400 € Job wurde in Steuerbescheid als selbständige Tätigkeit berechnet

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3 Antworten

Vielen lieben Dank euch schon für die Mühe! Also ziehe ich daraus den Schluss, dass ich einen Fehler damit gemacht habe, diesen Minijob anzugeben... Ich habe einen Arbeitsvertrag für diesen Minijob und der AG zahlt pauschale Beiträge und einmal habe ich (allerdings 2011) die 400 € Grenze überschritten und da wurde dann automatisch ein zusätzlicher pauschaler Betrag für alles mögliche abgezogen... Also das sollte alles ganz in Ordnung und rechtskonform laufen. Zumindest wurde auch die Sozialversicherungsmeldung übermittelt und all sowas. Der andere AG hat keinen richtigen Vertrag, das läuft auf "Honorarkraftbasis", aber fällt auch unter die Übungsleiterpauschale von 2100 € und hat demnach eigentlich eh nichts in der Versteuerung zu suchen.

Was das Finanzamt mit meinen Einkünften aus dem Nebenjob gemacht hat? Diese wurden als "Einkünfte aus selbständiger Arbeit" angerechnet. Dadurch wurde eine deutlich höhere Einkommensteuer festgesetzt, eine deutlich höhere Kirchensteuer und ein deutlich höherer Solidaritätszuschlag. So dass ich glücklicherweise immerhin nicht in eine Nachzahlung geraten bin. Übrigens habe ich auch gerade noch folgenden Satz gelesen: "Die Einnahmen und Ausgaben i.R. ihrer freiberuflichen Tätigkeit sind in einer Einnahme-Überschuss-Rechnung darzustellen". Dafür habe ich 4 Wochen Zeit. Muss ich das jetzt trotz Widerspruch machen?

Meine Fahrtkosten für die Nebentätigkeit wurden im übrigen auch nicht einberechnet, sondern wirklich nur mein Einkommen daraus oben drauf addiert. Ich hatte eine schöne Auflistung aller Arbeitstage mit Verdienst und Fahrtkosten aufgezählt, wodurch ich am Ende monatlich nicht einmal die 200 € erreiche (also wenn ich Fahrtkosten vom Lohn abziehe). Und das hab ich nun davon :-(. Gleiche Auflistungen hatte ich auch 2011, allerdings war das ein anderes Finanzamt, da ich ja in 2012 umgezogen bin.

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Kommentar von FREDL2
15.07.2013, 19:04

Du musst keinen Widerspruch machen, sondern Einspruch einlegen und das subito.

Deine "Einnahmen und Ausgaben i.R. ihrer freiberuflichen Tätigkeit in einer Einnahme-Überschuss-Rechnung darzustellen" musst Du dagegen gar nicht, Du hattest keine Einnahme-Überschüsse.

In Deinem schriftlichen Einspruch musst Du darlegen, dass es sich bei der einen Einkunftsart um einen pauschal versteuerten Minijob und bei dem anderen Angabe um Aufwandsentschädigung einer ehrenamtl. Tätigkeit handelt.

Nur wenn Dein Minijob-Arbeitgeber sich die pauschale Lohnsteuer gespart hätte, würden die Minijob-Einnahmen steuerpflichtig. Du schreibst, das hat er nicht, ergo hatte Dein Minijob in Deiner Steuererklärung nchts verloren..

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Nachfrage: Hast Du denn einen Arbeitsvertrag über Deine Anstellung als MINI-Jobler? Hat der Arbeitgeber das so gebucht und gemeldet und die pauchalversteuerung übernommen? Denn nur dann ist ein Minijob bis 450€ im Monat für den Arbeitnehmer Abgabenfrei.

  • daher am besten das zuerst klären, ob der AG dich als MINI-Job führt. denn nicht jede gering-entlohnte Beschäftigung ist auch eine begünstige gerinfügige Beschäftigung (=Mini-Job)

  • dann schriftl. Einspruch gegen diesen Steuerbescheid einlegen und diesen Begründen

Vielleicht war ja auch nur Deine Zuordnung nicht eindeutig, oder es ist einfach nur ein (Ab)Tipp-Fehler vom Finanzamt...

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Kommentar von MadRampage
15.07.2013, 13:02

Ergäzung: Wie EnnoBecker richtig antwortet: ein (echter) Mini-Job muss und darf gar nicht in der Steuererklärung angegeben werden!

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Kommentar von EnnoBecker
15.07.2013, 13:37

450 Euro erst ab 2013.

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Wenn es sich bei dem 400-Euro-Job um einen Minijob handelt, dann ist dieser in der Einkommensteuererklärung nicht anzugeben. Steuerlich ist dieser Job bereits pauschal abgegolten, wenn der AG die 2% ans FA abgeführt hat.

Auch die 3 Euro Aufwandsentschädigung führen nicht zu einer Steuerlast. Denn für die Entschädigung hast du ja auch Aufwand gehabt. Darüber hinaus gibt es noch die Freigrenze nach § 46 (3) EStG / § 70 EStDV, so dass es unwahrscheinlich erscheint5, dass hierdurch eine Steuer entsteht.

Was machst du also mit diesem Wissen nun?

Richtig, du legst einen Einspruch ein. Dies tust du schriftlich und du hast dafür einen Monat und drei Tage Zeit. Wenn der Bescheid also das Datum von Freitag (12. Juli 2013) trägt, hast du Zeit bis zum 15. August 2013 um 24 Uhr.

Bis dahin könntest du uns noch was aus dem Bescheid erzählen, nämlich was das Finanzamt mit der Aufwandsentschädigung nun genau gemacht hat.

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Kommentar von MadRampage
15.07.2013, 12:59

DH! Dass ein Minijob gar nicht erst in der Steuererklärung angegeben werden darf, habe ich in meiner Antwort vergessen ...

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