Abschreibung Arbeitszimer, Gemeinsames Haus

2 Antworten

Ehemann kann von den gesamten Herstellungskosten seinen Anteil von 50% AfA ansetzen und da wiederum den Anteil für das Arbeitszimmer also die 8%. Die Umsatzsteuer beträgt entweder 7 oder 19%. Davon kann er wieder seinen 50 %igen Anteil ansetzen und davon wiederum den Anteil der auf das Arbeitszimmer (8%) entfällt. Die Einbauküche gehört nicht zu den Anschaffungskosten für das Gebäude, sondern hier handelt es sich um ein bewegliches Wirtschaftsgut, das gesondert abgeschrieben wird. Dann kommt es darauf an, wird die Einbauküche anteilig für berufliche Zwecke mitbenutzt z.B. Bewirtung von Geschäftskunden.......

Kann der Ehemann nun 8% von den gesamten Herstellungskosten als Bemessungsgrundlage für die Abschreibung nehmen? Immerhin gehören ihm ja 50%, das ist ja mehr als 8%. Oder kann er nur 4% geltend machen?

BFH Beschluss vom 23.08.1999 - GrS 1/97: "Bemessungsgrundlage der AfA sind die auf das Arbeitszimmer entfallenden Anschaffungs- oder Herstellungskosten, soweit sie der Kostenbeteiligung des Steuerpflichtigen entsprechen."

Das heißt auf deutsch: Der Ehemann kann AfA von 50 % von 8 % der Baukosten geltend machen; das sind mathematisch zwar 4 %, aber formal-rechtlich eben 50 von 8.

Und wie ist das mit der Umsatzteuer? Kann er da 8% oder 4% geltend machen?

Weder, noch. Die Umsatzsteuer wird ja weder 4 % noch 8 % betragen haben, sondern vielmehr i.d.R. 7 % oder 19 % (siehe § 12 UStG).

Vorsteuerabzugsberechtigt ist grundsätzlich derjenige, der ein Unternehmen betreibt und vorsteuerbehaftete Leistungen für das nämliche Unternehmen empfängt. Da stellt sich bei einer Ehegattengemeinschaft natürlich die Frage, wer dort eigentlich der Unternehmer und dementsprechend zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.

Das FG Köln sieht die Sache so (Urteil vom 22.03.2001 - 10 K 2567/96):

"1) Eine Lieferung oder sonstige Leistung wird grundsätzlich an diejenige Person ausgeführt, die aus dem dem Leistungsaustausch zugrundeliegenden schuldrechtlichen Vertragsverhältnis (Außenverhältnis) berechtigt oder verpflichtet wird. Leistungsempfänger ist somit regelmäßig, wer zivilrechtlich als Auftraggeber oder Besteller einer Leistung anzusehen ist.

2) Wird auf einem Grundstück, an dem Ehegatten gemeinschaftlich Miteigentümer sind, ein Bauwerk errichtet, kann statt der Ehegatten-Gemeinschaft auch einer der Ehegatten allein Leistungsempfänger sein.

3) Wird der Bauleistungsvertrag von Eheleuten gemeinsam abgeschlossen, ist zumindest dann von den Eigentumsverhältnissen am Grundstück auf den Leistungsberechtigten zu schließen, wenn im Außenverhältnis gegenüber dem Leistungsverpflichteten keine weiteren Anhaltspunkte dafür erkennbar sind, zu welchen Teilen die Eheleute aus dem gemeinsam geschlossenen Vertrag berechtigt oder verpflichtet sein sollen.

4) Die Nennung beider Ehegatten in einer Rechnung steht dem - entsprechend dem Leistungsbezug - anteiligen Vorsteuerabzug durch den Unternehmer-Ehegatten nicht entgegen."

Der vor dem FG teilweise unterlegene Kläger war damit nicht zufrieden und zog vor den BFH. Der entschied nicht abschließend, sondern hat die Frage zur Klärung dem EuGH vorgelegt (Beschluss vom 29.08.2002 - V R 40/01).

Daraufhin ließ der EuGH (Urteil vom 21.04.2005 - C-25/03) wissen:

"Jemand, der ein Wohnhaus erwirbt oder errichtet, um es mit seiner Familie zu bewohnen, handelt als Steuerpflichtiger und ist damit gemäß Artikel 17 der Sechsten Richtlinie 77/388 zum Vorsteuerabzug berechtigt, wenn er einen Raum des Gebäudes als Arbeitszimmer für eine sei es auch nur nebenberuflich ausgeübte wirtschaftliche Tätigkeit im Sinne der Artikel 2 und 4 dieser Richtlinie verwendet und soweit er diesen Teil des Gebäudes dem Unternehmensvermögen zuordnet.

Bei Erwerb eines Investitionsguts durch zwei eine Gemeinschaft bildende Ehegatten, von denen einer einen Teil des Gegenstands ausschließlich für unternehmerische Zwecke verwendet, steht diesem Ehegatten und Miteigentümer das Recht auf Vorsteuerabzug für die gesamte Mehrwertsteuerbelastung des von ihm für unternehmerische Zwecke verwendeten Teils des Gegenstands zu, sofern der Abzugsbetrag nicht über den Miteigentumsanteil des Steuerpflichtigen an dem Gegenstand hinausgeht.

Der Steuerpflichtige muss nach den Artikeln 18 Absatz 1 Buchstabe a in Verbindung mit Artikel 22 Absatz 3 der Sechsten Richtlinie 77/388 zur Ausübung des Rechts auf Vorsteuerabzug unter Umständen wie den im Ausgangsverfahren gegebenen nicht über eine auf seinen Namen ausgestellte Rechnung verfügen, in der die auf seinen Miteigentumsanteil entfallenden Teilbeträge des Preises und der Mehrwertsteuer ausgewiesen sind. Eine Rechnung, die ohne Unterscheidung an die Ehegatten, die die Gemeinschaft bilden, ausgestellt ist und in der keine solchen Teilbeträge ausgewiesen sind, reicht zu diesem Zweck aus.

Heißt auf deutsch: Der Unternehmer muss seine Eigentumshälfte an dem Arbeitszimmer seinem Unternehmen zuordnen (Seeling lässt grüßen!) und hat dadurch hälftigen Vorsteuerabzug.

Uff, das war lang. Vielen Dank :-)

Das heißt auf deutsch: Der Ehemann kann AfA von 50 % von 8 % der Baukosten geltend machen; das sind mathematisch zwar 4 %, aber formal-rechtlich eben 50 von 8.

Und da kann man auch nichts dran ändern? Z.B. wenn die Ehefrau die Hälfte des Arbeitszimmers an den Ehemann vermietet?

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@Helmut12343

Durch die Vermietung ist der Ehemann ja immer noch nicht Eigentümer, also in Bezug auf den angemieteten Eigentumsanteil nicht abschreibungsbefugt.

Vielmehr hat er stattdessen Mietaufwendungen (= Betriebsausgaben/ Werbungskosten), die jedoch für die Ehefrau wiederum Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung darstellen. Interessant würde es erst, wenn die (Werbungs)Kosten der Ehefrau deren Mieteinnahmen übersteigen, weil dann ein (steuermindernder) Verlust vorläge. Dabei sind aber unbedingt die Restriktionen des § 21 Abs. 2 EStG und natürlich die Rechtsprechung zur Fremdüblichkeit von Verträgen zwischen nahen Angehörigen zu beachten.

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