Frage von Larissa75, 153

Zugewinnausgleich bei einer evtl. Scheidung

Hallo.

Ein Anwalt behauptet, dass wenn einem Ehepartner ein Haus geschenkt oder verkauft wird, von jemandem der n i c h t zur Familie gehört, dass dieses Haus mit in den Zugewinnausgleich bei einer evtl. Scheidung geht.

Ich finde im Internet, aber immer nur die Info, dass dies nicht so ist.

Könnt ihr mir da weiterhelfen? Es wäre sehr sehr wichtig.

Danke schon im Voraus.

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Antwort
von wfwbinder, 153

Das Einzige was mir dazu einfällt ist, dass der Anwalt im Studium entscheidende Vorlesungen nicht gehört und etwas zuviel das Studentenleben genossen hat.

§ 1374 (BGB) Anfangsvermögen

(1) Anfangsvermögen ist das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten beim Eintritt des Güterstands gehört.

(2) Vermögen, das ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstands von Todes wegen oder mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht, durch Schenkung oder als Ausstattung erwirbt, wird nach Abzug der Verbindlichkeiten dem Anfangsvermögen hinzugerechnet, soweit es nicht den Umständen nach zu den Einkünften zu rechnen ist.

(3) Verbindlichkeiten sind über die Höhe des Vermögens hinaus abzuziehen.

Natürlich geht die Wertsteigerung, ab dem Zeitpunkt in dem man geerbt hat in die Zugewinnberechnung ein. Also wer 2015 ein Haus im Wert von 200.000,- erbt und 2025 geschieden wird, wenn das Haus 250.000,- Wert ist, dann gehen die 50.000,- in die Berechnung des Zugewinns ein, aber natürlich nicht die 200.000,- und Ansprüche auf das Haus hat der Ehegatte auch nicht, sondern nur auf Ausgleich des Zugewinns.

Antwort
von gandalf94305, 136

Schenkungen und Erbschaften sind persönlich, d.h. sie erfolgen an eine bestimmte Person. Selbst dann, wenn eine Schenkung an ein Ehepaar erfolgt, würde dies eine 50/50-Aufteilung der Schenkung in eigentlich zwei Schenkungsvorgänge bedeuten. Dies ist u.a. auch relevant für die Berechnung einer etwa anfallenden Schenkungssteuer.

Damit ist jedoch auch klar, daß dieses Vermögen nach §1374 BGB nicht in den Zugewinnausgleich eingeht. Es kann bei Sachwerten (z.B. Immobilien) durchaus Uneinigkeiten der Bewertung des Anfangsbetrags kommen.

Dies gilt auch für Gewinne (z.B. Lotto), Abfindungen und Auszahlungen aus Risikoversicherungen.

Der ehezeitliche Zugewinn geht in den Zugewinnausgleich ein.

Wenn ein Ehepartner ein Haus verkauft hat, geht der Erlös in das eheliche Vermögen ein. In das Anfangsvermögen des Besitzers wird jedoch das Haus wieder eingerechnet, so daß sich in diesem Fall auch nur der Wertgewinn berücksichtigt wird.

Waren beide Ehepartner Eigentümer einer Immobilie (die sie beispielsweise vor der Heirat gemeinsam erworben haben), so gehen diese Teile natürlich ebenso anteilig in die jeweiligen Anfangsvermögen ein, da unabhängige Vermögenspositionen bestehen.

Antwort
von heinerbumm, 136

Da irren einige. Das Haus geht in den Zugewinnausgleich. Aber wie der Name schon sagt. Nur der Zugewinn wird geteilt, also das was das Haus am Ende der Ehe mehr wert war als am Anfang. Beispiel. Am Anfang der Ehe war das Haus 200.000 Euro wert, am Ende 250.000 Euro. Die 50.000 Euro werden geteilt. Das Haus gehört nach wie vor dem, dem es geschenkt wurde. Er muss nur den anderen mit 25.000 Euro abfinden.

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