Abschreibungsmöglichkeiten nach § 10f EStG

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Steht in Absatz 4 Satz 1:

Sind mehrere Steuerpflichtige Eigentümer eines Gebäudes, so ist Absatz 3 mit der Maßgabe anzuwenden, dass der Anteil des Steuerpflichtigen an einem solchen Gebäude dem Gebäude gleichsteht.

Diesen Satz habe ich natürlich auch gelesen aber um ehrlich zu sein nicht verstanden. Daher ja die Frage in der Annahme, dass B und ihr Mann die gesamten Kosten für die Baumaßnahmen tragen.:

Können B und ihr Mann die Abschreibungsmöglichkeiten nach § 10f EStG für die gesamten Kosten nutzen oder ggf. aufgrund der Eigentumsverhältnisse nur zu 50%?

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@amonitas

Sind mehrere Steuerpflichtige Eigentümer eines Gebäudes

Nach Grundstücksübertragung A und B je zur Hälfte.

so ist Absatz 3 mit der Maßgabe anzuwenden

Also die Abzugsbeträge in Anspruch nehmen.

dass der Anteil des Steuerpflichtigen an einem solchen Gebäude

B = 50%

dem Gebäude gleichsteht.

Diese 50% sollen "das Gebäude" sein.

Im Ergebnis also 50% Abzugsbetrag.

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@EnnoBecker

Das hatte ich schon befürchtet. D.h. um die Abschreibungen sämtlicher Kosten für B zu ermöglichen müsste man eine andere Lösung finden, z.B.:

1) Aufteilung nicht pauschal zu 50% sondern ganz genau definiert welche der Gebäude wem gehören, so dass das Gebäude für welches die Kosten entstehen in das Eigentum von B und ihrem Mann fällt (Teilungserklärung).

2) B überschreibt alles an A und lässt sich ein lebenslanges Wohnrecht einräumen (von beiden Parteien allerdings nicht gewollt)

3) Gründung einer GbR mit A und B als Gesellschafter (zu komplex und aufwändig)

Gibt es noch eine andere Möglichkeit dies geschickt zu lösen?

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@amonitas

Also gestalten kann man nur vorher. Hinterher kann man nur retten.

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@EnnoBecker

Bitte nicht falsch verstehen, das ganze ist noch in der Planung, d.h. es wurden noch keine Baumaßnahmen etc. durchgeführt und auch noch kein Bauantrag gestellt. Von daher ist noch alles möglich... Die Lösung als Miteigentümer von 50% wäre halt einfach zu realisieren, ist ja aber leider nicht zielführend...

Ziel soll sein, dass B die Förderungen aus dem Sanierungsprogramm und die Abschreibungen für sich alleine und zu 100% nutzen kann.

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@amonitas

Dann ist nur 1) das Richtige.

2) ist nicht gewollt und 3) führt zu keinem anderen Ergebnis bzw. zu einem ungewollten Ergebnis, je nach Augestaltung.

so dass das Gebäude .... in das Eigentum von B und ihrem Mann fällt

Hab ich erst übersehen. Oben sollte noch die B Eigentümerin sein, jetzt plötzlich der Mann auch noch? Wie soll denn das Grundstück übertragen werden? Der Mann von B hat bei der Schenkung einen Freibetrag von 20.000.

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@EnnoBecker

Das war ein Fehler, aufgrund der Schenkungssteuerproblematik soll natürlich nur B Eigentümerin werden, hier nochmal korrigiert:

1) Aufteilung nicht pauschal zu 50% sondern ganz genau definiert welche der Gebäude wem gehören, so dass das Gebäude für welches die Kosten entstehen in das Eigentum von B fällt (Teilungserklärung).

Die Frage ist ob es nicht noch einen anderen (Königs-)Weg gibt, da eine Teilungserklärung auch recht aufwendig ist.

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@EnnoBecker

Ein befreundeter Steuerberater hat mich auf folgendes aufmerksam gemacht: http://www.steuerlinks.de/richtlinie/estr-2005/r21.6.html

Insbesondere der letzte Satz ist von Interesse: AfA oder erhöhte Absetzungen und Sonderabschreibungen können nur demjenigen Miteigentümer zugerechnet werden, der die Anschaffungs- oder Herstellungskosten getragen hat.

Das lässt doch darauf schließen, dass das ursprüngliche einfache Szenario (siehe Eingangsfrage - jeder pauschal 50%) doch funktioniert und B die gesamten Kosten abschreiben kann oder habe ich da etwas falsch interpretiert?

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@amonitas

Das Problem hierbei ist, dass wir uns nicht im § 21 befinden, sondern im § 10f.

Wären wir im 21, könnte man die Sonder-Werbungskosten-Lösung anwenden.

Trotzdem könnte man es frech probieren. Das Problem ist dann aber, dass man bereits gestaltet hat und nicht mehr zurückkann.

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ich würde sagen das es halbe halbe ist und die abschreibungsmöglichkeiten auf beiden seiten liegen

Aus meiner Sicht kann A keine Abschreibungen tätigen, da bei A ja auch keine Kosten entstanden sind. Die Frage ist nur, ob B 100% oder nur 50% abschreiben kann.

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Hallo zusammen,

ich hätte gern eure Hilfe & Erfahrungen.

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