Frage von dieleseratte,

Zu welchem Prozentsatz sollte man offene Immobilienfonds höchstens beimischen?

Zu welchem prozentsatz sollten offene Immobilienfonds höchstens einem Depot beigemischt werden?

Antwort
von gandalf94305,

In der Vergangenheit wurden offene Immobilienfonds in ihrer Sicherheit und Ertragsstärke gerne mit Staatsanleihen höchster Bonität verglichen, was jedoch eher in das Märchenland des Marketingsprech gehört. Meinen Eltern wurde beispielsweise im Rahmen einer "Beratung" bei der Kreissparkasse zur Anlage einer Abfindung angeboten, 1/3 des größeren Betrags in offene Immobilienfonds der Deka zu stecken. Kompletter Nonsense! Das hätte man vor 10 Jahren nicht tun sollen, nicht vor 5 Jahren, auch nicht gestern und morgen schon gar nicht. Japan hat bereits eine Immobilienkrise hinter sich und in den 1980ern deutlich gezeigt, daß nicht alles aus Beton Gold ist.

Die Tatsache, daß ein Fonds europäischer Aktien aufgrund irgendwelcher Krisen auch mal 50% in die Tiefe rauschen kann, um sich dann wieder erst über Jahre hinweg zu erholen, bedeutet jedoch auch nicht, daß man nicht in Aktien investieren soll. Ebenso bedeutet eine Bankenkrise nicht, daß man nicht in Finanzwerte investieren soll. Man muss eben nur um mögliche Volatilitäten wissen, sich absichern und entsprechend im Portfolio diversifizieren.

Daher sehe ich offene Immobilienfonds als einen soliden Baustein in einem gut diversifizierten Portfolio innerhalb der Position für das Anlagesegment "Immobilien". Dort gehören auch REIT-Fonds/ETFs hinein, die als Aktienfonds natürlich volatiler als offene Immobilienfonds sind, jedoch auch gute Erträge bieten, wenn sie entsprechende Qualität besitzen.

Je nach Planung kann daher meiner Meinung nach das Thema "Immobilien" in einem Portfolio durchaus 5-9% einnehmen, wovon die Hälfte offene Immobilienfonds, die andere Hälfte REIT-Fonds/ETFs sein können. Interessante REITs gibt es für Asia/Pacific, Europa, USA und global (was meist 40-60% USA und den Rest in Europa und Asien bedeutet). Bedenke, daß auch Value- und Dividenden-Fonds bereits einige REIT-Aktien enthalten können.

Antwort
von GeorgeAvard,

Offene Immobilienfonds stehen ja auf eher wackeligen Beinen. Vier Fonds wurden bereits geschlossen, sechs befinden sich in einem Auflösungsprozess. Sie sollten nur von erfahrenen Anlegern einem sonst soliden Depot beigemischt werden und möglichst zu einem Anteil von nicht mehr als 10%. So können sie durchaus eine sinnvolle Ergänzung bieten.

Antwort
von Privatier59,

Vor etwa 5 Jahren noch hätte man dem konservativen Anleger empfehlen können, sein gesamtes Vermögen in offene Immobilienfonds anzulegen. Diese hatten eine zwar eher magere dafür aber absolut konstante Wertentwicklung und boten so etwas wie die Quadratur des Kreises, nämlich die Anlage in den ansonsten sehr illiquiden Immobiliensektor zu jederzeitiger Kündbarbeit. Die Anlagewelt hat sich aus bekannten Gründen inzwischen geändert. Viele offene Immobilienfonds sind in der Abwicklung und ein Teil davon wird den Anlegern herbe Verluste bescheren. Aber auch die noch zugänglichen Vertreter dieser Spezies bereiten den Anlegern wegen der inzwischen eingeführten Verfügungsbeschränkungen keine große Freude mehr. Zudem ist nunmehr ja die Hauptgefahr dieser Fonds offen zu Tage getreten, nämlich die Unsicherheit bei der Bewertung des Anlagevermögens die sich jederzeit wertmindernd auswirken kann. Ich würde den empfohlenen Prozentsatz deshalb mit NULL ansetzen.

Kommentar von gandalf94305 ,

Auch vor fünf Jahren hätte man einem konservativen Anleger nicht empfehlen sollen, alles in Immobilienfonds zu stecken. Viele Eier und ein Korb? ;-)

Das Problem ist doch eher, daß selbst nach Bekanntwerden der Immobilienkrise und der Gefahr der möglichen Abwertung von Immobilien, die Anleger immer noch aus Ignoranz oder nach dem Prinzip Hoffnung an ihren Fonds festhielten - selbst wenn sie einen enormen Batzen ihres Portfolios ausmachten. Manche kauften dann ja sogar noch "billig" zu. Das ist naiv und gefährlich.

Antwort
von althaus,

Am besten gar nicht. Kaum hast Du sie gekauft, werden sie geschlossen oder abgewickelt.

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