Abfindung oder kündigen?

1 Antwort

Sich vom AG kündigen zu lassen, bedarf es einiges an Verhandlungsgeschick, denn der AG setzt sich dadurch der potentiellen Gefahr eines Verfahren vor dem Arbeitsgericht aus, dass Du anzetteln könntest. Das ließe sich mit einer unterschriebenen Schweigepflichtsauflage unterbinden, die sich der AG wiederum mit einer Abfindung bei Dir erkauft.

Die nächste Variante ist der im gemeinsamen Einverständnis verfasste Aufhebungsvertrag mit und ohne Abfindung. Dieser führt wie die Eigenkündigung zu einer 12-wöchigen Sperre über ALG 1 bei der AfA Agentur für Arbeit.

Wie Abfindungen i. d. R. berechnet werden, findest Du vielfach im Internet. Eine Abfindung wird immer mit dem ALG1 verrechnet bzw. führt dazu, das ALG1 gar nicht erst überwiesen wird.

Das Problem ist die Krankheit bei Arbeitslosigkeit. Du wirst dann bei GKV und AfA von Potentius zu Pilatus geschickt. Das Problem aktuell: Du drückst Dich vor der Arbeit und diesem Betrieb, das muss man immer bei langen Krankheiten miteinkalkulieren. Und das tue ich hier bewusst, denn auch Du weisst sicherlich das KG i. H. v. 70% des Gehaltes besser zu schätzen, als die 60% ALG 1 von der AfA (Single-Variante), das machen viele Menschen so.

Wenn Dir noch nicht per BEM Betrieblichen Wiedereingliederungsmanagement das Hamburger Modell vorgeschlagen wurde (und zwar auf freiwilliger Basis) ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der AG oder die GKV/Arzt damit um die Ecke kommt. Solltest Du das Hamburger Modell ablehnen, weil Du dich einfach nur vor der Arbeit drückst, dann macht die GKV richtig Theater und kann Dich per SGB rasch aussteuern. Dann hast Du kein KG mehr, kein Gehalt und kein ALG1. Dann wärst Du ein Sozialfall (ALG2).

Daher: treffe eine Entscheidung und zieh die endlich durch. Man kann nach 20 Jahren verdienstvoller Arbeit bestimmt immer mit dem AG verhandeln, aber man stiehlt sich nicht wie ein Lump aus dem Betrieb heraus, sondern erhobenen Hauptes, das ist ja das was Du willst. Die Variante Aufhebungsvertrag mit Abfindung ist hier die Win-Win-Option.

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@Maerz2019

Lieben Dank!!! Doch BEM kam sogar schon nach einem Monat, da hat ich aber keinen Kopf für und wusste selber nicht wie es mit mir weiter geht, daher hatte ich damals abgelehnt, was der Arbeitgeber aber verstehen konnte. Sozialfall wäre ich nicht, da ich noch mein Gewerbe habe was ich nebenbei betrieben habe und was ich nach meiner Erkrankung wieder angehen möchte.

Ja die Variante Aufhebungsvertrag mit Abfindung wäre das beste, nur wie soll man sowas mit dem AG besprechen. Klar danach würde ich die 3 monatige Sperre kriegen, aber wäre ja nicht schlimm da ich ja dann Einnahmen vom Gewerbe habe (falls es läuft natürlich).

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