Abbezahlen Annuitätendarlehen vor Zinsbindungsfrist

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meine Bank schreibt mir auf Anfrage, dass ich mein Darlehen (mit einer Ausnahme, die für mich nicht zutrifft) nicht vor Ende der Zinsbindungsfrist kündigen kann. Die Frist ist auf 15 Jahre festgelegt.

Hier irrt die Bank (möglicherweise). Sie sollte die gesetzlichen Bestimmungen besser kennen als ihr Kunde und daher keine falsche Auskunft geben. Meine Einschränkung "möglicherweise" deshalb, weil es den Fall gibt, dass das Darlehn über einen mehrjährigen Zeitraum (z. B. 4-5 Jahre) nach Baufortschritt ausgezahlt wurde und/oder nicht vollständig ausgezahlt wurde.

Die Frist ist auf 15 Jahre festgelegt. Ich tilge derzeit mit dem Maximalanteil von 10%/Jahr und wäre Ende kommenden Jahres auf 0.

Das wirft Fragen auf:

  1. Wann erfolgte die letzte Kreditauszahlung (Datum)?

  2. Wurde das vereinbarte Darlehen vollständig ausgezahlt?

  3. Ab wann (Datum) galt die Zinsbindungsfrist?

  4. Ist der Maximalanteil von 10 %/Jahr vertraglich festgelegt?

  5. Auf welchen Wert beziehen sich die 10 %?

Nach 10 Jahren kann ich meines Wissens gesetzlich vorzeitig den Vertrag kündigen, egal was für eine Frist in meinem Vertrag steht.

Hierzu ist der genaue Text des § 489 Abs. 1 Ziff. 2 BGB lesenswert:

""§ 489 Ordentliches Kündigungsrecht des Darlehensnehmers (1) Der Darlehensnehmer kann einen Darlehensvertrag mit gebundenem Sollzinssatz ganz oder teilweise kündigen, 1. .... 2. in jedem Fall nach Ablauf von zehn Jahren nach dem vollständigen Empfang unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten; wird nach dem Empfang des Darlehens eine neue Vereinbarung über die Zeit der Rückzahlung oder den Sollzinssatz getroffen, so tritt der Zeitpunkt dieser Vereinbarung an die Stelle des Zeitpunkts des Empfangs.*"

Mit der Ziffer 2. werden die obigen Rückfragen 1 - 3 verständlich. Ich kann Dir nicht sagen, ob und wann Deine 10 Jahre begonnen haben, aber jedenfalls nicht mit dem Vertragsdatum!

Und klar ist dann auch, per wann die evtl. zulässige Kündigung wirksam werden kann.

*Ich tilge derzeit mit dem Maximalanteil von 10%/Jahr und wäre Ende kommenden Jahres auf 0. *

Wenn vertraglich eine jährliche Sondertilgung von max. 10 % der Darlehnssumme möglich ist und diese Variante regelmäßig ausgenutzt wird, dann kann der Kreditsaldo unter Berücksichtigung der anfänglichen Tilgungsquote von mind. 1 % p.a. in weniger als 10 Jahren zurückgeführt werden. Eine Darlehnskündigung ist dann nicht erforderlich, weil der Kreditsaldo Null ist.

Die letzte jährliche Sondertilgung ist der dann ausstehende Kreditsaldo, aber wegen der zwischenzeitlich erfolgten monatlichen Tilgungsanteilen idR ein Wert von unter 10 %.

Besten Dank für die ausführliche Antwort! ich tilge seit 2007. Zinsbindung ist bis 2022. Sonderzahlung ist 1 x jährlich möglich in Höhe von 5% der Darlehenssumme. Flexible Raten möglich zwischen 1% und 10% des Darlehensbetrags jährlich. M.E. hat mir meine Bank "eine falsche Antwort auf meine Frage gegeben.

Mein Verständnis ist nun: Ich tilge weiterhin zu den mir gestatteten Maimal-Konditionen und bin daher in 2015 auf 0. Eine vorzeitige Kündigung liegt dadurch aber nicht vor. Ich verhalte mich also vertragsgemäß und zulässig. Pech für die Bank, dass ich so fix durch bin.

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@HerrSchmidt1

Ich tilge weiterhin zu den mir gestatteten Maimal-Konditionen und bin daher in 2015 auf 0. Eine vorzeitige Kündigung liegt dadurch aber nicht vor. Ich verhalte mich also vertragsgemäß und zulässig. Pech für die Bank, dass ich so fix durch bin.

So sehe ich das auch. Deine Bank hat diesem Zahlungsverhalten offenbar nicht widersprochen. Hat sie Dir nach letzten Sondertilgung/Zahlungsänderung einen aktualisierten Tilgungsplan geschickt?

Für eine Kündigungsüberlegung müßten ja noch meine Fragen 1 - 3 beantwortet werden.

Sonderzahlung ist 1 x jährlich möglich in Höhe von 5% der Darlehenssumme. Flexible Raten möglich zwischen 1% und 10% des Darlehensbetrags jährlich.

Die genaue Formulierung der "flexiblen Raten" würde ich interessieren. Die Sondertilgung ist offenbar genau festgelegt: 5 % der Darlehnssumme einmal jährlich; also nicht weniger.

Aber was ist genau unter "flexibler Rate" zu verstehen? Die Änderung der monatlichen Annuität und/oder der Tilgungsquote? Wie häufig kann geändert werden? Und für welchen Zeitraum gilt dann diese Änderung mindestens?

Ohne die vertraglichen Formulierungen zu kennen, ist es schwer, Dir eine konkretere Antwort zu geben.

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@LittleArrow

Die Regelungen zur flexiblen Rate sind in meinem Fall folgende : Während der Gesamtlaufzeit kann 2 x kostenfrei die Höhe der Rate angepasst werden -> Ich habe mit 3% anfänglicher Tilgungsrate begonnen, Die monatliche Rate lag bei ca. 1400 €. -> Nach einigen Jahren habe ich das erste Mal angepasst auf 10%. Die monatliche Rate liegt bei ca. 2400 €. -> Zusätzlich bediene ich regelmäßig die jährliche Sondertilgung (max. 5% vom Darlehensbetrag)

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@HerrSchmidt1

hier noch ein Nachtrag: Vielleicht habe ich mich auch unklar ausgedrückt?: Es geht mir nicht um Kündigen des Vertrags, mir geht es um die Zulässigkeit des "auf 0 tilgens" vor Ablauf der Zinsbindungsfrist. Beste Grüße und herzlichen Dank für die Unterstützung!!

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@HerrSchmidt1

noch der Vollständigkeithalber: 1. Wann erfolgte die letzte Kreditauszahlung (Datum)? -> 30. Nov.2007 2. Wurde das vereinbarte Darlehen vollständig ausgezahlt? -> ja 3. Ab wann (Datum) galt die Zinsbindungsfrist? -> 30. Nov. 2007

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@HerrSchmidt1

Danke für Deine Ergänzungen. Eine Kündigung wäre kontraproduktiv, denn sie ist erst am 30.11.2017 zum 30.05.2018 möglich.

Zahle Deine vertragsgemäß erhöhten Raten (und Sondertilgungen) weiter wie bisher, bis der Saldo auf Null ist.

Du bekommst zum Jahresende einen Kontoauszug, auf dessen Basis Du sicherlich genauer berechnen kannst, wann Dein Saldo auf Null ist.

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Wer vorher aussteigen will, muss der Bank den Gewinn, der ihr entgeht, in Form einer Vorfälligkeitsentschädigung auf einen Schlag bezahlen. Banken sind nicht verpflichtet, Darlehen vor Ablauf der Zinsbindung zurückzunehmen.

Wenn eine maximale Tilgung vereinbart ist, kannst Du die auch in Anspruch nehmen.

Wenn dadurch Ende 2015 kein Saldo mehr vorhanden ist, mag vielleicht der Kreditvertrag noch bis zum Ende der Laufzeit weitergehen, Kreditraten sind dann aber nicht mehr zu zahlen.

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