111€ Rente und verdiene 600€: Brauche ich Grundsicherung?

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2 Antworten

Ob Du Grundsicherung brauchst, wirst Du ja wissen. - Du meinst aber sicher, ob Du die Möglichkeit hat, Grundsicherung zu bekommen.

Im Internet gibt es Rechner, um sich diesbezüglich einen Überblick zu verschaffen. Ich empfehle besonders gern die von geldsparen.de. - Dies ist der

Sozialhilfe Rechner
http://www.geldsparen.de/sozialhilfe-rechner/

Dort steht, Aktualität sei vom 1.1.2016. Entweder hat an bei der Jahreszahl einen Tippfehler gemacht, oder er ist wirklich etwas veraltet. (Habe eben geldsparen.de per Mail darauf hingewiesen und um Aktualisierung gebeten)

Neu ist inzwischen der Regelsatz in Höhe von 409 Euro (vorher 404 Euro), und der Vermögensfreibetrag (das Vermögen, das bei Antragstellung frei bleibt) wurde vor paar Monaten erhöht auf 5.000 Euro.

Wenn Du ein Recht auf Grundsicherung im Alter hast, bleibt Dir ein Freibetrag von Deinem Verdienst in Höhe von 30% ab dem 1. Euro, das darüber wird angerechnet. Gedeckelt ist dieser Freibetrag bei 50% des Regelsatzes (409 : 2 = 245).

Du schreibst nicht, ob es sich um Altersrente handelt. Ab dem 65. Lebensjahr gibt es die Grundsicherung im Alter mit einigen Vorteilen gegenüber der allgemeinen Sozialhilfe. So müssen nahe Angehörige erst dann helfend einspringen, wenn sie im Jahr mehr als 100.000 Euro verdienen.

Interessant könnte für Dich aber auch sein, wieviel Wohngeld Du bekommen könntest. Hier dazu ein

Wohngeldrechner
http://www.geldsparen.de/wohngeld-rechner/

und falls Du Wohneigentum besitzt, hier der

Lastenzuschuss Rechner
http://www.geldsparen.de/lastenzuschuss-rechner/

Das wäre der Grundsicherung vorzuziehen. Falls Du Erspartes hast: Bis 50.000 Euro Vermögen kannt Du Wohngeld beantragen. (In der Sozialhilfe / Grundsicherung ist das Wohngeld bereits enthalten.)

.

Rein vorsorglich gebe ich Dir schon mal meine Hinweise rein, die ich Arbeitslosen , Aufstockern und Grundsicherungsbeziehern reingebe - Du wirst leicht erkennen, was auf Deine Situation zutrifft:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen).
Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge
persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf
einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift
bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht
das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum
und Unterschrift“
).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben
aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es
mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum
dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und
Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein
Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt
wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht
behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und
wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original
unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten)
. - Nicht (oder angeblich nicht)
abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht
gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. -
Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß
allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit
jobcenter unterlagen verloren
und lies auch dies:
Hartz IV: Verschwundene Unterlagen mit System?
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verschwundene-unterlagen-mit-system.php

.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein.
Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im
Vertrauen
landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“
(wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden. - Lies auch

Wichtige Tipps für Hartz-IV-Betroffene
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wichtige-tipps-fuer-hartz-iv-betroffene.php

.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen.
Dieser Ämterlotse muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher
macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber
auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google
mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit
           einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene
           gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht
           unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit
Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter
     Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und
(die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine
Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.
(Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen
des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast
Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft):
Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand
sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die
gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht
darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu
lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich
etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es
gesagt.

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Kommentar von cyracus
11.08.2017, 16:22

Sorry, Fehlerteufelchen hatte sich eingeschlichen: Der Vermögesfreibetrag bei Wohngeld ist nicht 50.000 Euro, sondern

60.000 Euro   ()

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Kommentar von cyracus
13.08.2017, 21:49

Oh manno - was war denn mit mir los beim Tippen?

Noch ein Fehlerteufelchen:

falsch: "50% des Regelsatzes (409 : 2 = 245)"
richtig:  50% des Regelsatzes (409 : 2 = 204,50) (so ein Fehler ist richtig peinlich!)

()

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Wie lange soll denn der "Hinzuverdienst" andauern und kommt der aus einer aktiven Beschäftigung oder aus Vermögen?

Die Grundsicherung ist für Menschen die wenig Rente beziehen. Sinn würde es machen....  



Wie hoch ist die Grundsicherung?

Wer heute in Altersrente geht, muss sich in den alten Bundesländern im Schnitt mit einem Ruhegeld von 787 Euro (Ostdeutschland: 964 Euro) begnügen. Bei Erwerbsminderungsrentnern sind es sogar nur etwa 750 Euro. Wer dann keine weiteren Einkünfte hat, sollte in jedem Fall prüfen, ob nicht zusätzlich noch Anspruch auf eine Aufstockung durch die Grundsicherung besteht. Dabei stehen Ihnen folgende Ansprüche zu:

Hilfe zum Lebensunterhalt: 409 Euro bzw. 736 Euro für (Ehe-)PaareAngemessenen Kosten für die Wohnung: Die Höhe ist abhängig von der anrechenbaren Warmmiete

Beträgt die Warmmiete eines Rentner-Ehepaars aus Berlin beispielsweise 500 Euro, so liegt der rechnerische "Bedarf" des Paares bei 1.236 Euro. 


Quelle: https://www.biallo.de/soziales/news/grundsicherung-im-alter-wer-bekommt-sie-und-wieviel-gibt-es/#

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