Frage von blumenkohl, 70

Zur Vollzeitstelle noch ein Nebenjob-lohnt sich das steuertechnisch-wenn ja, wie am besten machen?

Wenn man zum regulären Vollzeitjob noch 20 h dazu arbeiten könnte, ist das ja zu viel für einen Minijob. Wenn man also einen 2. steuerpflichtigen Job macht, wie sieht es dann mit der Steuerbelastung aus-zu hoch und unrentabel, lieber nur 10 h auf Minijob machen-was ist besser?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Julia23, 55

Hast Du denn nur eine Teilzeitstelle? Denn laut Arbeitsgesetz darf man höchstens 48h die Woche arbeiten. Auch - wie schon erwähnt - muss der 1.Argeitgeber informiert werden und der muss seine Zustimmung geben, kann dies aber nur verweigern wenn Deine Arbeit darunter leidet oder Du bei der Konkurenz anheuerst

  • Auf 2.te Lohnsteuerkarte = Klasse VI, sind Abgaben fällig, so dass bei 1000€ Brutto "nur" ca. 660€ Netto überwiesen werden. Ob man im Folgejahr (Steuererklärung) Jahr dann Steuern nachzahlen muss oder Steuern erstattet bekommt hängt von verdienst Deines ersten Jobs ab. dafür erwirbt man auch Rentenpunkte und Anspruch auf Arbeitslosengeld (als kleiner Nebeneffekt)

  • als Minijobler gibt es bis zu 450€ brutto=netto ohne Abzüge wenn der 1.Arbeitgeber pauschal versteuert. Dafür so gut wie keine Rentenpunkte und kein Arbeitslostengeld-Anspruch

Kommentar von Julia23 ,

das "1." ist zuviel:

  • als Minijobler gibt es bis zu 450€ brutto=netto ohne Abzüge wenn der (Minijob-)Arbeitgeber pauschal versteuert. Dafür so gut wie keine Rentenpunkte und kein Arbeitslosengeld-Anspruch.
Antwort
von gandalf94305, 45

Da gibt es viele Aspekte, zu denen Du überhaupt keine Angaben machst. Daher versuche ich mal aus meiner Sicht ein paar Punkte zusammenzustellen.

  • Krankenversicherung: wenn Du PKV-versichert bist, gibt es hier keine Änderungen, es sei denn, der Nebenjob ist gefährlicher als Dein Hauptjob. Bist Du GKV-versichert, so kann das eine Erhöhung der Beiträge bedeuten, wenn Dein "Nebeneinkommen" über gewisse Grenzen hinausgeht.

  • Sozialversicherung: bist Du bereits an der Obergrenze des svpflichtigen Einkommens, so ändert sich nichts. Falls nicht, solltest Du prüfen, ob für den Nebenjob Versicherungsbeiträge anfallen bzw. wie diese Belastung sich im Verhältnis zum Zusatzeinkommen verhält.

  • Einkommensteuer, SolZ, Kirchensteuer: wer einen Nebenjob hat, hat wahrscheinlich auch mehr Werbungskosten. Es gibt also auch mehr Abzüge. Vorsicht jedoch mit einem Arbeitszimmer: dadurch, daß es ggf. nicht mehr einen Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit gibt, ändert sich die Absetzbarkeit.

  • Zustimmung bzw. Kenntnisnahme des Arbeitgebers: manche Nebenjobs sind vom Arbeitgeber des Hauptjobs zu genehmigen, andere gehen nur zu seiner Kenntnis, wieder andere müssen nicht einmal dort berichtet werden. Es kommt auf den Inhalt und Umfang des Nebenjobs an.

Generell wirst Du feststellen, daß aufgrund der Steuerprogression natürlich auf den Nebenjob eine höhere Steuerlast kommt, als das im Mittel auf das bisherige Einkommen der Fall war. Hattest Du einen Grenzsteuersatz von z.B. 30%, so ist der mittlere Steuersatz natürlich geringer. Die "nächsten Euros" werden jedoch mit 30% und mehr besteuert. Also wirst Du gefühlt weniger monetäres Ergebnis aus dem Nebenjob bekommen als aus dem Hauptjob.

Es gibt jedoch auch ein paar andere wichtige Punkte:

  • Vielleicht reicht der Hauptjob nicht aus, da er schlecht bezahlt ist.

  • Vielleicht machst Du den Nebenjob nicht für das Geld, sondern um Dich fortzubilden bzw. in einem Thema zu bleiben.

  • Vielleicht bekommst Du durch den Nebenjob eine bessere Anerkennung als im Hauptjob, d.h. der Hauptjob ist für das Geld, der Nebenjob für das Glücklichsein.

  • Vielleicht ist das bisher ein Hobby, das nun zu einem bezahlten und steuerlich relevanten "Hobbyjob" wird.

"Unrentabel" sollte man also nicht nur aus Sicht der Steuern betrachten, sondern auch aus den letzten drei Gesichtspunkten heraus.

Antwort
von SBerater, 43

hm. Schwere Frage, denn keiner kennt deine Steuerbelastung und keiner weiss, wieviel der neue Job bringen wird und ob dir das dann subjektiv als lohnenswert erscheint.

lohnt sich das steuertechnisch

Die Steuersätze liegen zwischen 0 und 45% (+ Soli). Wo dein Steuersatz liegt? Und welcher Steuersatz dir letztendlich noch als tolerabel erscheint?

Man darf auch die Sozialabgaben nicht vergessen. Die kommen noch dazu.

Antwort
von robinek, 32

Stimme SBerater zu. Aber das Hauptproblem zunächst dürfte sein: Lässt das Dein "Vollzeitarbeitgeber" überhaupt zu? Hast Du schon gefragt?

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