Selbständig - neue und gute Antworten

  • Geringfügig selbständig nach steuerliche Absetzungen?
    Antwort von wfwbinder ·
    1. Kleinunternehmer ist mir ein Begriff. Das sind Unternehmer, die weniger als 17.500,- Euro Gesamtumsatz (Einnahmen) im Jahr haben.
    2. Fortbildungskosten (um in Deiner Reihenfolge zu bleiben) in dem erlernten Beruf Deiner Ehefrau, oder in dem ausgeübten Gewerbe, oder ist es das Gleiche?
    3. 18 Stunden pro Woche kenne ich nciht. Nur 20 Stunden pro Woche während des Semesters bei Studenten, um den Studentenstatus zu behalten.
    4. In der Familienversicherung kann sie bleiben, wenn die Einkünfte 445,- monatlich (neue Grenze 2019) bzw. 5340,- Euro jährlich nicht überschreiten. Ein Minijob mit 450,- Euro wäre auch unschädlich.
    5. Du schriebst doch, dass sie selbständig ist. Also ist sie selbständig udn sie wird eine Anlage EÜR (Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung ausfüllen udn das Ergebnis über die Anlage "G, oder "S" (gewerbliche Tätigkeit, oder selbständige Arbeit) in die Einkommensteuererklärung übernehmen.
    6. Was mit unklar ist, ist diese Grenze von 5.400,- von der Du schreibst. Das einzige, was ich damit in Verbindung bringen kann ist 12*450,- Euro, aber das ist die Minijobgrenze, die hat mit selbständiger Tätigkeit nichts zu tun.
    Kommentar von migueljuan ,

    Vielen Dank erstmal für deine Antwort.

    2.- Ja, es ist das Gleiche.

    3.- Laut https://www.bkk-bpw.de/index.php?id=15 "die wöchentliche Arbeitszeit darf, inkl. Vor- und Nacharbeit, 18 Stunden nicht übersteigen". Die Frage ist, ob dies ein Durschnitt sein darf.

    6.- Ja ich habe es mit dem 450 Euro verwechselt, ich meinte die Grenze von 445.

    Kommentar von wfwbinder ,

    zu 3. diese 18 Stunden Grenze halte ich für irrelevant, weil das bei einem Selbständigen doch keiner überprüfen kann und 18 Stunden pro Woche bei 445,- im Monat schon nur noch 6 Euro sind. Ausserdem ist es natürlich ein Durchschnitt, denn die 445,- sind ja auch ein Durchschnitt.

    Die Fortbildungs-/Weiterbildungskosten sind in diesem Fall Betriebsausgaben, womit der Gewinn dann ohnehin in Richtung 0,- geht.

  • Welche Steuersatz gilt (Angestellter/selbständig)?
    Antwort von LittleArrow ·

    Zunächst die ganz einfache Betrachtung, nämlich mit der Annahme, dass es für beide um die Einkünfte (und nicht um den Bruttoverdienst) geht und es keine Sonderausgaben (z. B. Sozialversicherung, Krankenversicherung etc.) gibt.

    Hier die jeweilige Einkommensteuerbelastung (inkl. Soli):

    1. € 70.000 mit Einzelveranlagung: € 21.753 (Grenzsteuersatz 42 %)
    2. € 8.000 mit Einzelveranlagung: € Null
    3. € 78.000 mit Zusammenveranlagung: € 21.753 (Grenzsteuersatz 35 %)

    Der Grenzsteuersatz ist der Einkommensteuersatz mit dem ein Mehr- oder Mindereinkommen von - sagen wir € 100 besteuert würde.

    Die Zusammenveranlagung ist also voraussichtlich die bessere Wahl.

    Allerdings muss eine genaue Berechnung berücksichtigen, dass Bruttoeinkommen noch durch Werbungskosten (hier für den Mann) oder Betriebsausgaben (hier für die Frau) gemindert werden. Zahlen für diese Kosten bzw. Ausgaben hast Du nicht geliefert.

    Die so ermittelten Einkünfte jedes einzelnen werden dann (plus evtl. Mieteinkünfte, Renteneinkünfte) addiert zu den Gesamteinkünften. Die Gesamteinkünfte werden durch Sonderausgaben (z. B. Krankenversicherung, Sozialversicherung, Spenden, Kirchensteuer) gemindert zum zu versteuernden Einkommen - und dann geht es zum Steuerrechner, den ich für obige Zwecke verwendet habe:

    https://www.bmf-steuerrechner.de/ekst/eingabeformekst.xhtml

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    Kommentar von LittleArrow ,

    Korrektur:

    1.

    2.

    3. 78.000 mit Zusammenveranlagung: € 17.344 (Grenzsteuersatz 35 %)

    Kommentar von Andri123 ,

    Was ich ganz gut finde bei diesem Rechner ist die Angabe von Grenzsteuersatz und Durchschnittssteuersatz und die Grafik. Darum hatte ich ihn ja auch schon verlinkt. Naja. Doppelantworten schaden ja nicht.

    Kommentar von LittleArrow ,

    Schön, dass Du auch den Link geliefert hast. Ich brauchte für das Schreiben meiner Antwort etwas länger.

    Kommentar von Andri123 ,

    Das geht mir auch oft so. Erst ist lange keine Antwort da, und während ich schreibe, kommen doch gute Antworten, die eigentlich meine Antwort überflüssig machen, die ich aber vorher nicht gesehen habe. Das finde ich immer blöd, also für mich.

    Und der Hinweis auf Grenzsteuersatz und die schicke Grafik ist natürlich Deine Spezialität, was ich gut finde:)))

  • Welche Steuersatz gilt (Angestellter/selbständig)?
    Antwort von Andri123 ·

    Das könnte Ihr Euch aussuchen, indem Ihr entweder Zusammenveranlagung oder Einzelveranlagung beantragt. Ich würde lieber 21,08 % auf 78.000,- zahlen (= 16440,-) als 29,46 % auf 70.000,-. plus 0% auf 8.000,- (= 20.619,-)

    Bei diesen Rechnern muss man allerdings das zu versteuernde Einkommen eingeben, nicht das Bruttoeinkommen/Gewinn. Es wird also weniger Steuer sein, das Prinzip bleibt aber.

    https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Service/Abgabe...

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    Kommentar von Andri123 ,

    Habt Ihr auch daran gedacht, dass sich die Frau dann selbst krankenversichern muß? Die Familienversicherung entfällt ab einem Gewinn über 435,- monatlich. Kostet ca. 160,- bis 190,- monatlich in der GKV.

  • Welche Steuersatz gilt (Angestellter/selbständig)?
    Antwort von wfwbinder ·

    Noch anders ist richtiger.

    Bei Deinen (ich nehme an brutto) 70.000,- wird schon der Grundfreibetrag Deiner Frau im Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

    Das führt zu einem Lohnsteuer- und Soliabzug von ca. 11.000,- Euro. Zum Vergleich, bei Steuerklasse 4 wären es rund 17.000,- Euro.

    Die 8.000,- Euro Deiner Frau werden nicht mit dem Durchschnittssatz, sondern dem Grenzsteuersatz besteuert werden und daher werden ca. 2.700,- Euro Nachzahlung auf Euch zu kommen.