Frage von Sarah85, 38

Zusammenveranlagung: Steuererklärung Pflicht?

Hallo Zusammen,

mein Ex Mann drängt mich eine gemeinsame Steuererklärung abzugeben. Ich war 2013 verheiratet und habe 8 Monate mit der Steuerklasse 5 gearbeitet. Da er die gemeinsame Steuererklärung machen und abgeben wollte, hat er die Abgabefrist für die Steuererklärung versäumt vorauf wir Anfang diesen Jahres eine Festsetzung in Höhe von 800 € bekommen haben. Da ich nicht wieder auf ihn warten wollte habe ich Widerspruch eingelegt und habe eine eigene Steuererklärung abgegeben. Soweit für mich alles gut. Nun erhalte ich, Monate später, ein Schreiben von seinem Anwalt, mit einer Frist von 5 Tagen, dass ich mich beim Finanzamt melden soll um einer Zusammenveranlagung zuzustimmen. Die Sache ist für mich längst erledigt und ich sehe es nicht ein mich nochmal mit meinem Ex-Mann in Verbindung zu setzen. Ich habe zudem noch eine alte Email mit der Diskussion über unsere Steuererklärung, in der er mir schreibt, dass ich sie auch alleine machen kann, falls ich nicht auf ihn warten will.

Muss ich mir jetzt auch einen Anwalt holen? Hat er das Recht mich dazu zu zwingen, auch wenn er mir schriftlich mitgeteilt hatte, dass ich auch eigenständig einen machen könnte?

Danke schon mal für eure Hilfe!

Antwort
von EnnoWarMal, 22

Die Antwort von Snoopy kann dich in böse Bedrängnis bringen. Außerdem ist das nichts, womit man sich beim Finanzamt "melden" müsste.

Zu beachten sind hier zweierlei Recht.

  1. Das Steuerrecht
    Hiernach müssen beide Ehegatten einer Zusammenveranlagung zustimmen. Das bedeutet, wählt einer der Ehegatten die Einzelveranlagung, gilt die dann für beide Eheleute.
  2. Das Zivilrecht
    Wenn die Zusammenveranlagung zu einer niedrigeren Steuer führt und die Einzelveranlagung zu einer höheren Steuer - insbesondere bei dem anderen Ehegatten - dann entsteht dem Ehegatten durch die steuerrechtlich zulässige Wahl der Einzelveranlagung ein Schaden. Du würdest dich also schadensersatzpflichtig machen.

Es gibt also nur zwei sinnvolle Möglichkeiten:

Entweder du stimmst der Zusammenveranlagung zu. In diesem Fall solltest du jedoch die Einzelbekanntgabe nach § 122 (7) Satz 2 AO beantragen.

Oder du verweigerst die Zustimmung und zahlst dem Ex die Differenz zwischen der Steuer, die er zahlen muss und der, die er eigentlich hätte zahlen müssen.


Antwort
von Snooopy155, 27

Du hast für das Scheidungsjahr die getrennte Veranlagung gewählt - das kann auch jedes Ehepaar so entscheiden. Damit hat sich für Dich die Angelegenheit erledigt.

Er möchte natürlich die Zusammenveranlagung, da dann sowohl das Ehegattensplitting und auch die von Dir nicht voll genutzen Pauschbeträge Berücksichtigung finden. Daher sollst Du Dich beim Finanzamt melden. Ich würde darüber nachdenken, wenn sich diese Unterschrift unter die gemeinsame Steuererklärung auch finanziell auszahlt.

Kommentar von wurzlsepp6682 ,

dummerweise nein .....

siehe Antwort von EnnoWarMal ....

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