat zwar nicht so viel Gewinn gemacht wie dier 2000er, aber wesentlich mehr als die 2001/2002/2003er ;-)
  • wieso sollte man sich in seiner Einschätzung täuschen, wenns mal kleinere und größere Krisen und Schwankungen gibt, die gehören nunmal dazu.
  • wer 2003 nachgekauft hat, hatte 2005 schon wieder gute Erfolge mit dem Nachgekauften. Fehler waren das nicht. Lies einfach mal Kostolany und Buffet.
  • der neue Markt war nie eine lohneswerte Investition auf Dauer, das war eine große Blase. Nokia hat frühzeitig Signale der Fehler geliefert um zu erkennen, dass die Konkurrenz größer wird. Deutsche Solarwerte hatten auch kein ewiges Leben und wer das kurze Beben in Südeuropa vor einiger Zeit verpennt hat, dem ist heute nicht mehr zu helfen...
  • nicht der übliche Herdentrieb ist wichtig, sondern Nerven zeigen und feste Regeln wie sie Buffet, Kostolany, Markowitz und Lynch hatten und haben.
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@Candlejack

Ich mache es auch so, aber Kaufe niemals später über dem ehemailgen Verkaufskurs zurück. Angenommen, ich habe MTU bei 15 gekauft und bei 25 entsorgt, würde ich sie nicht für 35 kaufen, auch wenn dies auf den heutigen Kurs eine Halbierung bedeuten würde. Daher warte ich auf einen Kursverfall bis etwa 20, ehe ich wieder zuschlage. Dann kann man nur Gewinne machen, vorusgesetzt, man kauft zumeist nur Werte mit wirklicher Substanz. Also Ölwerte, Chemie, Rohstoffe mit einem großen DIscount zum fairen Wert.

Ich würde daher 80% Substanz (z.b. shell und rhön klinikum)und 20% Schrott (z.B. HP, Dell, Best Buy usw. mit max 1% je Position ) ins Portfolio einbauen. Ein Portfolio sollte stets 1/3 Tagesgeld beeinhalten, wenn der DAX mehr als 5/6 des Allzeithochs erreicht hat oder auf Allzeithoch notiert. Bei Schrott muss man aber schnell verkaufen, wenn man 15-20% vorn ist.. Also bei Thyssen und Celesio sollte man jetzt wieder aussteigen, wenn man bei 11 gekauft hat! Wer Lexmark Ende Juli bei 16$ gekauft hat, hätte längst bei 23 im September adieu sagen können, aber hier hat sich der Kurs ja ganz gut gehalten -wie lange noch? Langfristig konvergiert Schrott nämlich gegen Null, Substanz gegen den inneren Wert.

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@weltkatze

weitere Beipiele für Schrott: France Telecom, Telefonica aber auch Enel, Lufthansa, Daimler, Veolia, Vivendi, Renault und Peugeot... weitere Beispiele für Substanz: Cisco, Corning, K+S ( wurde vom Fragesteller ja auch erwähnt!), Repsol und sicher viele mehr, or allem wenn man den großen Crash abwartet!

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Was heißt "Festgeldersatz"? Hier ist die Antwort klar ein NEIN, denn Aktien sind volatil, während das von Festgeld nicht zu behaupten ist. Die Dividende ist variabel, was bei Festgeld auch nicht so ist.

Man kann und sollte natürlich einen Teil des Vermögens in Aktien anlegen, um sich einerseits gegen Inflation abzusichern, andererseits eine langfristige Rendite über der von Tagesgeld und Festgeld zu erreichen. Einzelne Positionen in Aktien sollten mind. um die 2.000 EUR betragen, um die Transaktionskosten (von um die 0,25-0,50%) gering zu halten.

Als Spaßposition kannst Du ja auch einen Fonds auf irgendwelche Emerging Markets nehmen, der außerdem noch eine Diversifikation in Fremdwährungen mit in das Portfolio bringt.

Tagesgeld von 90% ist langfristig recht unsinnig, da die Rendite sehr gering ist. Rechnest Du aber mit einem Crash, so wären immer noch 30-50% Tagesgeld ausreichend, wenn man jetzt so langsam schon Positionen aufbaut. In Bezug auf einen Crash wäre ich angesichts der Hausbauzahlen aus USA, des sich abzeichnenden Soft Landings in China, sowie der zunehmend positiven (oder nicht mehr so negativen) Zahlen aus Europa skeptisch. Wir dürften erst mal einen Seitwärtsmarkt oder leicht steigenden Markt haben. Wer jetzt nicht investiert ist, wird auch nach einem Absturz hadern, wann wirklich einzusteigen ist.

In diesem Fall könntest Du jetzt schrittweise einsteigen und auf zunächst steigende Werte setzen, jedoch die Verluste nach unten durch enge Stop-Loss-Marken begrenzen. Das ist natürlich bei Einzelaktien riskanter als bei ETFs oder Fonds.

...meine Meinung...

Nein ich meine Festgeldersatz im Sinne dass man an das Geld länge Zeit nicht ran kommt, also an den Aktien festhält, da diese Aktien nicht zu teuer sind und auch nach einem Crash schnell wieder heutiges Niveau erreichen, also das man innerhalb von 3 Jahren immer einen Zeitpunkt findet, an dem die Aktien über Einstand + Gebühren notieren, aber eigentlich will ich die Werte ja eh lange halten.

Eventuell würde ich auch noch K+S und Tesco dazunehmen, aber hier nur je 2%, also 100 respektive 1000 Stück, aber die Aktien sind eben schon wieder fast so aufregend wie Hewlett Packard, bei welchen ich nur 200 Stück bei 11 holen würde. Das ist dann kein Festgeldersatz, da soetwas auch "weg" sein kann, wie ich das am Neuen Markt erlebt habe und seitdem keine Aktien mehr angefasst habe...

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@TanteMartha

"nach einem Crash schnell wieder heutiges Niveau erreichen" das würde ich dir als Berater weder sagen, noch garantieren und auch nie als Argument pro Aktie verwenden. Mal abgesehen von der Haftung bei SO einer Äußerung.

Am neuen Markt haben sich viele verbrannt. Leider war danach nicht die Erkenntnis "ich habs falsch gemacht" sondern "Aktien sind bööööse". Der neue Markt war ein sehr volatiler und frischer Markt, die Firmen waren (auch an der Börse) völlig überbewertet und die Euphorie hätte die Alarmglocken schrillen lassen müssen. "Eine Hausse stirbt in der Euphorie" (Peter Lynch).

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@Candlejack

Klar, aber da heute ja ein spezielles 25-jähriges Jubiläum ist, sollte man auch sehen, daß selbst nach Crashes solide Aktien in wenigen Jahren (nach 1987 dauerte es ca. 2 Jahre für den S&P 500) sich erholen. Darauf bauen kann man nicht (nach 1929 dauerte es ja fast 30 Jahre), aber man kann Wahrscheinlichkeiten einschätzen.

Gerade in Märkten, in denen man keine skeptischen Stimmen mehr hört und die Märkte nach oben laufen, sollte man sich absichern. Hoffnung ist ein schlechter Ratgeber :-)

Für harmlose Privatanleger würde ich aber gerade aus diesem Grund auch keine Einzelaktien, sondern klar Fonds und/oder ETFs empfehlen.

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@gandalf94305

natürlich weiß ich das. Ich versprech doch aber Kunden sowas im Gespräch nicht. Und 2 Jahre können für Kunden eine endlose Zeit sein, da rede ich nicht von "schnell".

Privatanlegern habe ich noch nie Einzelwerte empfohlen und werde das aufgrund der Vorteile "gesammelter Werke" auch nie tun ;-)

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