Abfindungszahlung - steuerliche Auswirkung?

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6 Antworten

In den meisten Fällen erfolgt die Versteuerung nach der sog. Fünftelregelung, vgl. Link. Es gilt dann eine "abgemilderte" Besteuerung nach dem Zuflussprinzip.

Wenn die Kündigungsfristen des Arbeitsvertrages korrekt eingehalten wurden, dann kann auch ALG 1 ohne Sperrzeit bezogen werden. ALG ist eine EK-Ersatzleistung, die dem sog. Progressionsvorbehalt unterliegt. D.h., das eigentliche Einkommen (Abfindung) wird ggf. höher besteuert.

Grundsätzlich kann man eine Abfindung auch auf mehrere Jahre verteilen, die meisten Arbeitgeber schätzen diese Variante aber nicht, weil der Headcount möglichst rasch aus den Büchern soll. Ist aber natürlich Verhandlungssache.

http://www.finanzfrage.net/tipp/wie-optimiere-ich-die-nettoquote-meiner-abfindung

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PeterRanning 05.05.2013, 08:55

Grundsätzlich eine gute Antwort, aber leider nur fast richtig!

Denn eine Sperrzeit verhindert man durch Einhaltung der Kündigungsfristen keineswegs. Eine Sperrzeit wird verhängt, wenn man am Verlust des Arbeitsplatzes selber beteiligt war (entweder durch Kündigung oder auch durch Aufhebungsvertrag).

Was man aber verhindern kann durch die Einhaltung der Kündigungsfristen ist eine Ruhezeit. Auch in der Ruhezeit erhält man kein ALG1. Im Unterschied zur Sperrfrist verschiebt die Ruhezeit den Anspruch aber nur. Bei der Sperrfrist verfällt er.

Wie dem auch sei, richtig ist: Kündigungsfrist sollte beachtet werden.

Gruß, Der Privatier (s. auch mein Profil / Blog)

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GAFIB 05.05.2013, 10:17
@PeterRanning

Eine Sperrzeit ist nicht zwingend die Folge eines Aufhebungsvertrages mit Einhaltung der Kündigungsfrist, das hängt auch von der Gestaltung des Vertrages ab, siehe im Link unten.

Mitunter ist sogar die Frage wichtiger, ob es steuerlich Sinn macht, das ALG erst verzögert zu beantragen, um damit keine höhere Steuerprogression auszulösen. Zu den diesbezüglichen Fristen siehe SGB III, § 147

http://www.finanztip.de/recht/arbeitsrecht/aufhever0104.htm

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Steuerlich kann man das über die sogenannte Fünftel Regelung steuern. Sozialrechtlich werden Beträge bis zu den Beitragsbemessungsgrenzen fällig, darüber hinaus liegende Beiträge sind SV frei.

Hier die Beitragsbemessungsgrenzen 2013: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2012/10/2012-10-10-neue-beitragsbemessungsgrenzen.html

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Fragfreund 04.05.2013, 18:56

Falsch. Abfindungen sind grundsätzlich sozialversicherungsfrei. Wenige Ausnahmen regelt das Gesetz.

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hier greift (mglw.) die sog. Fünftelregelung http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnftelregelung

Rechner dazu findet man im Internet. Durch diese Regelung erfolgt eine "virtuelle Verteilung" der Zahlung auf mehrere Steuerjahre. Die Steuerpflicht regelt der Arbeitgeber, wobei es bei der Steuererklärung zu Korrekturen kommen kann.

Es gilt nicht per se das Zuflussprinzip, denn rechnet der Arbeitgeber die Abfindung im Dezember ab, so kann dennoch eine Zahlung erst im Januar erfolgen.

Alg1? Diese Zahlung hat keine Auswirkung auf Alg1.

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FREDL2 04.05.2013, 18:20

@obelix: neinneinnein. Die Fünftelregel gibts nur, wenn die Abfindung höher ist, als es das voraussichtliche Jahreseinkommen gewesen wäre.

Ich hab das schon so oft gepredigt. Bitte glaubt es endlich.

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LittleArrow 04.05.2013, 18:52
@FREDL2

So ist es und noch viel komplizierter, aber obelix schrieb auch "mglw."! Daher habe ich mich bei dieser Komplexität auf den einen Link beschränkt;-)

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PeterRanning 05.05.2013, 09:06
@FREDL2

Naja... obelix hat ja schon geschrieben, dass es die Fünftelregel "möglicherweise" (mglw.) gibt ! Und das ist durchaus richtig.

Richtig ist aber auch, dass dafür noch ein paar Voraussetzungen zu erfüllen sind. Unter anderem die "Zusammenballung" der Einkünfte. Aber dazu muss die Abfindung auch nicht wirklich höher sein, als das Jahreseinkommen.

Es reicht, wenn durch die Zahlung der Abfindung das voraussichtliche Jahreseinkommen überschritten wird. Das ist ein Unterschied !

Beispiel: Jahreseinkommen 50 T€, Abfindung 10T€ (Zahlung im Dez. mit letztem Gehalt) => Gesamtes EK: 60T€ , daher: Zusammenballung und Fünftelregel.

Gruß, Der Privatier

(mehr Hinweise über mein Profil/Blog)

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Ganz schlaue beschubsen das Finanzamt nach Strich und Faden, indem sie mit der Firma vereinbaren, die Zahlung in dem Jahr zu erhalten, indem sie zum Beispiel überhaupt kein Einkommen haben. Bei einem "einkommenslosen" Jahr wird dann nur ein Fünftel der Abfindung als einziges Einkommen versteuert und das Ergebnis mal 5 genommen. Warum sich allerdings das Finazamt dieses bieten lässt, ist mir ein Rätsel.

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GAFIB 04.05.2013, 23:34

Wieso "beschubsen"? - das verstehe ich nicht. Es ist völlig in Ordnung, die Abfindung in ein Jahr mit geringerem Einkommen zu legen. Gerade bei Älteren ist die Abfindung häufig als Brücke zur Rente oder als Übergang in eine Selbständigkeit wichtig und notwendig - ein optimiertes "Netto" ist da schlicht vernünftig.

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PeterRanning 05.05.2013, 09:19
@GAFIB

Völlig korrekt !

Hier geht es nicht um "beschubsen". Es gibt Regeln und Gesetze. Und es handelt sich um einen ganz normalen Vorgang, wenn die Abfindung in das u.U. einkommenlose Folgejahr verschoben wird.

Und es kann sich durchaus lohnen. Auch das ist richtig. Ich selber habe es auch genau so gemacht und darüberhinaus noch weitere Optimierungen genutzt.

Gruß, Der Privater (mehr Hinweise über mein Profil/Blog)

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