Abfindungshöhe?

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5 Antworten

Nach dieser kurzen Betriebszugehörigkeit kann es keine akzeptable Abfindung geben. Daher würde ich mir kündigen lassen, um so zumindest die Sperrzeit bei der Agentur für Arbeit zu umgehen. Des weiteren würde ich mich sofort an einen Headhunter wenden, um einen adäquaten neuen Arbeitsplatz zu finden. Mangels weiterer Informationen über Berufserfahrung, bisherige Funktionen bei der Anstellung kann man wenig anraten. Daß hier einiges nicht zusammenpaßt hat ja auch Rat2010 festgestellt.

Nach nur einem halben Jahr Tätigkeit, gibt es keinen Anspruch auf eine Abfindung. Der Arbeitgeber kann ganz normal zum nächsten Zeitpunkt, vermutlich 31. 03., spätestens 30. 06. kündigen.

Also zwei Möglichkeiten, Ihr macht einen Aufhebungsvertrag und vereinbart die Zahlung der Vergütung, die bis zum Ende der Kündigungsfrist zu zahlen wäre.

Vorteil für Dich, dass Du vor Ablauf der Kündigungsfrist etwas anderes findest und gleich anfangen kannst.

Alternativ, die kündigen Dir und lassen Dich weiter arbeiten an einer Stelle, die Dir nicht gefällt, wobei Du auch die Überstunden abfeiern kannst.

Wie begründet der Arbeitgeber diese Kündigung? Es gibt keine Gründe gegen meine Person und aufgrund des Eigentümerwechsels habe ich eine Schutzzeit von 1Jahr. Durch die Aufhebung trage ich das Risiko eine neue Stelle (aktuell wie geschrieben schwieriger Markt) zu finden, zudem gibt es kein Arbeitslosengeld, sollte ich nicht innerhalb von 2,3 Monaten fündig werden.

Sollte es keine Einigung geben würde ich normal weiterarbeiten (Dienst nach Vorschrift) und mein normales, volles Gehalt beziehen bis ich selbst etwas neues finden würde (Berücksichtigung der Überstunden, Urlaubstage). Das wäre für mich die sicherer Variante.

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@thoho

Zu diesem Sachverhalt:

Wie begründet der Arbeitgeber diese Kündigung? 

Kann ich nur die Worte eines alten Freundes und Mandanten nennen.

Wenn ich Jemanden los werden will rufe ich den rein. Sage ihm, das ich ihn nicht mehr sehen will und mache ihm den Vorschlag: "Wenn sie vor das Arbeitsgericht gehen, bekommen Sie 3 Monatsgehälter Abfindung zugesprochen. Daher über weise ich heute noch die 3 Monatsgehälter und sie gehen jetzt nach Hause und gehen nicht gegen die Kündigung vor.

Seine Exmitarbeiter haben immer ALG I bekommen und beide Seiten haben Nerven und Anwaltskosten gespart.

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@thoho

wenn du eine Schutzzeit von 1 Jahr hast würde ich auf eine lange bezahlte Freistellung drängen damit du nicht den Druck hast zu suchen.  Usus ist dann das wenn du vorzeitig einen Job hast die bezahlte Freistellung sofort zu zahlen ist. Ob das ein Mittelständler mitmacht ist die Frage. Er will aber was von Dir und nicht umgekehrt... 

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Mit den üblichen Regeln - und die kennt der Arbeitgeber - von einem oder einem halben Monatsgehalt je jahr der Betriebszugehörigkeit kommst du da nicht hin.

Grund für die Beendigung ist ja vermutlich (von mir auf andere geschlossen), dass du in wenigen Monaten 100 Überstunden angehäuft hast. Wurde dazu im Anstellungsvertrag etwas vereinbart? Da passt was ganz gewaltig nicht!

Üblich ist in solchen Fällen (also wenn die Regeln nicht greifen), dich sofort freizustellen und das Gehalt in der Kündigungszeit - im Zweifel drei Monate - weiter zu bezahlen. Die Überstunden sind damit abgegolten (sofern nichts anderes vereinbart wurde). "Abfindung" ist also, dass du drei Monate ohne Arbeiten zu müssen dein Gehalt bekommst. Dann hast du auch Zeit zum Bewerben und keine Probleme mit dem Arbeitsamt, wenn du bis April keinen neuen Job gefunden hast.

Das aber nur von ähnlichen Fällen geschrieben. Vielleicht kennt ja irgendwer ein anders lautendes Urteil.

@Rat2010

Danke für den Kommentar.

Grund für die Beendigung ist der Eigentümerwechsel (bisherige GF hat verkauft) und unterschiedliche Zielvorstellungen für die Zukunft. Kündigungsfrist ist die gesetzliche (4 Wochen). Von meiner Seite aus würde ich zunächst nicht kündigen, da der AG dies über einen Aufhebungsvertrag lösen möchte aufgrund von fehlenden Kündigungsgründen gegen meine Person, möchte ich natürlich eine entsprechende Abfindung verhandeln. Die Überstunden sind laut Vertrag mit dem Gehalt abgegolten, aufgrund der Höhe möchte ich dies jedoch rechtlich ggf. püfen und in die Abfindung miteinfließen lassen.

Mein Vorschlag an das Unternehmen (ohne die Gegenseite zu kennen) wäre:

Abfindung: vier Monatsgehälter + Auszahlung Überstunden/Resturlaub = ca. 25TEU

Freistellung: ab 15.02. / Vertragsende zum 31.03.2018 (Zeitraum bis hierhin = sog. "Freimonat")

Ist das realistisch oder zu hoch/niedrig angesetzt bei meiner kurzen Unternehmenszugehörigkeit und Kündigungsfrist? Da kein Kündigungsgrund besteht, trage ich das Risiko so schnell wie möglich in Zukunft eine vergleichbare Tätigkeit zu finden, dies würde ich ebenfalls gerne in der Abfindung berücksichtigt wissen.

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@thoho

Die Vorstellungen über die Abfindungshöhe sind viel zu hoch. Bezüglich der vielen Überstunden wird man Ihnen schnell vorhalten nicht effektiv gearbeitet zu haben. Möglichereise kommt man auch mit dem Gesetz über die tägliche Arbeitszeit in Konflikt.

Zumindest einen Kündigungsgrund haben Sie selbst genannt, nämlich dass Sie sich nicht den neuen Unternehmenszielen unterordnen wollen.

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@thoho

Wesentliches Problem scheint mir, dass die wegen der Schutzzeit (wenn du bei der kurzen Betriebszugehörigkeit wirklich darunter fällst) doch etwas mehr kalkuliert haben könnten.

Es geht zu wie am Bazar. Wenn man kein absurdes Angebot macht (das den Gegenüber zum gehen bewegen kann), verliert der, der zuerst etwas sagt. Wenn dein Gegenüber diese Regel kennt und dich (als Vorgesetzter) auffordert, bis ... ein Angebot vorzulegen, würde ich auf ein Angebot warten, das dann auch durchaus höher als dein Vorschlag liegen kann.

Wenn du aber einen Vorschlag machen musst, würde ich auf wenigstens sechs Monatsgehälter bei sofortiger Freistellung gehen. Je nach Laune auch neun (selbst schuld, wenn sie dich zu einem Angebot nötigen). Absurd aber so läuft das nunmal. Pipifax wie Urlaub oder Überstunden werden durch die sofortige Freistellung abgegolten.

Wenn dann in etwa das von dir Vorgeschlagene rauskommt, hast du alles richtig gemacht.

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Abfindungen sind meist Verhandlungssache - einen fixen Rechtsanspruch wie beispielsweise in einigen Nachbarländern gibt es in Deutschland nur in wenigen Fällen.

Wenn man die Regeln im Abfindungspoker - siehe z. B. https://www.abfindunginfo.de/abfindung-berechnen-kennen-sie-den-abfindungspoker - kennt, kann man auch nach wenigen Beschäftigungsmonaten schon eine erkleckliche Abfindung aushandeln.

@ALLE: Vielen Dank für die Kommentare und Hilfestellungen. Ich werde zunächst die Gegenseite ein Angebot machen und dieses dann entsprechend rechtlich prüfen lassen und meinen Gegenforderung dazu formulieren. Solltet Ihr noch weitere Tipps bzw. Erfahrungen haben, bin ich weiterhin dankbar dafür.

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Als "kaufmännischer Leiter" eines Unternehmens, sollte man wissen, wie man sowas aushandelt. Einen gesetzlichen Anspruch hast Du nicht. Oder steht darüber irgendwas in Deinem Anstellungsvertrag?

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