Frage von kati44, 2

zusätzlich für die Pflege im Alter vorsorgen?

lohnt sich eine private Zusatzversicherung für die Pflege im Alter? Wenn ja, wie alt sollte man maximal sein?

Antwort
von Hanseat, 1

Hallo, man kann sich z.B. über die Webseite der AOKs (Stichwort Pflegeheimnavigator) sehr gut über die Kosten in den verschiedenen Pflegestufen und Heimen informieren. Diese sind garantiert höher als die Leistung der gesetzlichen / privaten Pflegepflichtversicherung. Es ist nun von der individuellen Situation abhängig (Einkünfte, Vermögen, familiäre Situation, usw.) ob man das bestehende Kostenrisiko absichern muss bzw. will. Wenn, dann ist die Aussage einer meiner "Vorrednerinnen", damit bis zum 50. Lebensjahr zu warten, kompletter Blödsinn. Hier geht es doch nicht darum ein Geschäft zu machen (deshalb auch bitte nicht die Frage ob sich sowas "lohnt"), sondern ein u.U. existenzielles (auch im Sinne von Lebensqualität) Risiko abzusichern. Die Beiträge sind natürlich niedriger, je früher Sie damit anfangen. Was die Gesundheitsfragen angeht, die sind sehr unterschiedlich (z.T. wird nur nach ganz bestimmten, schweren Krankeheiten gefragt) , je nach Anbieter, und es gibt durchaus einige gute Versicherer deren Gesundsheitsfragen es auch Menschen mit gesundheitlichen Problemen ermöglichen, eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Eine Zusatzversicherung kann 3 Formen haben (Pflegekosten-, Pflegetagegeld- und Pflegerentenversicherung), die z.T. großen Unterschiede können hier aber nicht diskutiert werden, das würde den Rahmen deutlich sprengen. Gute Zusatzversicherungen sollten in der Tat auch immer Leistungen für Demenz beinhalten, d.h. auch in gewissen Grenzen Leistungen bereithalten ohne das die Person eine Pflegestufe erhält. Pflegezusatzversicherungen sind relativ komplexe Produkte bei denen es she rauf das Kleingedruckte ankommt und man muss sich, ob man nun will oder nicht, auch mit dem entsprechenden Sozialgesetzbuch (SGB XI) befassen. Beratung durch einen unabhängigen Fachmann ist hier m.E. gefragt. VG,

Antwort
von Primus, 2

Lassen Deine finanziellen Verhältnisse es zu, dann ist es sicher nicht falsch an eine Vorsorge zu denken.

Wenn eine Zusatzversicherung für die Pflege im Alter abgeschlossen werden soll, dann gilt: je jünger und gesünder Du bist um so besser.

Allen Produkten mit Ausnahme der Pflege-Bahr-Angebote ist gemein, dass der Antragssteller vorher Gesundheitsfragen beantworten muss. Denn im Normalfall wird nur ein gesunder Kunde versichert oder es drohen heftige Zuschläge.

Also Achtung: Wer bei den Antworten schummelt, riskiert seinen Versicherungsschutz.

Antwort
von Springbutterfly, 1

Eine private Pflegezusatzversicherung lohnt sich, NICHT NUR für die Pflege im Alter, aber auch!

Wieso?

Erstens: Wer sagt, dass Du nur im Alter pflegebedürftig wirst?! Schon mal an einen Auto- oder Skiunfall gedacht (siehe Michael Schuhmacher), eine Operation mit Komplikationen (siehe Monika Lierhaus) oder einfach nur ein dummer Zeckenbiss mit Auswirkungen auf Deine geistige Leitsungsfähigkeit? Schon kannst Du auch mit 30 oder 40 oder 50 Jahren schwer pflegebedürftig sein.

Was zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung?

Derzeit max. 1550€ in Pflegestufe 3 (schwerste Pflegebedürftigkeit), in Stufe 2 (schwere Pflegebedürftigkeit) max. 1279€/Monat. Eine Reform der Pflegeversicherung steht im Raum, diese wird aber an der finanziellen Ausstattung wahrscheinlich wenig ändern.

Was kostet Pflege?

Stiftung Finanztest hat im Heft 5/2013 folgende (realistische) Annahmen getroffen: Für Pflegestufe 3 muss man mit ca. 2800-3800€/Monat rechnen, für Pflegestufe 2 ca. 2200-2400€.

Fazit:

Die gesetzliche Pflgeversicherung deckt nur knapp die Hälfte des finanziellen Bedarfs ab! Wer kein großes Vermögen hat, aus dem er die Lücke finanzieren kann (ca. 12' - 16'000€/Jahr), sollte eine private Pflegezusatzversicherung abschließen.

Man sollte allerdings eine Pflegetagegeldversicherung ohne Förderung anstreben, da die geförderten Tarife jeden Versicherten (auch die bereits kranken) aufnehmen müssen und daher teuer sind und teurer werden als ungeförderte Tarife, die nur über eine Gesundheitsprüfung zugänglich sind.

Da man nicht weiß, wann man pflegebedürftig wird, sollte man möglichst noch heute Angebote einholen!

Antwort
von Rentenfrau, 2

Hallo kati44, ich hab mich für dieses Thema auch schon interessiert und mir Angebote kommen lassen. Und so weiß ich, je später man die Versicherung abschließt, desto teurer wird es, auf der anderen Seite macht es wohl wenig Sinn (weil man dann so lange einzahlen muß, bis man evtl. Leistungen bekommt) vor dem 50. Geburtstag eine priv. Pflegeversicherung abzuschließen. Und wichtig ist, meine ich: daß Du grade gute Leistungen bekommst, wenn Du in den Pflegstufen 0 und I bist, denn wenn man Demenz bekommt, hat man meist nur die Pflegestufe 0 - hat aber hohe Kosten, weil man ständig Aufsicht braucht.

Kommentar von Springbutterfly ,

Mit einer privaten Pflegeversicherung zu warten, bis man mind. 50 ist, ist eine Wette darauf, dass einem bis dahin nix passiert! Das ist in meinen Augen kein guter Ratschlag. Ein Unfall, für den man u.U. noch nicht mal was kann, und man ist pflegebedürftig, und dann ist es aber zu spät für eine Zusatzversicherung. Sowas ist selten, kann aber passieren, und wenn man der eine von hundert ist, ist man es für den Rest des Lebens.

Die Angehörigen (Partner, Eltern, Kinder) müssten dann für einen aufkommen, ob sie's wollen oder nicht. Wer möchte ihnen das zumuten?!

Antwort
von free555, 2

das Risiko kann man sicherlich versichern. Aber man sollte auch bedenken, dass bei den aktuellen Zahlen das "Risiko" eines Pflegeheimes bei 10-15% liegt.

Es kommt mE auch auf die Umstände an: hat man Vermögen? Gibt es Angehörige?

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