Abrechnungsfrage

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
1) ... Ist das richtig?

Selbstverständlich.

Der Monitor, den du gekauft hattest, um ihn zur Ausführung umsatzsteuerpflichtiger Umsätze zu verwenden, ist ja von dir eben nicht dafür verwendet, sondern zurückgeschickt worden. Damit fällt die Voraussetzung für den Vorsteuerabzug weg und du musst die zu Unrecht erhaltene Vorsteuer an das Finanzamt zurückzahlen.

Andererseits nein, denn ich bin ja nun Kleinunternehmer und kann weder USt ausweisen noch muss ich sie abführen

Dein jetziger umsatzsteuerrechtlicher Status hat doch nichts mit der Korrektur des Vorsteuerabzugs für die Zeit zu tun, in der du noch einen anderen Status hättest.

Und außerdem: Selbst wenn du mit deinem Gedankensprung Recht hättest - als Kleinunternehmer gäbe es erst recht keinen Vorsteuerabzug! (§ 19 Abs. 1 Satz 4 UStG)

2) ... Muss ich meine ausgestellte Rechnung von 2014 an meinen Kunden stornieren, ihm den Betrag von X inkl. USt zurücküberweisen, dieses als Ausgang buchen undihm dann eine neue Rechnung OHNE ausgeführte USt ausstellen? Oder gebe ich ihm einfach den neuen Monitor und alles ist gut?

Oder.

Du kommst ja lediglich deiner zivilrechtlichen Nachbesserungspflicht nach und führst keine neue Lieferung an diesen Kunden aus.

1

Vielen lieben Dank für die schnelle Antwort. Gut erklärt!

Steuerrecht ist ein echter Graus für mich. Habe mich allerdings schon in viele Sachen eingearbeitet, so dass ich den Steuerberater nur noch selten belästigen muss ;) Diese Situation hat mich dann allerdings schon an meine Grenzen getrieben. Aber anscheinend habe ich ja zum größten Teil intuitiv richtig gedacht.

Dass der finanzielle Schaden, also die USt, die ich ja jetzt nicht mehr zurück bekomme, bei mir hängen bleibt, bezeichne ich mal als Lehrgeld.

Mein Gedankenfehler liegt vielleicht hier: Ich kaufe den neuen Monitor bei meinem Händler und erhalte vom FA keine USt zurück. Trage es entsprechend als Ausgabe ohne Vorsteuer ein. Auf der anderen Seite habe ich in der ausgestellten Rechnung an meinen Kunden die USt geltend gemacht, erhalten und auch abgeführt. Ebenso hat mein Kunde natürlich die USt beim FA angegeben und bekommt sie entsprechend zurück. Das ist mein Gedankengang und ich glaube genau da liegt mein Verständnisproblem.

0
1
@ndste01

Oh, bevor ich es vergesse: Das war als Frage gemeint. ;)

Und wenn ich schon dabei bin: Stimmen die von mir angegebenen Konten. Vor allem beim Erlöskonto bin ich mir für die Rückbuchung nicht ganz sicher.

0
29
@ndste01
Das war als Frage gemeint.

Ähm - was genau? Ein Fragezeichen hätte bei der Identifizierung zweifellos geholfen.

Bei genauerer Betrachtung kann ich übrigens kein Problem feststellen. Vor allem deswegen nicht, weil die Umsatzsteuer ja nicht du zahlst, sondern dein Kunde. Ungünstig ist natürlich, wenn du den zweiten Monitor teurer einkaufen musst als den ersten, aber damit kein zusätzliches Geld mehr verdienen kannst. Aber das ist ja gerade der Anreiz, den auch das Zivilrecht mit seinen Nacherfüllungsverpflichtungen schaffen will: Von Anfang an sorgfältig und fehlerfrei arbeiten, damit erst gar keine Nacherfüllungsverpflichtungen entstehen können.

Stimmen die von mir angegebenen Konten.

Das kann man so unmittelbar nicht beantworten. Schließlich kannst du deine Konten ja nennen, wie immer du willst. Es kommt doch vielmehr darauf an, welche Funktion sie erfüllen - vor allem im Rahmen deiner Gewinnermittlung.

Und dazu hast du bisher leider keine Ausführungen gemacht. Deswegen muss ich mal unterstellen (auch wenn das kein besonderes Kompliment ist), dass du die Konten aus dem DATEV-SKR stumpf mit denselben Funktionen verwendest, die sie dort haben, statt dir einen Kontenplan nach deinen individuellen Bedürfnissen zu schaffen.

Und unter diesem Aspekt muss man natürlich sagen: Nö, dann stimmen die Konten nicht.

Schon 3400 als Wareneingangskonto für den Ersatzmonitor ist falsch. Dieses Konto löst nämlich eine Vorsteuerbuchung aus, aber da du ja jetzt beschlossen hast, Kleinunternehmer zu sein, hast du mit Vorsteuer nichts mehr am Hut, darfst also auch keine buchen. Wieso nimmst du nicht 3200?

Die Erlösbuchung ist ebenfalls falsch. Du hast doch überhaupt keinen Erlös erzielt, denn du hast dem Computerlieferanten doch seinen Monitor nicht zurückverkauft. Vielmehr überweist er dir doch nur das Geld zurück, mit dem du ihn ungerechtfertigt bereichert hast und das du bei Zahlung an ihn als Aufwand mit Vorsteuer gebucht hast. Du musst jetzt also diese Buchung nur wiederholen, aber andersrum. Und da du beim ersten Kauf vermutlich auch per 3400 an Bank gebucht hast, geht es jetzt per Bank an 3400. Automatisch korrigiert dir das den Aufwand und die seinerzeit gezogene Vorsteuer. Und wenn du anschließend in deine beiden Aufwandskonten 3200 und 3400 guckst, entdeckst du dort 392,70 € positiven Aufwand (auf 3200) und 330,00 € negativen Aufwand (auf 3400). Unterm Strich bleiben also 62,70 € Kosten an dir hängen - und das ist die Vorsteuer, die du aus dem miesen Geschäft letztlich insgesamt nicht ziehen kannst, aber ans FA als USt abführen musstest.

0
1
@blackleather

Also, ich muss Dir jetzt erst mal ein großes Kompliment machen. Wenn jeder so antworten würde wie Du, dann wären alle Probleme binnen kürzester Zeit gelöst.

Ich bin in vielen Foren unterwegs. Und in den meisten Foren wird auf solche Fragen generell mit einem "Frag Deinen Steuerberater" geantwortet. Bestenfalls jedoch bekommt man 5 verschiedene Antworten von 3 verschiedenen Leuten, ohne jegliche Erklärung und Begründung.

Das was Du geschrieben hast verstehe sogar ich DAU (im Steuerrecht).

Ja, ich nutze die Konten so, wie sie dort vorgesehen sind. Größtenteils, weil ich es nicht besser weiß :o. Das mit den Konten 3400 und 8400 habe ich auf einer Steuerrechtsseite gefunden. Aber mein Fall beläuft sich ja aufgrund des Wechsels zur Kleinunternehmerregelung etwas anders. Vielleicht sollte ich doch mal einen IHK-Kurs belegen.

Deswegen hier noch mal: Du bist mein Held! Dankeschön!

0
39
@ndste01

... vielleicht ist er einfach so nett weil du eine verständliche Frage gestellt hast und er ja "STB" ist *lol

Aber es ist auch mal schön richtig formulierte Fragen zu lesen.

Hoffe blackleather bekommt dafür das Sternchen *

0
1
@Tina34

Da Steuerrecht wirklich nicht mein Fall ist, hat es mich viel Zeit und Mühe gekostet, die Frage so zu formulieren. Daher danke für das Kompliment ;)

Und natürlich bekommt er das Sternchen sobald die 24-Stunden-Frist vorbei ist. :)

0

Damit blackleather auch das Sternchen "hilfreichste Antwort" bekommen kann, mache ich nur den Eintrag, die Antwort ist perfekt.

DH

Wie verbuche ich eine Zahlung, dessen Rechnungsstellung im letzten Jahr erfolgte?

Hallo.

Ich mache meine EÜR seit Jahren selber und hatte bislang auch noch nie ein Problem mit dem FA. Bis jetzt. Gestern habe ich einen Brief vom FA erhalten, dass die Angaben der EÜR und USt-Erklärung nicht übereinstimmen würden.

Vorweg: Meine Umsätze aus dem Gewerbe sind so niedrig, dass das FA auf die USt-Voranmeldung verzichtet. Ich sammel also praktisch alles bis zum Ende des Jahres.

Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich alles richtig gemacht habe (ansonsten hätte ich die Unterlagen auch so nicht abgegeben). Aber eine Sache war bei diesem Jahreswechsel 2014/2015 anders als sonst:

Ich habe am 27.12.2014 noch eine Rechnung gestellt, dessen Bezahlung aber erst Ende Januar erfolgte. Entsprechend der Soll-Versteuerung, habe ich bei der USt-Erklärung die Umsatzsteuer von ca. 133 Euro mit angegeben. Der Geldeingang erfolgte erst einen Monat später. Daher habe ich in der EÜR diesen Geldeingang nicht verbucht. Zum einen, weil es mein Programm (WISO Mein Büro) so vorgibt, zum anderen, weil ich es auch so kenne, dass man Geldzu- und abflüsse erst verbucht, wenn sie stattfinden (mit einigen wenigen Ausnahmen).

Bevor ich jetzt meinen Steuerberater, der sowieso im Urlaub ist, dazu befrage, möchte ich gerne eure Meinung, bzw. euer Wissen dazu hören. Habe ich die Angaben in der USt-Erklärung und der EÜR richtig gemacht? Und kann das die Unstimmigkeit sein, die das FA bemängelt? Ich werde so oder so beim FA anrufen und nachfragen. Nur möchte ich dafür bestmöglich vorbereitet sein. ;)

Vielen Dank schon mal!

...zur Frage

2 Gewerbe im gleichen Jahr als separate Einzelunternehmen?

Hallo,

folgender Sachverhalt: Anfang 2018 wurde ein Einzelunternehmen, welches unter der Kleinunternehmerregelung (keine USt ausgewiesen) berechnet hatte, (das Gewerbe) abgemeldet.

Im September 2018 wurde dann wieder ein Gewerbebetrieb im Rahmen eines "neuen" Einzelunternehmens angemeldet. Die gleiche Steuernummer wie beim Einzelunternehmen zuvor wurde vom FA zugewiesen. Nun wurde hier aber von Beginn an auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet und es werden USt-VAs geleistet.

Nun geht es an die Steuererklärung 2018 und es stellt sich die Frage, ob diese zwei Gewerbe auch als zwei separate Einzelunternehmen betrachtet werden können, wo das eine USt ausweist und das vorherige eben unter der Kleinunternehmerregelung, wie beabsichtigt, operierte.

Sollte dies nämlich nicht der Fall sein, würde sich die Problematik auftun, dass das alte Einzelunternehmen nun Umsatzsteuer zu verschulden hat, welche so aber nie berechnet/eingesammelt wurde.

Würde mich über eine Einschätzung darüber freuen, ob beide Gewerbebetriebe separat betrachtet werden können und so zwei Einzelunternehmen darstellen, von denen eines unter der Kleinunternehmerregelung operierte, während das im September 2018 gegründete direkt Umsatzsteuerzahlungen leistet.

Vielen Dank.

...zur Frage

Gewerbeab- und Anmeldung und die Frage nach der Steuer

Hallo. Ich habe eine Frage die zum Suchen etwas kompliziert ist. Und zwar habe ich 2010 ein Gewerbe für Dienstleistungen und Hnadel im IT-Berweich angemeldet. Ich habe auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet, da ich ausschließlich Geschäftskunden betreue. Ergo muss ich die Umsatzsteuer ausweisen. Sowei so gut. Ich habe allerdings gemerkt, dass es sich für mich nicht wirklich lohnt, das ganze neben meinem eigentlichen Beruf weiter zu betreiben. Der Gewinn beläuft sich auf knapp 400 Euro im Jahr. In den letzten Monaten ist mir dann die Idee gekommen, nebenbei auch als Fotograf tätig zu sein. Mein Gewerbe könnte ich ohne weiteres erweitern oder ein weiteres anmelden, das ist mir klar. Aber meine Kunden in diesem Bereich wären überwiegend privat, würden also nichts von der Umsatzsteuer haben. Hier würde ich gerne Gebrauch von der Kleinunternehmerregelung machen. Ich weiß, dass das nicht geht. Eine Person, ein Unternehmer, egal wie viele Gewerbeanmeldungen. Deswegen ist meine Frage:

Wie ist es, wenn ich mein jetziges Gewerbe abmelde und dann irgendwann das neue Gewerbe anmelde? Ich weiß, dass ich auf 5 Kalenderjahre an den Verzicht der Kleinunternehmerregelung gebunden bin, also auf 5 Kalenderjahre hin die USt ausführen muss. Aber gilt das auf die Person (also mich) oder auf das Gewerbe (welches ich ja abmelden würde)? Der Gedanke ist, dass ich dadurch dann in einem neuen Betätigungsfeld die USt nicht ausführen muss.

Ich hoffe, dass ich meinen Gedankengang verständlich dargestellt habe. Die Suche nach dieser Konstellation ergab kein Ergebnis.

Falls das nicht möglich sein sollte, dann würde ich die 5 Jahre abwarten und solange für die Fotografentätigkeit auch USt ausweisen (zu Ungunsten der Kunden). Nach den 5 Jahren kann ich ja dann wechseln und wieder Gebrauch von der Kleinunternehmerregelung amchen, wenn ich das richtig verstanden habe.

Danke schonmal!

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?