Frage von MichelSon, 143

Zwei Jobs im Studium versteuern?

Hi,

ich bin Student und habe einen 450€ Job, den ich auch gerne weiterhin behalten möchte. Zusätzlich würde ich gerne ein paar Stunden (ca. 10h/Monat) in der Gastronomie arbeiten (ca. 100€ pro Monat).

Meine Frage ist, wie ich das am Besten hin bekomme. Soll ich den zusätzlichen Job mit 100€/Monat als Lst. Kl. VI angeben? Zahle ich dann auch KV, AV, usw.?

In meinen 450€ Job Zahle ich ausschließlich ca. 16€ RV pro Monat (habe micht nicht befreien lassen).

Lohnsteuer wär ja erstmal Wurst, da ich die ja wieder zurück holen kann, aber die Sozialversicherungen sind der Knackpunkt :/

----- Weiter führende Frage (optional) Ab Oktober werde ich den 450€ Job kündigen, da ich in ein 4 Monatiges Pflicht Praktikum wechsle (ca. 700€/Monat, Vollzeit). Würde da dann auch weiterhin weiter in der Gastro arbeiten. Wie ist das steuerlich mit so einen Praktikum? Wie stell ich das da am Besten an?

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Arbeitsrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von wfwbinder, 114

Als Student zahlt man bei Sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung immer nur die Rentenversicherung, weil Arbeitslosenversicherung entfällt, denn ein Student bleibt auch ein Student, wenn er keinen Studentenjob hat und die Steuer nach den allgemeinen Regeln. 

Also im Praktikum knapp 70,- Euro Rentenversicerung und keine Steuern, weil die erst bei ca. 960,- Euro beginnen.

Dann werden die 100,- Euro in der Gastronomie ein 450,- Euro job sein.

Bisdahin wird der 450,- Euro Job mit den 100,- zusammen gezogen und alles dann nach den allgemeinen Regeln für Anstellungen in der Gleitzone abgerechnet.  Einglücksfall fpür Deinen Arbeitgeber, denn statt 30,99 % auf Deine 450,- Euro zahlt er dann nur noch ca. 25 % Arbeitgeberanteile. und Dir werden die knapp 10 % Rentenversicherung abgezogen.

Kommentar von MichelSon ,

Und wie muss ich das Ganze dann angeben? Ist es nicht möglich den 450€ Job einfach so weiter laufen zu lassen wie bisher und den zusätzlichen Job einfach mit Klasse VI anzugeben (oder ist das dann noch Klasse I?)

Einerseits gehts mir um die "günstigste" Kombination von Möglichkeiten und zum anderen, was ich wie wo angeben/machen muss, damit das klappt :) Würde ja gerne zur Biergarten Saison demnächst starten.

Kommentar von wfwbinder ,

Das ganze ist kein Steuerproblem (bis zu 950,- Euro im Monat fällt keine Lohnsteuer an), sondern einSozialversicherungsproblem.

Entgelte unter 451,- Euro sind nach den Minijobregeln abzurechnen. hat man zwei solche Anstellungen, dann werden die zusammen gezählt. Oder man hat einen, der nach der Gleitzonenregel abgerechnet wird (ab 451,- Euro), dann kann man daneben einen Minijob haben.

Deine ganzen Steuerklassenüberlegungen kannst Du völlig vergessen.

Antwort
von RHWWW, 87

Hallo,

welche Art der Krankenversicherung besteht denn bisher:

- gesetzlich oder privat?

- eigenständig oder über die Eltern?

- wenn gesetzlich und eigenständig: Studentenbeitrag von ca. 80 Euro monatlich?

Gruß

RHW

Kommentar von MichelSon ,

Gesetzlich, da unter 25 noch bei den Eltern mitversichert

Zahle gar nichts an die KV.

Kommentar von RHWWW ,

Wenn die Bruttoverdienste zusammen mehr als 450 Euro monatlich betragen, endet die kostenlose Familienversicherung (gilt auch beim Praktikum). Der Studentenbeitrag liegt dann bei ca. 80 Euro monatlich (Arbeitgeber beteiligt sich nicht daran).

Es gibt eine Ausnahme: wenn der oder die Minijobs auf "Steuerkarte" laufen, kann max. der Werbungskostenpauschbetrag von 2000 Euro pro Kalenderjahr von den Einnahmen abgezogen werden. Wenn der Rest dann nicht mehr als 415 Euro monatlich beträgt, ist weiterhin die kostenlose Familienversicherung möglich.

Grundlage: pro rata/en bloc -> Einzelheiten hier:

 https://www.vdek.com/vertragspartner/mitgliedschaftsrecht_beitragsrecht/familien...

Wenn die Bruttoverdienste zusammen mehr als 450 Euro monatlich betragen, sind immer Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen. Die Arbeitnehmerhälfte ziehen die Arbeitgeber vom Verdienst ab. Es gibt hierbei keine Ausnahmen.

Beide Arbeitgeber sind vom Arbeitnehmer über den Zweit-Arbeitgeber zu informieren. Ggf. beendet der Arbeitgeber daraufhin das Arbeitsverhältnis.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community