Abfindung Steuerfrei bei Umzug ins Ausland trotz neuer §50 Abs.12 ESTG?

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1 Antwort

Grundsätzlich regeln auch die meisten DBA, dass derartige Abfindungen im ehemaligen Tätigkeitsstaat zu versteuern sind (Ausnahmen z.B. Schweiz, Belgien, GB, Österreich, Niederlande und natürlich Luxemburg).

Es ist fraglich, d.h. insbesondere noch nicht höchstrichterlich geklärt, ob die gesetzliche Fiktion des § 52d Abs. 12 EStG bestehende DBA-Regelungen und Konsultationsvereinbarungen mit entsprechenden Ländern "durchbricht".

Im Folgenden wird vorgeschlagen, sich z.B. auf den Vertrauensschutz zu berufen, wenn der Aufhebungsvertrag vor dem 20.12.2016 vereinbart wurde und eventuell Einspruch gegen den Steuerbescheid unter Hinweis auf die unklare Rechtslage eingelegt werden.

Siehe:
https://www.ahs-kanzlei.de/2017/02/%C2%A7-50d-abs-12-estg-abfindung/

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Ernsterwin 20.04.2017, 12:59

Ich stimme dem Beitrag von Valeskix zu und ergänze nur noch: Sollte sich aufgrund des Steuerbescheids eine Nachzahlung ergeben, nicht nur Einspruch einlegen, sondern auch Aussetzung der Vollziehung beantragen.

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Thomas0815 23.04.2017, 23:49

Ich bin nicht sicher aber die meisten DBA regeln das eben nicht explizit
(mit Ausnahme der ganannten), sondern es gilt eigentlich pauschal die
Wohnsitzklausel. Deswegen war ja in der Vergangenheit die Abfindung
steuerfrei bei Umzug (z.B. Dubai, da dort keine Steuern zu zahlen sind).
Ich habe aber leider noch kein DBA gefunden, das explizit das Wort
Abfindung erhält und diese dem Wohnsitzstaat zuweißt. Die Frage ging
auch eher in die Richtung ob es noch andere Möglichkeiten (wie
ungewöhnlich auch immer) gebe könnte, außer einem Umzug, um die
Abfindung steuerfrei zu stellen. z.B. die Abfindung auf mehrere Jahre
strecken um einen deutlichen niedrigen Steuersatz zu erhalten, da die
Fünftelregelung bei hohen Abfindungen ins leere läuft oder die
Versorgungscharaktermethode Was für Ideen wären noch denkbar?

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Valeskix 24.04.2017, 08:56
@Thomas0815

Spätestens mit § 50d Abs. 9 S. 1 Nr. 1 EStG würde eine im Ausland steuerfrei gestellte Abfindung der deutschen Steuer unterworfen.

Weitere Möglichkeiten wären z.B. die begünstigte Einzahlung in Altersvorsorgeverträge (Direktversicherung, Rürup) etc. Ein Teil des Geldes wäre dadurch aber gebunden, hätte jedoch auch einen zukünftigen Spareffekt.

Falls das Unternehmen mitspielt, könnte man die Abfindung als Schmerzensgeld behandeln, welche steuerfrei wäre. Da kommt's mir aber hoch.

Ansonsten lohnt sich ja der Besuch bei KPMG, PWC u.ä. Da gibt's spezielle Steuervermeidungs-Abteilungen, wenn nach den Gebühren noch etwas von der Abfindung übrig bleibt.

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Thomas0815 25.04.2017, 23:12
@Valeskix

Schmerzensgeld ist eine Super Idee, aber genau darum ging es inn dem Post - einfach mal Möglichkeiten zu eruieren.

Was wäre wenn man den Wohnsitz verlegt und sich dann die Abfindung vom deutschen AG über mehrere Monate als Gehalt auszahlen lässt. Gehalt ist nach nahezu allen DBA in Deutschland von der Steuer freigestellt und würde im Ansässigkeitsland versteuert werden (in Dubai z.B könnte das dann 0 heißen). Nach Auszahlung kündigt man dann selbst bzw. man kündigt bereits bei der Unterzeichnung damit der AG auf der sicheren Seite ist.
Dann gibt es offiziell überhaupt keine Abfindung.

Der AG muss halt mitmachen. Aber rechtlich sehe ich hier keine Probleme bei AG.

Nachteil ist das auf das Gehalt Sozalversicherung anfällt, aber das ist wohl zu vernachlässigen da gedeckelt bei der Beitragsmessungsgrenze.

Sonst noch Ideen?

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