Abzugsfähiger Vorsteueranteil bei überwiegend steuerfreien Umsätzen

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Ich wüsste nicht, dass mit dieser Argumentation schon mal ein Rechtsstreit um den Vorsteuerabzug geführt worden wäre.

In der Vergangenheit hat man sich regelmäßig und bis zum BFH vor allem um die Frage gestritten, wie bei Gebäuden die Vorsteuern aufzuteilen sind (ob nach Fläche oder nach Umsatzanteilen). Die Leute wollten meist die günstigere Aufteilung nach Umsatzschlüssel statt nach Fläche. Deswegen ist diese Methode auch inzwischen im Gesetz (§ 15 Abs. 4 Satz 3 UStG) stark eingeschränkt worden. Der BFH selbst verhält sich diesbezüglich ziemlich neutral (Urteil vom 28.09.2006 - V R 43/03).

In deinem Fall könnte man ja eine Analogie zwischen Gebäudefläche und Kundenanzahl sehen. Das heißt, jedenfalls würde ich die diesbezüglichen Urteile zur Stützung meiner Argumentation heranziehen. Du könntest sogar so dreist sein, den Spieß umzudrehen und zu sagen: Wenn die Aufteilung nach Umsatzschlüssel lt. § 15 Abs. 4 Satz 3 UStG so restriktiv zu handhaben ist, ist das doch ein Indiz dafür, dass ein anderer - wirtschaftlich gerechtfertigter - Aufteilungsschlüssel umso eher in Betracht kommt.

Ob es sich lohnt, sich deswegen auf einen Rechtsstreit einzulassen, kann ich nicht prognostizieren. Reizvoll ist es auf jeden Fall, und wenn ich dein Steuerberater wäre, würde ich es auch machen.

Vielen Dank. Dein Hinweis auf den §15 Abs.4 Satz 3 (Eine Ermittlung des nicht abziehbaren Teils der Vorsteuerbeträge nach dem Verhältnis der Umsätze, die den Vorsteuerabzug ausschließen, zu den Umsätzen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, ist nur zulässig, wenn keine andere wirtschaftliche Zurechnung möglich ist.) ist sehr hilfreich, denn er legt ja die Suche nach einem besseren Aufteilungsschlüssel als den Umsatz nahe.

Wie ist der Konjunktiv in Deinem letzten Satz zu verstehen? Bist Du kein Steuerberater** oder noch keiner?

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@Tritur

Ich bin zwar einer. Aber bisher jedenfalls nicht deiner. Und als Steuerberater ist es mir verboten, zielgerichtet und anlassbezogen um die Erteilung eines Auftrags im konkreten Einzelfall zu werben (§ 8 Abs. 2 StBerG).

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@blackleather

Da steht aber "Jurastudent"?

Wobei das eine das andere ja nicht ausschließen muss.

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@EnnoBecker

Na eben. Jura kann man nämlich auch an der FernUni Hagen studieren. Und dass ich StB bin, muss ich ja nicht vor mir hertragen. Gibt ja hier noch andere tüchtige.

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@blackleather

Reizvoll ist es auf jeden Fall, und wenn ich dein Steuerberater wäre, würde ich es auch machen.

Kannst Du die nächstgelegene Großstadt Deines Wirkens benennen und evtl. Deine Email-Adresse an Tritur@t-online.de senden?

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@Tritur

Das könnte ich evtl. machen. Ich kann dir aber auch ans Herz legen, zwischen EnnoBecker, MenschMitPlan, Helmuthk und mir zu wählen. Meandor würde ich dir ja auch gerne empfehlen, aber der steht leider auf der Gegenseite.

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@blackleather

Ich steh euch da nicht im Wege :-)

Mein Arbeitsplatz biegt sich leider schon.

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Ich denke das diese rechtens ist. Das gleiche Problem haben auch Finanz- und Versicherungsmakler. Sie erhalten ihre Provisionen ohne MwSt. Nur vereinzelte Honorarrechnungen müssen dann mit MwSt. ausgewiesen werden, Die bereits bezahlte Vorsteuer für alle anderen Kosten der Makler wird nur anteilig des MwSt- pflichtigen Umsatzes berechnet. Meine Steuerberaterin hat diese Vorgehensweise des Finanzamtes als richtig bestätigt.

Zur Info: Wir haben zwei Gesellschaften gegründet. Eine mit und eine ohne Umsatzsteuerabzugsberechtigung. Damit ist die Sachlage eindeutig.

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@alfalfa

Damit ist die Sachlage eindeutig.

Aber das macht die Sache nur noch verwirrter. Warum sollte die eine Gesellschaft umsatzsteuerlich anders behandelt werden als die andere? Kleinunternehmer - das ist das, was mir als Einziges dazu einfällt.

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@EnnoBecker

Kleinunternehmer - das ist das, was mir als Einziges dazu einfällt.

Ich wette, darauf läuft es hinaus.

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@EnnoBecker

Im Umsatzsteuerrecht gibt es eine Unmenge nicht nachvollziehbarer Regelungen. Eine innerörtliche Taxifahrt z.B., auch wenn die Entfernung 10 km beträgt, unterliegt dem ermäßigten Steuersatz, die Fahrt in die Nachbargemeinde dagegen, auch wenn es nur 1 km weit ist, dem vollen Steuersatz.

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Betriebsausgabenpauschale für bestimmte Berufsgruppen und Umsatzsteuer

Als Freiberufler (Journalist) muss ich eine Einnahme - Überschussrechnung machen. Da ich über 17.500 € Einnahmen habe, kann ich die Kleinunternehmer-Regelung nicht in Anspruch nehmen. Ich habe nun die Betriebsausgabenpauschale in Höhe von 2.455,00 € und die abgeführte Umsatzsteuer als steuermindernde Ausgaben geltend gemacht und auf der Einnahmenseite die Umsatzsteuer aufgeführt. Dabei hat mir das Finanzamt die Umsatzsteuer nicht steuermindernd anerkannt, weil ich die Betriebsausgaben-Pauschale in Anspruch genommen habe. Die Umsatzsteuer ist jedoch nur ein durchlaufender Posten, weil ich sie eingenommen und abgeführt habe. Ist die Entscheidung des FA richtig?

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MwSt (USt) bei Verpackungskosten im Versandhandel | Vorsteuerabzug

Hallo liebe Community,

ich habe einige Fragen zu der Behandlung der Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) bezüglich der Verpackungskosten. Ich möchte die Kosten für einen Versandhandel über Excell kalkulieren. Tausende Daten fließen über verrückte Kostenfunktionen ein. Es scheitert gerade am Vorsteuerabzug...

Nun bilden die Versand- und Verpackungskosten einen erheblichen Kostenanteil, der in die Berechnung miteinfließen muss. Der Versand ist für den Endkunden "kostenlos", d.h. der Endkunde sieht nur den Endpreis der Verkaufswaren. Wir übernehmen dabei die Kosten für den Versand zum Kunden. Im Kaufpreis ist auch die Option enthalten zusätzlich noch ein kostenloses Probestück zu erhalten, welches ebenfalls kostenlos zugesandt wird. Da das ganze Spiel die Marge erheblich auffrisst, werden diese Kosten natürlich auf den Verkaufspreis indirekt aufgeschlagen, den ich mit der Kalkulation rausfinden möchte.

Folgender Fall: Peter kauft bei uns ein 100er-Gebinde Schokoriegel ein. Weil er sich nicht sicher ist, ob ihn dieser auch schmeckt, wählt er zusätzlich die Produktprobe aus. Er bezahlt bei uns den Gebindepreis inklusive Mehrwertsteuer.

Nun schicken wir ihm einen Vollkornriegel zu (kostenloser Versand). Peter schmeckt es und entscheidet sich nicht um, sondern bleibt bei seiner Geschmacksrichtung. Nun schicken wir ihm das komplette Gebinde zu (kostenloser Versand).

Frage 1: Gebinde Sind die Verpackungskosten (Kartons, Klebeband, etc.) für das Gebinde vorsteuerabzugsfähig? Es handelt sich ja um unselbstständige Nebenkosten, sprich die Besteuerung der Verpackungskosten richten sich nach der Besteuerung der Verkaufsgüter. Wir verkaufen die Güter mit 19% MwSt, wovon wir selbstverständlich die Vorsteuer abziehen können. Wie sieht das aber mit den Verpackungskosten aus? Diese werden in der Kundenrechnung ja nicht aufgeführt, sondern indirekt aufgeschlagen. Sind sie überhaupt abzugsfähig? Als Firma müssen wir nach meinem Verständnis den kompletten Bruttopreis tragen, da wir die Kosten ja nicht weitergeben. Irre ich mich da?

Frage 1.2: Gebinde Wie verhält es sich mit den Versandkosten unter dem obigen Sachverhalt? Ich bin der Meinung, dass hier kein Vorsteuerabzug möglich ist (DPD)

Frage 2: Probe Wie verhält sich das ganze mit den Probestücken (Teile eines großen Gebindes), die der Kunde ohne Aufpreis als Service erhält? Sind die Probewaren vorsteuerabzugsfähig? Nach meinem Verständnis ja nicht, da wir in der Wertschöpfungskette das letzte Glied bilden. Dementsprechend müssen wir auch hier die vollen Bruttokosten tragen. Irre ich mich da?

Frage 2.1 Probe Bei den Probestücken fallen selbstverständlich auch keine weiteren Versand- oder Verpackungskosten an. Muss das Unternehmen auch hier die vollen Bruttokosten für Versand und Verpackung tragen?

Ziemlich wirre Angelegenheit.

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Umsatzsteuer abbezahlen. Wie?

Ich will gerne meine Geschichte erzählen und um euren Rat fragen. 2006 war ich als CNC-Fräser in einem kleinen Privatunternehmen eingestellt. Arbeit war sehr interessant und Betriebsklima war super. Nach ungefähr einem Jahr war Betrieb Insolvenz und es war von einem „Mitarbeiter“ übernommen. Ungefähr 3 Monate habe ich kein Lohn erhalten, aber weitergearbeitet. Dann war endlich Insolvenzgeld von Arbeitsamt da und es war alles wieder im grünen Bereich. Nach der Übernahme ging es wieder weiter, es war ein Lehrling eingestellt und wir waren zu dritt – Chef, Lehrling und ich. Im 2009 war es schlechte Auftragslage und inzwischen haben wir auch Kurzarbeit gehabt, also im Endeffekt war Betrieb wieder Insolvenz. Diesmal hat es auch länger gedauert ca. 6 Monate. Insolvenzverfahren war meines Wissens durch die Bank gestartet. Diese schlechten Zeiten haben wir auch überlebt. Dann war Betrieb durch die Frau meines Chefs übernommen und es ging weiter. Wir haben für Automobilindustrie Vorrichtungen gebaut, also es war Einzelteilanfertigung, was Interessanteres kann man auch nicht wünschen. Meine Frau hat mich auch immer voll unterstützt, weil sie hat gewusst, dass für mich eine Interessante Job mehr Wert war als höher Verdienst. Ende 2012 ist der Vermieter zu uns gekommen und hat uns mitgeteilt, dass die Halle verkauft wird. Für 1 Mio. Euro könnten wir die Situation noch retten, aber dieser Betrag haben wir leider nicht gehabt. Unsere Bank hat uns auch nicht unterstützt. Halle war verkauft und innerhalb 6 Monate müssten wir raus. Es waren wieder schlechte Zeiten. Lohn war zum Teil bezahlt zum Teil nicht. Fragen Sie mich nicht wieso ich damals nicht aufgehört hab, weiß selber nicht. Bank hat uns wieder nicht unterstützt und die Chefin hat Insolvenz angemeldet. Bank hat uns mitgeteilt, dass die Maschinen für 46.000 versteigert werden. Dann hat mein Chef einen Bekannten Bauunternehmer gefunden der diese CNC-Maschinen rausgekauft hat. Inzwischen hat er mir ein Vorschlag gemacht, dass ich ein Unternehmen gründe und diese Maschinen vom Bekannte lease. Ich habe alles abgewogen und zugestimmt. Wir haben eine neue Halle gefunden und umgezogen. Ganze Umzug hat fast 10.000 Euro gekostet (Kran + LKW + Personal). Dann habe ich bei der Sparkasse ein Existenzgründerzuschuss beantragt in Höhe von 150.000 Euro. Die Herren dort haben mir gesagt, dass solange der „Entscheidungsprozess“ läuft, ob ich diesen Zuschuss erhalte oder nicht, darf ich nicht produzieren, also ich darf keine Rechnungen schreiben, sonst wird das keine Existenzgründung mehr, sondern ein laufendes Unternehmen. So blöd wie es klingt wir haben auch nichts produziert und auf Antwort gewartet. Nach 5-6 Monaten hat mich bei der Sparkasse jeder Hund gekannt, es hat aber nichts gebracht. Bis heute ist die Entscheidung mir unbekannt. Inzwischen haben auch Kunden eins nach dem anderen gesagt, dass sie nicht mehr warten können, was auch voll verständlich ist.

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3.) Stimmt das, das wenn ich für den Online-Handel weiterhin die Kleinunternehmerregelung nutzen möchte, der Umsatz aus beiden Gewerben aus dem vergangenen Jahr zusammen addiert nicht 17.500€ überschreiten darf? Oder wird hierfür nur der Umsatz aus dem Online-Handel betrachtet?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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