Abgeltungssteuer und Rechenweise der Bank bei Transaktionen

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Gehen wir mal davon aus, daß Dir nicht bewußt ist, daß Du drei "Pötte" hast:

  • Verlusttopf allgemein
  • Verlusttopf Aktien
  • Quellensteuertopf

Nehmen wir mal an, daß Du nicht mit Aktien handelst, sondern nur mit anderen Wertpapieren, deren Verlustbeträge alle in den allgemeinen Verlusttopf wandern.

Nehmen wir weiter an, der allgemeine Verlusttopf ist zu Jahresbeginn Null. Der Quellensteuertopf ist ohnehin zu Beginn eines Veranlagungszeitraums immer Null.

Nehmen wir außerdem an, daß kein Freistellungsauftrag besteht und keine NV-Bescheinigung vorliegt.

  • Werden nun Transaktionen durchgeführt, die 5.000 EUR Gewinn liefern, so sind diese 5.000 EUR zu versteuern. Das macht (SolZ und Kirchensteuer vergesse ich mal) 25% auf 5.000 EUR, also 1.250 EUR Steuern. Ausgezahlt werden somit von diesem Gewinn 3.750 EUR.

  • Fällt zum Jahresende noch ein Verlust von 2.000 EUR an, so kann die Bank das intern verrechnen (ist im EStG so geregelt). Es wären also nur 5.000 EUR - 2.000 EUR = 3.000 EUR zu versteuern gewesen. Die zuviel gezahlte Steuer wird erstattet: 750 EUR.

  • Je nach Bank erfolgt diese Steuerverprobung kurzfristig nach der Transaktion, monatlich, quartalsweise oder zum Jahresende.

  • Die Verlusttöpfe sind am Jahresende dann weiterhin Null, da ja alle Verluste verrechnet wurden.

Alles klar? :-)

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Die zuviel gezahlte Steuer wird erstattet: 750 EUR.

Ist natürlich mißverständlich. Korrekter sollte ich sagen: die zu zahlende Steuer beträgt jetzt nur noch 25% von 3.000 EUR, d.h. 750 EUR. Erstattet werden also 500 EUR.

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@gandalf94305

mit dem Zusatz ist es jetzt klar.

Das mit den 3 Töpfen wusste ich nicht.

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Wenn du 5.000 Euro (ob in einer Summe oder Teilbeträgen) als Gewinn realisiert hast zahlst Du (bei jedem Verkauf anteilmäßig)

25 % Abgeltungssteuer = 1.250 Euro (werden direkt von der Bank einbehalten)

5,5 % Soli = 68,75 Euro (und an das Finanzamt abgeführt)

ggfl. Kirchensteuer.

Verlustgeschäfte werden mit der während des Kalenderjahres gezahlten Abgeltungssteuer und Soli zurückgerechnet, bekommst du also wieder erstattet. d. h. im Beispiel oben:

Du machst 2.000 Euro Verlust

25 % Abgeltungssteuer = - 500 Euro (also Gutschrift dirket aufs Konto)

5,5 % Soli = - 27,50 Euro (also Gutschrift direkt aufs Konto)

ggfl. Kirchensteuer

realisierst du ab dem 2. Januar ein Verlust bildest du einen Verlusttopf. Dieser Verlusttopf wird gegen zukünftige Gewinne verrechnet und verfällt (nach aktuellen Gesetzen) NIE, es sei denn du lässt in dir von der Bank bestätigen, um ihn mit Gewinnen auf Geschäften bei einer anderen Bank zu verrechnen (innerhalb der Einkommensteuererklärung)

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verstanden. Damit bekomme ich das zuviel Gezahlte mit der Order verrechnet und gezahlt. Das klingt plausibel.

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Angeblicher Verlust der Anschaffungsdaten von Wertpapieren - deshalb Pauschalbesteuerung

Bis 2008 hatte ich bei zwei Banken Wertpapiere hinterlegt. Im Zuge der Werbekampagne vor Beginn der Abgeltungssteuer überredete mich ein Bankberater, die Depots zusammenzulegen, Gewinne könnten dann leichter mit Verlusten verrechnet werden. Kein Hinweis über eventuelle steuerliche Risiken! 2009 hatte ich im Verrechnungstopf einen Verlust in Höhe von 1400 EUR, den ich durch einen Gewinn demnächst auszugleichen hoffte. Jetzt der Schock: Eine Anleihe, die ich 2004 zum Nennbetrag von 3000 EUR bei der anderen Bank erworben hatte, wurde fällig und zu 100% zurückgezahlt (ich bekam also meine 3000 EUR wieder); Zinsen waren jährlich berechnet worden. Diese 3000 EUR wurden aber als Veräußerungserlös deklariert (weil der neuen Bank keine Anschaffungsdaten vorlagen) und mit 30% Pauschalbesteuerung belegt. Dadurch wurden im Verlusttopf fiktiv 900 EUR Gewinn verbucht, so dass ich meinen Fond nicht abstoßen kann, ohne Abgeltungssteuer zu zahlen. Recherchen ergaben, dass erst ab 01.01.2009 die Banken gesetzlich verpflichtet waren, bei Depotüberträgen die Anschaffungsdaten der Wertpapiere zu übermitteln - die Daten gelten also als faktisch verlorengegangen, obwohl ich die originalen Kaufbelege besitze! Nachträglicher Eintrag wäre nicht möglich. Was kann ich tun? Fond einlösen, Abgeltungssteuer zahlen und dann 2012 vom Finanzamt zurückholen? Mit Kaufbelegen beweisen, dass gar kein Gewinn da?

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