Frage von ruhrpott,

Zinsmanipulationen, dürfen die Spanier als einzelne Personen mit Entschädigungen rechnen?

Ich habe gelesen, daß die Zeitung El Pais den Hinweis gibt, daß viele Banken von den betroffenen EU Bürgern mit Schadenersatzforderungen zu rechnen haben. Die Zinsmanipulationen hätten für sehr viele spanische Bankkunden in der EU die Kredite verteuert. Ist das wirklich nur in Spanien so oder müssen auch hier die Banken damit rechnen, daß sich einzelne Kunden an sie wenden werden mit Schadenersatzforderungen? Ist Spanien mehr betroffen als andere EU Länder von den Manipulationen?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo ruhrpott,

Schau mal bitte hier:
Bank Spanien

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Embachers,

Von den verbotenen Absprachen über Zinssätze dürften sehr viele Bankkunden aus Spanien betroffen sein, so hat der Madrider Wirtschaftsminister Luis de Guindos verlauten lassen. Die Höhe der Zinsen vieler Hypothekenkredite richten sich in Spanien nach dem Euribor.Die Kredite wurden also für viele EU Bürger verteuert. Ob hier Schadenersatzforderungen fällig werden, bleibt abzuwarten. Ich glaub nicht dran...

Antwort
von gandalf94305,

Das verstehe ich nicht ganz, denn die Manipulationen betreffen die LIBOR-Raten, nicht aber die EURIBOR-Raten, die nach einem anderen Verfahren von anderen Gremien festgesetzt wurden. Während sich viele Darlehensverträge (auch für Geschäftskunden in Deutschland) nach einem relevanten EURIBOR-Satz bestimmen, wäre mir nicht bekannt, daß LIBOR-Raten im EUR-Raum zum Einsatz kamen, wenn man innerhalb des EUR-Raums EUR-Darlehen aufnahm.

Kommentar von SBerater ,

dh

Kommentar von LittleArrow ,

betreffen die LIBOR-Raten, nicht aber die EURIBOR-Raten

Doch leider. Die Euribor-Raten werden zwar woanders und in einem anderen Gremium festgelegt, aber auch dort waren die maßgeblichen Händler infiziert. In beiden Händlerkreisen grassierte die gleiche kriminelle Intention, die nun zu Sanktionen führt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/libor-skandal-eu-verhaengt-strafe...

Antwort
von Privatier59,

Rechnen können sie damit, aber kriegen werden sie die Entschädigungen nicht. Wie überall auf der Erde -die USA vielleicht mal ausgenommen- muß man einen Schaden konkret beziffern können um ihn geltend machen zu können. Wie sollte das gehen? Man müßte auf den Cent genau ausrechnen können um wieviel teurer der Kredit durch die Manipulation geworden ist. Ich halte es für ausgeschlossen, dass das gelingen kann. Und wenn es jemand gelingen könnte, dann würde die Bank schon alleine aus Furcht vor Nachfolgern nicht freiwillig zahlen sondern auf den Rechtsweg verweisen. Und das, was mir über die spanische Justiz und deren Arbeitsgeschwindigkeit bekannt ist, dürfte nicht gerade Mut machen, diesen Weg einzuschlagen.

Antwort
von SBerater,

in Spanien hängen die Kreditkonditionen am EURIBOR. In Spanien sind die Hypothekenzinsen meist variabel. Das ist anders als wir es kennen. Eine Zinsbindung über x Jahre ist in Spanien unüblich.

Die Zinsmanipulation sehe ich nicht beim Euribor. Somit müsste man die Kausalität bzw. die Wirkung der Manipulation, die vom Libor ausging, auf die Zinskonditionen der span. Kreditnehmer oder Sparer nachweisen.

Forderungen mögen die Spanier haben. Aber wenn ich mir die Rechtsstreitigkeiten in solchen Angelegenheiten ansehe, wenn es um Einzelperson gegen Banken geht, dann verläuft das meiste im Sande. In D wurden nur wenige verdonnert, die man eigentlich bestrafen müsste.

Damit denke ich, dass in Spanien nicht viel passieren wird. Es mag die eine oder andere Klage geben, aber welcher Richter wird hier dem kleinen Manne Recht geben? Schön wäre es, wenn es anders käme.

Kommentar von LittleArrow ,

Die Zinsmanipulation sehe ich nicht beim Euribor.

Irrtum. Lies bitte hier:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/libor-skandal-eu-verhaengt-strafe...

Kommentar von SBerater ,

Danke für den Link.

Dann kann man hoffen, dass alle betroffenen Spanier klagen, damit durchkommen und entschädigt werden. Dann kommt Rettungsschirm II mit einer erneuten Bankenrettung und die EU-Bürger zahlen erneut für die Schurken an ihren Terminals mit ihren teuren Anzügen :)

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