Steuerklasse - neue und gute Antworten

  • Wer legt fest welche Arbeitsstelle Steuerklasse 1 und welche Steuerklasse 6 bei Mehrfachbeschäftigung ist?
    Antwort von NasiGoreng ·

    Was Du vorhast entspricht einer Änderungskündigung. Es liegt in der freien Entscheidung des ersten Arbeitgebers, ob er dem zustimmt oder nicht.

    Er wird nur zustimmen, wenn Deine Teilzeitarbeit in seine Organisation passt und er nicht die Befürchtung haben muss, dass Deine Arbeitsleistung bei ihm durch den neuen 75%-Arbeitsplatz übermäßig beeinträchtigt wird.

    Bei welchem Arbeitgeber Du unter der Lohnsteuerklasse 1 oder 6 arbeitest, kannst Du selbst entscheiden. Dem Arbeitgeber ist das egal.   

  • Steuerklasse 3 und 6 - finanziell sinnvoll?
    Antwort von Brigi123 ·

    Dein Lohnsteuerabzug in Lohnsteuerklasse 6 wird sich durch die Einkommensteuererklärung für das gesamte Jahr relativieren. Die Steuerlast wird dann entsprechend der Steuererklärung berechnet.

    Allerdings, und das meinte Enno wohl, ist bei der Kombi von III / V mit einer Nachzahlung zu rechnen, wenn der geringverdienende Partner dann doch Geld verdient.

    Wenn Du es genau wissen willst, gib die Daten bei elster ein.

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    Kommentar von EnnoWarMal ,

    Nein, das meinte ich nicht. Siehe meinen Kommentar oben.

    Kommentar von Norbert2017 ,

    Okay, danke. Ich werde die Rufdienste machen und sehen, was am Ende rauskommt. Es kann natürlich auch sein, dass meine Frau in 2018 noch keine Arbeit findet, dann sieht es ja wieder anders aus.

  • Steuerklasse 3 und 6 - finanziell sinnvoll?
    Antwort von EnnoWarMal ·

    Die Frage lautet nun, ob es für mich finanziell überhaupt sinnvoll ist, die Rufbereitschaften zusätzlich abzuleisten

    Was ist denn in deinen Augen finanziell sinnvoll? Es gibt ja nun keine Abgabenbelastung von über 100%, deshalb ist es logisch, dass immer etwas übrigbleibt. 

    oder ob durch die Steuerklasse 6 von dem Verdienst wenig bis nichts
    übrig bleibt. Bekäme ich einen Großteil mit der nächsten Steuererklärung
    wieder?

    Im Gegenteil, du wirst (isoliert betrachtet) nachzahlen müssen, da durch die Steuerklasse 6 zu wenig Lohnsteuer einbehalten und abgeführt wird. Dies gilt jedenfalls deshalb, weil deine Frau ebenfalls ein Einkommen haben wird.

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    Kommentar von Norbert2017 ,

    Mhh, entschuldige, aber das verstehe ich nicht so ganz. Ich war der Ansicht, dass es in der Steuerklasse 6 zu deutlich höheren Abgaben kommt, weil es keine Freibeträge gibt.

    Kommentar von EnnoWarMal ,

    Ich war der Ansicht, dass es in der Steuerklasse 6 zu deutlich höheren Abgaben kommt, weil es keine Freibeträge gibt.

    Das denken viele. Aber der Freibetrag ist ja schon beim ersten Arbeitsverhältnis eingearbeitet. Warum sollte es den denn ein zweites Mal geben?

    Man kann sich das leicht ausrechnen: 

    1. Man berechnet die Lohnsteuerabzüge bei Steuerklasse 6.
    2. Dann schlägt man den Lohn aus dem zweiten AV auf den des ersten AV drauf und berechnet dort den Lohnsteuerabzug.
    3. Man guckt auf den Lohnsteuerabzug aus dem ersten AV.
    4. Man subtrahiert Nr. 3 von Nr. 2.
    5. Man vergleicht Nr. 1 mit Nr. 4.

    Das liegt einfach daran, dass der erste Euro aus dem zweiten AV mit 14% besteuert wird. Hingegen würde dieser Euro, würde er auf den Lohn im ersten AV aufgeschlagen werden, nicht mit 14%, sondern mit vielleicht 40% besteuert werden. Die Differenz wird also nacherhoben.

    In deinem Fall hab ich die Berechnung ausgelassen, weil die zu nichts führt. Die Lohnsteuerquote beträgt knapp 8% bei Steuerklasse 3, so dass die 14% aus dem zweiten AV tatsächlich höher wären. Da aber die Frau wieder arbeiten wird, lässt sich hier nicht vorhersagen, ob es hierdurch zu einer Nachzahlung kommt.

    Daher der Zusatz "isoliert betrachtet".

  • Wer legt fest welche Arbeitsstelle Steuerklasse 1 und welche Steuerklasse 6 bei Mehrfachbeschäftigung ist?
    Antwort von wfwbinder ·

    Du bestimmst, welches diue erste udn die zweite Arbeitsstelle ist.

    Du sagst dann der Vergütungsstelle der Uniklinik, die Du auf 25 % reduzierst, dass sie sich als 2. Arbeitsstelle melden sollen für den Abruf der ELSTAM Daten und Deinem anderen Arbeitgeber, dass sie sich als erste Stelle melden sollen.

    Thema erledigt.

    Mache das schriftlich, damit es keine Irrtümer geben kann.

  • Teilzeit o. Mini-Job bei StKV?
    Antwort von wfwbinder ·

    Ich würde, bevor ich an Steuern denke, mal eine "Kosten-Nutzen-Rechnung" anstellen.

    Teilzeitstelle, sagen wir 5 Tage die Woche 4 Stunden täglich. 20 Tage 15 Kilometer hin und zurück. 600 Kilometer im Monat. Entweder Monatskarte, oder mit dem Auto.

    ca. 80 Stunden, Minimum knapp über Mindestlohn, 880,- Euro bei 11 Euro die Stunde. Netto ca. 607,- Euro.

    Minijob 50 Stunden a 9,- Euro sind an 10 Tagen abzuleisten, 450,- Euro netto und nur 300 Kilometer fahren.

    Entscheide Du.

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    Kommentar von Brigi123 ,

    Beste Antwort.

     Zudem ist das Kind noch so klein, die Fragestellerin war ne Zeit lang krank und sollte sich nicht überlasten und ob man sein Kind wirklich 5 Tage pro Woche den Großeltern überlassen will, ist noch die andere Frage. Da würde ich eher zu kleinen Dosen raten.

     Aber “entscheide Du“ ist natürlich unübertrefflich.

    Kommentar von wfwbinder ,

       Aber “entscheide Du“ ist natürlich unübertrefflich.

    Stimmt, eigentlich völlig überflüssig, denn sie kann ja ohnehin nur selbst entscheiden, was sie machen möchte.

    Kommentar von Brigi123 ,

    Das war nicht ironisch gemeint, wfw! Das war ein volles Lob auf der ganzen Linie für Deine Antwort.

  • Teilzeit o. Mini-Job bei StKV?
    Antwort von alfalfa ·

    Ich unterstelle mal, das es sich um eine Anstellung mit Arbeitsvertrag handelt. Und ich unterstelle mal, dass Du deutlich weniger verdient als Dein Mann. Dann dürftest Du wohl in Steuerklasse 5 landen. Da sind dann schon die Steuern und Sozialabgaben berücksichtigt.

    Das gilt auch für Mini- und Minijobs. Und selbstverständlich werden diese Einkünfte, wenn ihr gemeinsame Veranlagung beantragt, berücksichtigt. 

    Bei der gemeinsamen Veranlagung kommt der Splittingtarif zur Anwendung und die Aussage meines Vorredners ist dahingehend nicht korrekt, das die Steuerzahllast proportional zu zusätzlichen Einkünften des Mannes zu behandeln ist. Denn das wäre eher bei der gesonderten getrennten Veranlagung der Fall.

  • Teilzeit o. Mini-Job bei StKV?
    Antwort von Angelsiep ·

    Bei Teilzeit:

    Es wird vermutlich keine größeren Steuernachforderungen geben.
    Wird in der Regel bei der Gehaltszahlung abgezogen.
    Stammt aus dem Bereich der Märchen.

    Natürlich müßt ihr mehr Steuern zahlen, und zwar gleichviel, als
    wenn der Mann den gleichen Betrag mehr verdienen würde.

    Minijob:

    Geht natürlich nur bis 450 € /Monat.

    Für dich in der Regel Steuer und Abgabenfrei.

  • Nach Trennung in Steuerklasse 2?
    Antwort von Petz1900 ·

    Alles richtig was die Vorredner gesagt haben.

    Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit:

    Antrag auf Aufteilung des Erstattungsbetrags nach § 37 Abs. 2 AO

    Aber auch das muss vorher durchgerechnet werden...

    Ich wollte es nur gesagt haben...

  • Nach Trennung in Steuerklasse 2?
    Antwort von betriebssparen ·

    Zunächst Respekt an @Impact mit seiner ausführlichen Antwort.

    Da kann auch ich nicht viel mehr ergänzen. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen einer Trennung und offizieller Scheidung. Also daher die Frage: 

    Seid Ihr bereits geschieden bzw. gibt es ein Urteil...?

    Wenn NEIN, dann kann einer der Partner immer noch die Steuererstattungen in's Gespräch bringen bzw. anfechten. Daher ist es durchaus sinnvoll, diesen Punkt wie bereits angesprochen vorher zu klären, denn was Du möchtest oder nicht entscheidet sonst im Zweifel das Gericht.

    Für die künftige Berechnung Deiner Einkünfte kannst Du Brutto/Netto-Rechner wie z.B. diesen https://entgelt24.de/brutto-netto-rechner-mit-arbeitgeberanteil/ nutzen, um eine grobe Richtung zu haben. 

    Für weitere Nachlässe bzw. Steuererleichterungen insbesondere aufgrund der Behinderungen, solltest Du Dir steuerlichen Rat holen. Und JA, sofern möglich würde auch ich besonders bei höheren Beträgen zu Freibeträgen raten. Was Du behalten kannst - behalte einfach ... 

    Gruß, Betriebssparen

  • Nach Trennung in Steuerklasse 2?
    Antwort von Impact ·

    Runter vom Gas.

    Getrennte Veranlagung - das war mal. Jetzt gibt es die Einzelveranlagung. Die würde ich für das Trennungsjahr nicht wählen - Ihr werft Geld raus.

    Für das Vorjahr (hier wohl 2016) gilt das gleiche.

    Also vertragt Euch und gebt gemeinsame Steuererklärungen ab. 

    Ab 2018 hast Du dann gezwungenermassen StKl. II - die Günstigerfrage stellt sich nicht - Du hast keine Wahlmöglichkeit. 

    Alle 3 Antworten
    Kommentar von Tanja123 ,

    Wieso werfen wir da Geld raus? Das Problem ist, dass ich alleine mit Kind um die 5000 Euro wieder bekomme...mein Mann so gut wie gar nichts...webworms eine gemeinsame Erklärung machen, hat er ja auch das Recht auf die Steuerrückzahlung....

    Kommentar von Impact ,

    Ich habe Dir die Stichworte "Einzelveranlagung" und "gemeinsame Veranlagung = Zusammenveranlagung" genannt. 

    Die Probeberechnung musst Du schon selbst machen - Rechner im Netz gibt es (siehe ELSTER).

    Ab "webworms" bleibt es unverständlich. 

    Übrigens - wer nicht will, der hat schon.

    Kommentar von Tanja123 ,

    Okay danke! War nicht böse gemeint...

    Kommentar von Impact ,

    So habe ich es auch nicht aufgefasst - aber eben sehr naiv.

    Wenn es so wie hier nicht gerade um Peanuts geht, doktert man nicht selbst rum, sondern holt sich Hilfe. Das hast Du hier getan, eine Antwort bekommen und diese gleich angezweifelt. Das ist auch gut so - man weiss ja nie, an wen man gerät.

    Deshalb geht man eben zum Steuerberater (die paar Luschen sind es wert). Wenn man das nicht will, dass kann man im Coputerzeitalter alles erlesen/errechnen. 

    Gegenfrage: Warum bekommst du angeblich soviel Geld raus und der Mann nichts?

    Und was heisst "webworms eine gemeinsame Erklärung machen, hat er ja auch das Recht auf die Steuerrückzahlung"?

    Kommentar von Tanja123 ,

    Ich bekomme soviel raus, weil ich zur Zeit noch einen Schwerbehinderugsgrad von 70 Prozent habe und 50 km Fahrstrecke. Zusätzlich hat mein Sohn noch einen Schwerbehinderungsgrad von 50 Prozent mit H....mein Mann hat einen Fahrtweg zur Arbeit von 5 km.....

    Ich habe Ihre Antwort nicht angezweifelt, ich wollte es einfach nur verstehen. Ich bin Ihnen für Ihre Antwort sehr dankbar

    Webworms war ein Autokorrektur-Fehler: sollte heißen wenn wir gemeinsam unsere Steuererklärung tätigen, wird er Anspruch auf die Hälfte der Zurückzahlung haben, das möchte ich einfach vermeiden....

    Kommentar von Impact ,

    Das könnt Ihr doch zwischen Euch regeln - jeder bekommt das, was ihm zuzurechnen ist. 

    Warum hast Du Dir eigentlich keinen Freibetrag eintragen lassen?

    Kommentar von EnnoWarMal ,

    wird er Anspruch auf die Hälfte der Zurückzahlung haben

    Woraus soll sich denn dieser Anspruch begründen? Im Steuerrecht gibt es zwar Gesamtschuldner, aber nicht Gesamtgläubiger.

    Wenn du auf Grund der Behinderung und aus weiteren Gründen eine Erstattung bekommst, dann ist das doch deine Erstattung und nicht die des Mannes. Der hat ja diese Gründe nicht.

    Bei dem Kind ist es anders, es ist ja wohl auch seines, oder?