Erbe + Erbrecht - neue und gute Antworten

  • Erben die eigenen Kinder irgendwann 100% des Erbes, was mein Mann von seiner Mutter geerbt hat?
    Antwort von Angelsiep ·

    Siehe Privatier.
    Ich vermute, du verwechselt da was.
    Sollte dein Mann vor dir sterben und seine Mutter danach, würdest du von seiner Mutter nichts erben, sondern nur eure Kinder.

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    Kommentar von Pancho88 ,

    nein, so meinte ich es nicht, sondern natürlich wenn seine Mutter zuerst stirbt und er irgendwann später. Das ich von seiner Mutter nichts direkt erbe ist ja klar.

     

  • Erben die eigenen Kinder irgendwann 100% des Erbes, was mein Mann von seiner Mutter geerbt hat?
    Antwort von Privatier59 ·

    Sofern keine Besonderheiten vorliegen (Stichwort: Vor- und Nacherbe), gibt es das von der Mutter ererbte Vermögen doch nicht als gesonderte Position. Das geht vielmehr in das Vermögen des Ehegatten ein und wird, wenn der verstirbt, nicht anders behandelt als sein schon vorher vorhandenes Vermögen.

    Alle 4 Antworten
    Kommentar von Pancho88 ,

    ich habe aber gelesen, dass dieses Erbe nicht in das gemeinsame Vermögen übergeht, sondern zum Anfangsvermögen des Ehegatten zählen würde. Somit hätte auch die Ehefrau keinen Anspruch darauf, beim Tod des Ehemanns, wenn ich das so richtig verstehe. Wir wollen das gerne verhindern, da ein mögliches Erbe für uns beide gemeinsam als Altersvorsorge dienen soll. Die Frage ist nur ob das irgendwie möglich ist?

    Kommentar von Privatier59 ,

    Du verwechselst eheliches Güterrecht und Erbrecht. Das ist natürlich ein sehr komplexes Thema, denn man könnte im Erfall auch die güterrechtliche Variante wählen. Bei der erbrechtlichen Variante gilt das oben genannte.

    Kommentar von Pancho88 ,

    also würden die Kinder später nur die Hälfte dieses Erbes bekommen, die andere Hälfte ich, falls mein Mann vor mir sterben sollte und das Erbe bis dahin noch vorhanden wäre, oder habe ich das falsch verstanden?

     

    Kommentar von barmer ,

    ja, wobei das für gesamte Vermögen des Mannes gilt, nicht nur für das Geerbte.

    Und wenn Dein Mann kein Testament macht, wo er es anders bestimmt.

  • Wer ist rechtmäßiger Erbe?
    Antwort von Franzl0503 ·

    Blümchen

    Die Lebensgefährtin des verstorbenen Vaters verstößt eindeutig gegen die Pflicht, das in ihrem Besitz befindliche Testament an das Nachlassgericht abzuliefern. Mach ihr das klar und lass dich nicht weiter erpressen.

  • Wer ist rechtmäßiger Erbe?
    Antwort von wfwbinder ·

     Ich hab mich in Absprache mit ihr ins Grundbuch eintragen lassen und habe einen Erbschein (nach offiziellem Stand würde das Haus demnach zu 50% mir und zu 50% meiner Mutter gehören). 

    Du hast einen Erbscheinausstellen lassen, was auch geschehen ist udn Du bist im Grundbuch eingetragen.

    Das Testament wurde später vorgelegt.

    Gut, die Frau könnte das Testament dem Amtsgericht vorlegen. Dann würde es geprüft und wenn es gültig wäre, dann wäre die Frau Erbin der Haushälfte und müsste Dir den halben Wert dieser Haushälfte als Pflichtteil in Geld auszahlen.

    Das könnte sie vermutlich nicht. Ausserdem müsste sie, wenn sie allein darin wohnen will, Deiner Mutter, als Eigentümerin der zweiten Hälfte eine Nutzungsausfallentschädigung (Miete) zahlen.

    Es bietet sich an, eine Lösung zu finden.

    Vermutlich würde ich ihr einen Vergleichsvorschlag machen. Dazu müsste man aber den wert des Hauses, die ortsübliche Vergleichsmiete der Wohnung udn das Alter der Dame kennen.

    Alternativ das Ding gerichtllich durchkämpfen. Sie bekommt die halbe Wohnung, Du forderst Deinen PflichtteilSie muss ihre Hälfte verkaufen, findet keinen Käufer (wer kauft schon die ideelle Hälfte eines Hauses) und Du kommst mit einer geringen Abfindung an Deine Haushälfte.

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    Kommentar von Snooopy155 ,

    Stellvertretend für alle Antworten, Blümchen17 sagt nicht ob die Lebensgefährtin im Testament vom Vater zur Erbin (Miterbin) oder Alleinerbin erklärt wurde. Nur als Alleinerbin, dann besteht die Pflicht die Tochter mit dem Pflichtteil abzufinden, aber ins Grundbuch wird sie nicht eingetragen, denn die Tochter hat nur Anspruch auf den Geldwert.

    Erpressen würde ich mich überhaupt nicht lassen, ich würde die Lebensgefährtin erst einmal auffordern das Testament unverzüglich dem Nachlaßgericht vorzulegen. Zudem würde ich sie darauf hinweisen, dass sie im Fall der Gültigkeit des Testamentes auch mit einer hohen Schenkungssteuerlast zu rechnen hat und daß sie auch die Schulden zu übernehemen hat, denn mit Rosinenpickerei geht es hier nicht.

  • Wer ist rechtmäßiger Erbe?
    Antwort von Privatier59 ·

    Ein Testament ist nur wirksam wenn der Erlassen testierfähig war.

    Letztendlich ist das eine Entscheidung die Mediziner treffen müssen. Schwierig wird es, wenn der Erblasser schon verstorben ist. Dann muss man Zeugen vernehmen und Behandlungsakten auswerten. Das wird ein langer und teurer Prozeß. Wie der ausgeht, kann Dir absolut niemand voraussagen.

    Anfangen würde ich hier aber mit der Bitte um Überlassung einer Kopie des Testaments. Überprüfe dann, ob die Handschrift wirklich die des Vaters ist. Es wäre nicht das erste Mal, daß Testamente gefälscht worden sind und das kann man durch Vergleich der Schrift mit anderen verfügbaren handschriftlichen Bekundungen des Erblassers oftmals schon selber überprüfen.

  • Wer ist rechtmäßiger Erbe?
    Antwort von Brigi123 ·

    Ich bin ja immer eher für gütliche Einigungen.

    Wäre die Dame denn dazu in der Lage, Miete zu bezahlen? Wenn es der Wunsch Deines Vaters war, dass sie in dem Haus bleiben kann (wie alt ist sie eigentlich?), dann würde ich das evtl. auch respektieren. Sie war ihm schließlich in seinen letzten Jahren am nächsten und hat ihn auch versorgt am Ende.

    Aber ich würde jedenfalls nicht noch draufzahlen durch Grundsteuer, ALG-Rückzahlung etc.. Durch eine zukünftige Mietezahlung wäre das ja evtl. o.k..

    Wenn sie aber nur z.B. 300,-€ Kaltmiete zahlen könnte, die Miete aber eigentlich bei z.B. 600,-€ liegen könnte und sie außerdem erst z.B. 60 Jahre alt ist, dann würde ich das eher nicht machen.

    Zur eigentlichen Frage: 

    Das halbe Haus gehört ohnehin Deiner Mutter. Die andere Hälfte hast Du als Alleinerbin geerbt. Selbst wenn die Dame jetzt mit dem Testament öffentlich kommen sollte, hättest Du Anspruch auf Dein Pflichtteil, das wäre ein Viertel des Hauses (abzüglich Deines Anteils an den 4.000,-€ Schulden und der anderen Ausgaben).

    Dir und Deiner Mutter gehören also im schlechtesten Fall 75% des Hauses. Aber eigentlich und offiziell gehören  Dir und Deiner Mutter das ganze Haus.

    Desweiteren könntest Du in dem Fall, dass die Dame das Testament wirklich öffentlich macht und Deinen Erbschein sowie die Grundbucheintragung angreift, das Testament anfechten. Unter Morphiumgabe, pflegerisch abhängig von der Begünstigten, da sehe ich gute Chancen, auch wenn ich natürlich keine Juristin bin.

    Aber so sicher ist sie sich wohl gar nicht, dass das Testament rechtmäßig zustande gekommen ist, oder ihr ist klar, dass mindestens 75% des Hauses Dir und Deiner Mutter gehören, selbst wenn das Testament anerkannt wird.

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    Kommentar von bluemchen17 ,

    Hallo Brigi,

    ich sehe es genauso. Ich möchte eine gütige Einigung ohne sinnlose Gerichtskosten. Aber da die Dame (übrigens ca 65 Jahre alt) bis jetzt keine Mietzahlungen von sich aus angeboten hat, gehe ich nicht davon aus, dass sie es fortan machen würde. Zudem ist eine Vermietung von uns aus nicht gewünscht.

    Können Sie mir sagen, ob man die Schulden rückwirkend von ihr einfordern könnte, so sie als Erbin bestimmt werden würde?

    Ebenfalls habe ich gelesen, dass Schulden aus der Erbmasse und nicht dem privaten Vermögen zu zahlen sind. Wie soll ich das dem Jobcenter und vor allem ihr erklären?

  • Wer ist rechtmäßiger Erbe?
    Antwort von RHWWW ·

    Hallo,

    wann erfolgte die Eintragung ins Grundbuch: vor oder nach dem Todestag? Vor oder nach dem Datum auf dem Testament? Welche Unterlagen wurden beim Grundbuchamt vorgelegt bzw. eingereicht?

    Gruß

    RHW

    Alle 7 Antworten
    Kommentar von bluemchen17 ,

    Hallo RHW,

    die Eintragung erfolgte etwas mehr als einen Monat nach der Beerdigung statt. Demzufolge nach dem Datum auf dem Testament (welches 3 Wochen vor dem Tod verfasst wurde).

    Beim Grundbuchamt wurde ein Erbschein vorgelegt. 

    Vielen Dank und beste Grüße

    Kommentar von RHWWW ,

    Der Erbschein und die Grundbucheintragung sind nicht rechtmäßig. Bei dem Antrag auf den Erbschein wurde dem Amtsgericht mitgeteilt, dass kein Testament vorliegt. Dies hat sich jetzt als Fehler herausgestellt und muss dem Amtsgericht unverzüglich mitgeteilt werden.

    Bei einem gültigen handschriftlichen Testament (mit Datum und Unterschrift) hat die Lebensgefährtin alles vom Vater geerbt (inkl. 50% des Hauses). Der Sohn hat gegen sie einen Anspruch auf Auszahlung von 50% des Erbes, also Wert von 25% des Hauses + weitere Werte - Schulden.

    http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/pflichtteil/

  • Wer ist rechtmäßiger Erbe?
    Antwort von Gaenseliesel ·

    Hallo,

    ich denke du wirst hier kaum um eine fachkundige anwaltliche Vertretung herum kommen. 

    Denn für eine mögliche Testamentsanfechtung, diese Aussage 

    (......." Das Testament zeigt aber, wie schlecht es meinem Vater gegangen sein muss. Es wurde 3 Wochen vor seinem Ableben verfasst und auf ihren Wunsch hin....")

    lässt mich dies vermuten, muss man handfeste Beweise vorlegen können. Dabei können auch Zeugen hilfreich sein. Ohne Anwalt, für dich ein aussichtsloses Unterfangen ! 

    So einfach wird sich die Freundin des verstorbenen Vaters nicht die "Butter vom Brot nehmen" lassen, jedenfalls nicht kampflos das Feld räumen ! 

    Manche RA bieten so viel ich weiß, eine kostenlose Erstberatung an. Vielleicht wäre dies schon einmal ein Ansatz. 

    " Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende " 

    Alle 7 Antworten
    Kommentar von Brigi123 ,

    Ja, ich würde auch zu einem sofortigen Anwaltsbesuch raten.

    Auch wenn momentan noch gar kein Testament anzufechten ist, denn es wurde ja nicht öffentlich gemacht. Grundbucheigentümer sind Mutter und Tochter. Es kann die Herausgabe des Hauses oder Mietezahlung verlangt werden.

    Kommentar von bluemchen17 ,

    Es wurde bereits ein Anwalt konsultiert. Dieser riet, auf Zeit zu spielen, und dann ggf. ein Richter entscheiden zu lassen. Das hilft mir natürlich nicht sehr weiter.

  • Wer ist rechtmäßiger Erbe?
    Antwort von Rat2010 ·

    Ist doch ganz einfach:

    Dein Vater hat ein Testament zu Ihren Gunstern verfasst. Was von dem, was ihm gehörte, hat er ihr vererbt?

    Sicher die 4.000 € Schulden und vermutlich auch den Hausstand, Wertsachen und Geld, das ihm gehörte.

    Das Haus dagegen sicher nicht. Das gehörte ja zum Erbfall nicht ihm sondern zur Hälfte dir und zur anderen deiner Mutter. Es gibt bei Immobilien keinen "offiziellen Stand". Wie es im Grundbuch steht, ist es. 

    Alle 7 Antworten
    Kommentar von bluemchen17 ,

    Sollte sie von einem Gericht auf Grundlage des Testaments als Erbin benannt werden, würden ihr sowohl Hausstand, Haus als auch Schulden gehören.

    Die Schulden hat sie aber bereits abgelehnt und deshalb wurde ich als aktuelle rechtliche Erbin daraufhin kontaktiert.

  • Hallo, meine Eltern machten meiner Schwester eine Schenkung über ihr Haus. Meine Mutter verstarb kurz danach. Wer regelt mein Pflichteilsergänzungsanspruch?
    Antwort von Franzl0503 ·

    Susanne:

    Noch eine Anmerkung zum Wert der Schenkung:

    Maßgend ist der sog. gemeine Wert (Marktwert) der Immobilie zum Zeitpunkt der Zuwendung und nicht etwa der von den Verrtragschliessenden in der Schenkungsurkunde genannte Betrag, der oftmals aus Notar-Kosten-Ersparnis-Grunde niedriger angesetzt wird.

    Auch ich rate dir,  zur Wahrung deiner Interessen baldmöglichst einen Anwalt zu beauftragen.

  • Hallo, meine Eltern machten meiner Schwester eine Schenkung über ihr Haus. Meine Mutter verstarb kurz danach. Wer regelt mein Pflichteilsergänzungsanspruch?
    Antwort von wjgmuc ·

    Einen Pflichtteilergänzungsandpruch hast Du immer  gegenüber den Erben, wer auch immer das ist.

    Das gilt aber auch, wenn zu Lebzeiten eine Schenkung erfolgte. Dann hast Du den Anspruch grundsätzlich auch gegenüber dem Beschenkten (ausgenommen aber etwa mal 100 € zum Geburtstag).

    Hier sind insgesamt Fristen vorhanden, so z.B., wie der Wert der Schenkung biem Todesfall zu berechnen ist, innerhalb welcher Frist der Anspruch geltend zu machen ist bevor er verjährt usw.

    Deshalb empfehle ich unbedingt eine anwaltschaftliche Beratung und ggfs. Unterstützung. In diesem Forum kannst Du keine rechtsverbindlichen Auskünfte erwarten, sondern nur Erfahrungen und Meinungen.

  • Hallo, meine Eltern machten meiner Schwester eine Schenkung über ihr Haus. Meine Mutter verstarb kurz danach. Wer regelt mein Pflichteilsergänzungsanspruch?
    Antwort von wfwbinder ·

    Na wer schon? Du.

    Dabei sind natürlich einige Dinge zu klären. Gehörte das Haus wirklich beiden Elternteilen (manchmal sagt man ja nur "unser Haus" aber nur einer von beiden ist im Grundbuch), oder hatte Deine Mutter ein Testament?

    Aber wie auch immer, kümmern musst Du Dich selbst.

    Erbschein besorgen udn ggf. Ansprüche an Deine Schwester stellen.

    Alle 3 Antworten
    Kommentar von NasiGoreng ,

    Man kann das auch über einen Anwalt regeln lassen. Kostet halt was.

    Kommentar von Susanne1308 ,

    Das Haus gehörte beiden Eltern. Wurde 01/2016 der Schwester überschrieben. Die Mutter hatte kein Testament. Ich sollte jedoch (vor dem Tod der Mutter) eine Vereinbarung beim Notar unterzeichnen, dass ich auf mein Pflichtteil und Pflichtteilergänzungsanspruch verzichte und nur eine kleinere Geldsumme dafür bekomme. Die Vereinbarung habe ich aber nicht unterzeichnet. Meine Schwester hält aber an dieser Vereinbarung fest und möchte mir nicht mehr auszahlen bzw. mir auch erst nach dem Tod meines Vaters das Geld vollständig geben. Ich wollte keinen Streit aber auch der Schenkungswert wurde extra auf den Freibetrag gesetzt, dabei ist die Immobilie mehr wert. Reicht der Antrag eines Erbscheines beim Nachlassgericht, bzw. regeln die die Höhe des Erbes oder bleibt mir nur die Wahl eines Anwaltes?

    Kommentar von Rat2010 ,

    Aus der Sicht von Außenstehenden wird das ohne Anwalt nichts.

    Deine Schwester ist uneinsichtig und wie soll sie ohne Anwalt einsichtig werden? Du schreibst, sie hält an einer nicht getroffenen Vereinbarung fest. Du kannst sie ja nochmal ein letztes Mal fragen, ob das noch immer so ist, bevor du einen Anwalt beauftragst.

    Du bekommst nicht mehr, als dir gesetzlich als Enterbte zusteht. Wenn deine Schwester das nciht versteht, solles ihr ein Anwalt erklären.