Abkömmling nimmt vom hoch verschuldeten Vater zuvor ausgeschlagenes Erbe?

4 Antworten

Du kannst Das Erbe annehmen, allerdings würde ich eine Rechtsberatung hinzuziehen, nicht dass Forderungen aus der Erbschhaft Dein Eigentum gefährden. Diese Möglichkeiten gibt es, mir fällt gerade nur nicht der Fachbegriff dazu ein.

Nein, Du machst Dich nicht strafbar. Lasse Deinen vater ausschlagen, nimm das Kaufangebot der Miterben an und kassiere den Kaufpreis.

Und auch Deinem Vater kann man nicht "an die Kiste fahren" denn bei belasteten Erbschaften, darf ausgeschlagen werden.

https://hartz4widerspruch.de/ratgeber/finanzen/erbschaft/#_Toc512859798

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Naja da bleibt jedenfalls immer noch der fahle Nachgeschmack, dass auf Grund des engen Verwandschaftsverhälnisses zu meinem Vater eine Absprache vermutet werden kann.

Wäre ich der Gläubiger würde ich jedenfalls so oder so ähnlich argumentieren. Und dann wäre es doch aber Vorteilsnahme / Betrug. Oder wird das dabei nicht berücksichtigt?

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@Donnerfee

Ein fahler Nachgeschmack mag bleiben, aber man kann auch nachvollziehen, dass Jemand, der gerade dabei ist seine Finanzen neu zu regeln, sich nicht noch eine neue "Baustelle" zulegen will.

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@wfwbinder

Wen man es nüchtern betrachtet, ist das ja auch nachvollziehbar.

Aber es ist und bleibt eine Entziehung. Und dann stellt sich die Frage ob das Gericht es genauso sieht. Nicht das ich dann ganz alleine dafür den Kopf hinhalte. Ich glaube das wurde mein Vater auch nicht wollen.

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@Donnerfee

Du bist bei der ganzen Sache völlig aus dem Feuer.

Handelnde Person ist Dein Vater. Sollte es ein Problem geben, hätte nur er es.

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@wfwbinder

D.h. Also wenn mein Vater ausgeschlagen hat, dann wird das erbe dem nächsten Erbberechtigten quasi zu geordnet. Als wäre mein Vater bereits verstorben und ich trete an seine Stelle.

Sie haben geschrieben:

Und auch Deinem Vater kann man nicht "an die Kiste fahren" denn bei belasteten Erbschaften, darf ausgeschlagen werden.

Also wenn ich mir die Kopie der Ausschlagung anschaue, dann steht da keine Begründung für die Ausschlagung.

Da steht lediglich:

Ich schlage die mir angefallene Erbschaft aus allen Berufungsgründen aus.

Das ist also der komplette Kernsatz.

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@Donnerfee

Klar, denn in dem Formular geht es ja auch nur darum "Erben ja/nein."

Wenn überhaupt käme es nur zur Sprache, wenn im Insolvenzverfahren danach gefragt werden sollte.

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@wfwbinder

Ahhhh, also die Ausschlagung, warum auch immer bewirkt als wäre sie für meinen Vater gar nicht angefallen und direkt an mich gegangen quasi.

Keine Ahnung ob er sich im Insolvenzverfahren befindet. Ich nehme mal an der ist erst mal dabei seine Akten zu sortieren und wird dann erst das Inso-Verfahren beantragen.

So langsam verstehe ich das Prinzip dahinter.

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@Donnerfee

Sie schrieben:

"Du bist bei der ganzen Sache völlig aus dem Feuer. Handelnde Person ist Dein Vater. Sollte es ein Problem geben, hätte nur er es."

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Wäre mir etwas Vage, eigentlich hab ich einen guten Draht zu meinem Vater. Er war der einzige der immer für mich da war und auch immer noch für mich (alleinerziehend) und mein Kind da ist wenn es brennt. Gerade hier in der Coronazeit und den ständigen Lockdowns.

Wäre echt scheiße wenn ich das Erbe annehme und er geht dafür in den Knast. Dann hätte ich ein Problem, wenn kein Opa mehr greifbar wäre (wegen Arbeit und nur sporadischer Notbetreuung in der Kita).

Zumal er ja auch keine Begründung für seine Ausschlagung angegeben hat. Kann ja alles mögliche sein. Da kommen bestimmt Fragen auf.

Ich denke ich werde es auch für mich und mein Kind ausschlagen.

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@Donnerfee
Wäre echt scheiße wenn ich das Erbe annehme und er geht dafür in den Knast

Wenn es überhaupt zur Kenntnis genommen wird (Chance, bzw. Risiko evtl. 10 %), könnte man ihm das Insolvenzverfahren verweigern.

Aber warte doch erstmal ab und besprich es mit Deinem Vater.

Ihr könntet das Geld aus dem Verkauf ja auch erstmal "bunkern," um es dann ggf. in sVerfahren einzubringen.

Wir haben hier. zu wenig Infomationen (Du vermutlich auch nicht alle).

Wie hoch sind die Gesamtverbindlichkeiten Deines Vaters? wie hoch sind die möglichen Erlöse aus dem Verkauf Deines Anteils?

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@wfwbinder

Stimmt auch wieder, im schreiben stand ja auch nur Vage wie viel es ist. Also es steht noch nicht der komplette Nachlass fest. Es wurde erst ein Erbschein beantragt.

Ich kenn mich ja da nicht so genau aus, was ein Insolvenzverfahren angeht. Dennoch gehe ich mal davon aus, dass die Gläubiger schon über sein ausgeschlagenes Erbe informiert wurden.

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@Donnerfee

Und wie sollten die informiert werden?

Außerdem weißt Du ja wohl noch gar nicht, ob er bisher einen Antrag gestellt hat.

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"Erbe über Vermögen und einen anteil einer Haushälfte geworden bin."

Haushälfte Anteilig?

"das Vermögen die Grundschuld aus dem Erbe überwiegt."

ja das ist eben der Punkt. Du erbst einen Anteil an einem Haus auf dem eine Grundschuld liegt. Was sonst noch so an Schulden vorhanden ist weist Du ja nicht genau.

Du merkst schon, das Deine Betrachtung fehlerhaft ist. Anteil am Haus steht die komplette Grundschuld gegenüber. Der Andere Miteigentümer wird sich freuen.

Bei solchen Dingen läuft man immer Gefahr, das nix übrig bleibt außer Schulden. Aber es gibt ja das Nachlass-Insolvenzverfahren. Da wird alles auf den Nachlass begrenzt. Stellt sich aber die Frage, wer das Insolvenzverfahren bezahlt, wenn nix übrig bleibt. Der Insolvenzverwalter bekommt sein Geld immer.....

Dein Risiko ist also auf die Kosten eines Nachlass-Insolvenzverfahren beschränkt.

  • "Erbe über Vermögen und einen Anteil einer Haushälfte geworden bin."

Ja, 1/5 der Haushälfte eines drei Familienhauses in Zentraler Lage. Die Miterben würden, den Hausanteil abkaufen und somit aus bezahlen.

  • "das Vermögen die Grundschuld aus dem Erbe überwiegt."

Es ist eine kleine Grundschuld (muss wohl ein Restbetrag sein) in Goldmark von vor 1929 eingetragen. Die man aber getrost löschen lassen kann. So schlau bin ich schon mal. So um die 1000 Goldmark sind das.

  • "Dein Risiko ist also auf die Kosten eines Nachlass-Insolvenzverfahren beschränkt".

Die kosten wären also nicht wirklich der wesentliche Punkt da diese ja durch 5 Anteile geteilt werden würden. Eine Nachlassinsolvenz wäre also nicht wirklich erforderlich.

Alles entscheidend ist hier die Frage, würde ich mich strafbar dabei machen, wenn ich das Erbe antrete, was mein überschuldeter Vater ausgeschlagen hat.

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@GrafRotz

Doch ich lese sie, aber ich hab Bammel davor nen Fehler zu machen

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www.frag-einen-anwalt.de/Erbe-waehrend-Insolvenzverfahren-ausschlagen--f308034.html%3famphtml=1

Hier macht sich niemand strafbar. Aber bitte beachte die Hinweise von Hildefeuer!

Danke für deine Antwort. diesen teil habe ich auch schon gelesen. Das mein Vater sich nicht strafbar machen würde wenn er ausschlägt. Was er ja auch getan hat.

Ich meine man kann ja auch durch Ausschlagung eine Erbschaft steuern.

Und da zwischen mir und meinem Vater ein enges Verwandtschaftsverhältnis besteht hängt sein Schuldenberg quasi wie ein Schwert über der Erbschaft. Er schlägt aus, ich nehme an. Einer seiner Gläubiger vermutet vielleicht dahinter eine Absprache. Uns schon geht die ganze Sause los...

Ich weiß nur, dass er Momentan sein leben in Ordnung bring. Ob er sich bereits in einem Insolvenzverfahren befindet, weiß ich nicht. Durch seine Krankheit ist er momentan nur schwer erreichbar.

Und ich will einfach nicht, dass einer von uns beiden schaden dabei nimmt.

Wenn er jetzt z.B. Insolvenzantrag stellt und ihm die Restschuld Befreiung auf Grund eines Gläubigerwiederspruchs versagt wird oder gar der Antrag komplett abgelehnt wird.

Oder durch den Grad der Verwanschaft (Vater/Tochter) durch die Ausschlagung eine Absprache, welche einem Betrug gleich käme, vermutet wird. Das wäre hierbei nämlich der erheblich fahle Nachgeschmack.

Da ich nur sechs Wochen zu Ausschlagung habe und dabei viele Fehler könnte möchte ich sicher gehen. Ob ich die Finger davon lassen sollte. Was ich dann auch wohl tun werde, wenn es darauf keine eindeutige Antwort gibt.

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@Donnerfee

"Oder durch den Grad der Verwanschaft (Vater/Tochter) durch die Ausschlagung eine Absprache, welche einem Betrug gleich käme, vermutet wird. Das wäre hierbei nämlich der erheblich fahle Nachgeschmack."

  • Wenn ich gläubiger wäre, würde ich jedenfalls so argumentieren
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@Donnerfee

Nein Du verstehst das Nachlass-Insolvenzverfahrens nicht. Aber Du kannst das unter Wikipedia Nachlesen. Beim Nachlass-Insolvenzverfahren ist die Haftung auf den Nachlass beschränkt. Nix Restschuldbefreiung. Das ist so ähnlich wie bei Firmen. Da ist die Haftung auch beschränkt.

Welche Ausbildung hast Du eigentlich?

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@hildefeuer

Den Sinn und Zweck des Nachlassinsolvenzgerichts habe ich schon verstanden. Dass alles vermögen mit den erworbenen Erbe verrechnet wird und man selbst nur bis zu einer Höhe von 700 Euro haftet. Und dann ist das alles erledigt.

Aber darum ging es ja gar nicht.

Das Erbe hat ein positives Volumen und ist ja somit nicht Überschuldet.

Der Überschuldete ist mein Vater der das Erbe ausgeschlagen hat. Er darf ja ausschlagen. Und ich bin jetzt als Abkömmling an seine Stelle als Erbe gerutscht durch die Ausschlagung.

Die Frage um die es mir ging habe ich aber mit wfwbinder (weiter oben) schon diskutiert.

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