Abfindung in Teilen auszahlen lassen: wie funktioniert das genau?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wie wfwbinder schon geschrieben hat, müsste die Auszahlung der Abfindung in Jahresraten in jedem dieser Jahre wie normales Einkommen versteuert werden. Die Fünftelregelung würde nicht angewendet werden können. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Denn auf der Basis der angegebenen Jahresbruttobeträge würde die Steuerersparnis nur knapp 700 Euro bei Zusammenveranlagung ausmachen.

Man sollte aber die Risiken auf beiden Seiten nicht unterschätzen: Todesfall, Insolvenz des Arbeitgebers, höheres steuerpflichtiges Einkommen in den Folgejahren ... eine seriöse Kalkulation für einen solchen Zeitraum ist schwer möglich.

Wenn derjenige, der nur 20k Jahresbrutto hat, zugleich die Abfindung bekommt, kann eine Einzelveranlagung günstiger sein als die Zusammenveranlagung. In einem Video habe ich das für Abfindungsinteressenten einmal dargestellt (http://www.abfindunginfo.de/abfindungsrechner-2016-abfindung-berechnen-mit-fuenftelregelung.html).

Nur unter Berücksichtigung der angegebenen Jahresbruttobeträge würde das in dem Fall eine Steuerersparnis von ca. 1.500 Euro ausmachen.

>Einfach mal in einem Brutto-Netto-Rechner  bei 6.250,- Steuerklasse 1 und 3 >vergleichen.

Das bringt in dem Fall nichts. Die Kombination StKl 1 + 3 zu vergleichen ohne gleichzeitig den Gegenpol zur StKl 3 = StKl 5 zu berücksichtigen, ist Augenauswischerei.  Zudem werden die Steuerklassen nur beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Bei der abschließenden Einkommensteuerberechnung gibt es keine Steuererklassen. Da wird dann nur noch verglichen: Wieviel Lohnsteuer wurde schon gezahlt, wieviel Einkommensteuer ist festzusetzten, gibt es einen Überschuss oder eine Nachzahlung.

Der Lohnsteurabzug kann bestenfalls zu einer Steuerstundung führen. 

wenn man das in 5 Jahren auszahlen lässt, ist der Arbeitgeber verpflichtet in jedem Dieser Jahre ganz normal abzurechnen.

Den gleichen Effekt erzielt man mit der Besteuerung nach der "Fünftelregelung" nur mit dem Unterschied, man hat das Geld gleich.

Hallo wfwbinder, vielen Dank für deine schnelle Antwort. Vielleicht habe ich einen denkfehler. Aber wenn ich zB in diesen 5 Jahren auch mal Arbeitslos bin bzw. auscheide und weniger als die 20k jahresbrutto verdiene müsste doch dann ein splitten vom Vorteil sein ? Ich könnte ja auch immer abprüfen ob einzel oder zusammenveranlagung günstiger ist ? Bei der 1/5 Rgeleung wird ja das Jahr zu Grunde gelegt vor vereinnahmt wird ?

Oder habe ich da einen Denkfehler

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@HilfeHilfe

Die Überlegung ist natürlich richtig, dass wenn die Summe in einem Jahr zufließt, wo man weniger Einkommen hat, auch weniger an Steuer rauskommt.

Aber in dem Jahr käme ja dann vermutlich auch ALG I, was dem Progressionsvorbehalt unterliegt.

Die Frage Einzel- oder Zusammenveranlagung wird sich unter normalen Umständen bei dieser Konstellation kaum stellen, denn bei 75.000,- auf der einen Seite, wäre eine Einzelveranlagung finanzieller Selbstmord. Einfach mal in einem Brutto-Netto-Rechner  bei 6.250,- Steuerklasse 1 und 3 vergleichen.

Bei meinem Rat ist auch zu berücksichtigen, dass man nie weiss, wie in drei Jahren die Steuergesetze sind. Wir bekommen jedes Jahr ein "Jahressteuergesetz," was dann mal so locker 5-10 Steuergesetze ändert. Deshalb bleibt man im Steuerberatungsbereich auch geistig fit.

Und dazu, "was ich hab, das habe ich."

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