Absetzbarkeit von Handwerksrechnungen?

3 Antworten

Was für ein Haus isses denn?

Konkret: Bist Du Vermieter? Dann kannst Du ordentlich in die vollen gehen!

Oder, bist Du Eigenheimer? Mein Beileid! Google mal "haushaltsnahe Dienstleistungen" und halte genügt Tempo-Tücher bereit! Du wirst in Tränen ausbrechen, wenn Du das magere Ergebnis siehst!

besser kann man es nicht ausdrücken ...;-)

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Eigenheimer... aber anscheinend sollte ich Vermieter werden!

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bei uns im Haus einiges renoviere

Vermietetes Objekt: Handwerkerkosten sind Werbungskosten.

Selbstgenutztes Objekt: Haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen können gemäß § 35a EStG begrenzt angesetzt werden. Vom Rechnungsbetrag wird von "Alles außer Material" maximal 20 % direkt steuermindernd angesetzt. Unbedingt nur gegen Rechnung und dann auch nur unbar bezahlen!

Alle Bedingungen und Beispiele im Detail unter: http://www.kuerzer.de/hndl2010

Gerne beantworte ich weitere Rückfragen.

Wie so meist bei diesen lustigen Interviews werden Informationen handlich und plakativ verpackt, typischerweise auf Kosten der Hintergründe.

Natürlich sind derzeit Sachwerte eine gute Anlage. Das gilt in jeder Wirtschaftsphase - Sachwerte sind langfristig sinnvoll. Je nach Anlageklasse und -segment gibt es verschiedene Risiken, die man dabei eingeht bzw. die man damit mindert.

Die Renovierung des Bades - sprich: Investition in Handwerkerleistungen - hat verschiedene Effekte:

  • Kleingewerbe und Produzenten von Baumaterialien werden gefördert. Das ist Binnennachfrage und gut für die Wirtschaft.

  • Es ist eine Investition in den Werterhalt der eigenen Immobilie und damit auch positiv. Glaube nicht, daß ein teures Bad aber den Verkaufspreis der Immobilie in gleichem Maße erhöhen wird. Solche Investitionen finden sich nur zu einem sehr geringen Anteil (wenn überhaupt) in einem Objektwert wieder, da es meist um Instandhaltung und nicht werthaltigere Ausstattung geht, für die Käufer extra zahlen würden.

  • Energetische Sanierungen werden Dich langfristig durch eine höhere Energieeffizienz vor Erhöhungen von Strom- und Gaspreisen schützen.

  • Haushaltsnahe Dienstleistungen/Handwerkerleistungen (Arbeitsleistung am Haus, ohne Materialien, Anfahrt, Miete für Geräte, etc.) können steuerlich abgesetzt werden. Es gibt hierfür jedoch Höchstbeträge und es werden nur 20% der Lohnkosten abgezogen (siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Haushaltsnahe_Dienstleistung ).

  • Komplizierte Zertifikate kaufen war eigentlich noch nie gut, aber die Auswahl ist ja nicht nur, ob man Erdbeereis essen will oder sich vor einen Zug wirft, sondern es gibt viele andere Optionen. Letztendlich muss man Klumpenrisiken vermeiden. Baut beispielsweise jemand eine Umgehungsstraße an Deiner Grundstücksgrenze, eine Tankstelle als Nachbarhaus oder ändert der Flughafen seine Einflugschneise, so daß die Flieger nun über Dein Haus donnern, dann wird sich das in einem deutlichen Wertverfall materialisieren. Ist das Haus Dein einziges Asset, hast Du Pech gehabt.

Daher:

  • Instandhaltungen an der eigenen Immobilie sind immer gut - vor allem, wenn sie zu Kosteneinsparungen oder der Vermeidung späterer Risiken (z.B. Schäden durch alte Verrohrung, Geräte oder Leitungen) führen.

  • Steuerlich kann das als haushaltsnahe Dienstleistung angesetzt werden.

  • Ansonsten empfiehlt man immer die primäre Investition in Sachwerte, da diese "mit einer Inflation schwimmen" und damit langfristig einen gewissen Kapitalerhalt ermöglichen können. Volatilitäten gibt es dabei natürlich immer.

  • Eine Diversifikation ist immer gut. Man sollte nicht nur auf die eigene Immobilie setzen, sondern auch andere Anlageformen suchen, die geeignet sind. Dadurch wird man durch Risiken einer Abwertung einer Anlageform weniger getroffen.

Nun kannst Du die Handwerker suchen :-)

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