Frage von Kreppel, 113

Zugewinnausgleich und nachehelicher Unterhalt

Hallo liebe Finanzfachleute bei finanzfrage.net,

heute habe ich eine Frage die mich sehr beschäftigt.

Ein befreundetes Ehepaar denkt an Scheidung. Es lebt in einer Zugewinngemeinschaft und besitzt ein Mehrfamilienhaus das auf dem ererbten Grundstück des Ehemannes gebaut wurde. Der Ehemann ist allein im Grundbuch eingetragen. Der Wert des Hauses wird geschätzt. Der Ehemann ist gegenüber seiner Ehefrau unterhaltspflichtig.

Meine Fragen sind:

  1. Unterliegt das ererbte Grundstück dem Zugewinn? Wenn der m2 Preis für Grund und Boden während der Ehe gestiegen ist.

  2. Wenn die Ehefrau für das Haus nach dem Schätzpreis abgefunden worden ist, hat sie dann noch Anspruch auf einen Teil der Mieteinnahmen, die ja das Einkommen des unterhaltspflichtigen Ehemanns erhöhen?

3 Wie wird der vorhandene Hausrat eigentlich bewertet? Für den, der ihn behält sind es alte wertgeminderte Sachen, dem der neu kaufen muss reisst es ein ordentliches Loch in den Geldbeutel.

Es wäre schön, wenn bei den Antworten auf die gesetzliche Grundlage verwiesen werden könnte, damit ich mich mit dem Gesetzestext noch befassen kann.

Habt Dank für Eure kompetenten Antworten.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 89

Ja, @EnnoBecker hat Recht, dieses Thema hatten wir in unterschiedlichen Variationen schon mehrfach in Kurzer Zeit. Mal in sachen Erbe, mal mit Scheidung.

Dröseln wir es mal auf:

  1. Das Grundstück hat er geerbt, also ist es sein Anfangsvermögen.

  2. das Haus haben die beiden gemeinsam gebaut.

  3. Alles was zwischen Tag der Eheschließung und Einreichung der Scheidung mit dem Vermögen passiert ist Zugewinn.

  4. Unsterstellen wir 500 qm Grundstück war am Tag der Eheschließung 50.000,- Wert. Beide hatten kein Weiteres Vermögen.

  5. Haus mit Grundstück ist bei Einreichung Scheidung 300.000,- Wert, Restschuld 100.000,-.

  6. Da Das Grundstück ihm gehört (einschließlich allem was damit fest verbuunden ist, also dem Haus), hat er ein Endvermögen von 300.000,- - 100.000,- = 200.000,-. Anfangsvermögen 50.000,- Zugewinn = 150.000,- = Sie bekommt die Hälfte = 75.000,-. Das muss er in Geld auszahlen.

  7. Mit der Unterhaltspflicht hat das alles nichts zu tun, dass ist eine Frage des nachehelichen Unterhalts und da geht es um Einkommen.

  8. Hausrat. den könnte man ja auch teilen und jeder ergänzt, was ihm dann fehtl, so hätte jeder 50 % alt 50 % neu.

Vorschriften §§ 1372 ff BGB,

Das gilt auch für die Haushaltsgegenstände, mit der Besonderheit § 1568b BGB, wenn es z. B. wegen Kindern besondere Interessen gibt.

Kommentar von Kreppel ,

Danke, für die hilfreiche Antwort und die Mühe mir das noch einmal aufzudröseln...

Eine Frage habe ich noch:

Wenn das Mietshaus auf Rentenbasis verkauft wird, zählen die monatlichen Raten da auch als Einkommen? Der Zugewinn wurde doch bereits ausgeglichen und der Wert des Mietshauses nun wird verlebt.

Kommentar von wfwbinder ,

Die Rente muss mit dem Ertraganteil versteuert werden.

Also nicht der "Kaufpreisanteil" sondern der "Zinsanteil" so wie es wäre, wenn man den Kaufpreis sofort bekäme, da müßte man ja auch die Zinsen versteuern.

Antwort
von TaxQA, 68
  • das Grundstück ist seines
  • das Haus ist Zugewinn und wird anteilig aufgerechnet
  • wenn die Frau abgefunden wurde, hat sie keinen direkten Anspruch auf die Miete
  • die Mieteinnahmen gehören zu den Erträgen des Mannes und spielen bei der Unterhaltsberechnung mit ein wie all seine und ihre Erträge
  • Hausrat? Hier sollte man sich einigen, dass jeder das bekommt, was er haben will. Wie du sagst: der Istwert ist gering, Neuanschaffungen kosten Geld. In den Pott kommt nur der Istwert
Kommentar von wfwbinder ,

auch die Wertsteigerung am Grundstück gehört in den Zugewinn und auch das Haus gehört ihm, weil er allein im Grundbuch steht.

Kommentar von TaxQA ,

oups! Die Wertsteigerung hatte ich vergessen.

Antwort
von EnnoBecker, 61

@wfwbinder

Das ist ja nun wirklich was für dich, auch wenn es in diesem Monat bereits drölfmal Thema gewesen war.

Ich hab jedenfalls keine Kraft mehr, dies nochmals zu tippen.

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