Frage von Babalu, 1.701

Zeigt sich das Finanzamt kooperativ, wenn man Steuerschulden hat und einen Rückzahlungsplan möchte?

Hatte jemand von Euch schon mal steurschulden, die er nicht von jetzt auf gleich bezahlen konnte. Zeigt sich das Finanzamt kooperativ wenn man einen Rückzahlungsplan vorlegt und plausibel erläutert? Wie sind Eure Erfahrungen?

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von SBerater, 1.701

es kommt darauf an. Wie bei jedem, bei dem man Schulden hat, wird sich auch das Finanzamt überlegen, ob es darauf eingeht oder nicht. Die Frage ist doch auch, ob man zahlen könnte oder nicht. Wenn man nicht zahlen kann, dann bliebe dem Finanzamt nur eine Zwangsvollstreckung.

Wenn du regelmässiger Schuldner bist und deine Zahlungsmoral bei Steuern schlecht ist, wird das Finanzamt verschnupft reagieren.

Wenn du einen Zahlungsplan hast, der dem Finananzamt nicht passt, dann wird es auch schwierig.

Reden kann man mit dem Finanzamt. Man findet sicherlich eine Lösung. Was du wissen solltest: das Finananzamt stundet dir deine Schulden nur verzinst.

Antwort
von Rentenfrau, 1.528

Hallo Babalu, wenn Du die Steuerschuld nicht zahlen kannst, dann wird Dein "Steuervorgang" an die Vollstreckungsstelle des Finanzamtes weitergegeben und denen kannst Du sicher Vorschläge machen, wie Du die Steuerschulden zahlen kannst bzw. willst. Ich habe persönlich schon die Erfahrung gemacht, daß man mit dieser Vollstreckungsstelle vom Finanzamt "verhandeln" kann, wie man die Steuerschulden abbezahlt, hier ist es aber ganz wichtig, daß man die getroffenen Regeln verbindlich einhält.

Antwort
von vulkanismus, 1.362

So einfach, wie SBerater und Rentenfrau hier mitteilen, ist das aber nicht. "Die vom Finanzamt" kennen ihre Pappenheimer und sind vorerst mal garnicht auf Verhandlungen aus. Zuerst mal schauen sie sich Deinen "Steuervorgang" ganz genau an, und prüfen dann, ob evtl. Vorschläge für den Staat akzeptal sind. In Deinem Fall heißt das: Welche Art von Steuerschuld, wann fällig, wieviel bereits gezahlt, Raten ab wann, wieviele Monate zur endgültigen Begleichung, Kreditrahmen völlig ausgeschöpft. Du könntest hier genaue Angaben machen - es kennt Dich ja keiner und schämen muss man sich nur, wenn man des Staates Moneten für unnötige private Zwecke wie Sportwagen verprasst hat. Also los.

Antwort
von Meandor, 1.195

Die Fragen sind erstmal:

Was sind es für Steuerschulden?

Wie kam es zu diesen Steuerschulden?

Wie sieht der Rückzahlungsplan aus?

Und die wichtigste, warum ist eine Sofortzahlung nicht möglich?

Bestehen Deine Steuerschulden aus Lohnsteuer der Arbeitnehmer, bekommst Du gar keine Entgegenkommen. Handelt es sich um Umsatzsteuer, wäre eine Entgegenkommen möglich, aber nur unter engen Bedingungen.

Kam es zu Steuerschulden weil die Gelder für privaten "Luxus" verwendet wurden oder "weil man nicht wusste, dass man Steuer zahlen muss", dann kann man auch nicht mit einem entgegenkommen rechnen.

Wer meint, er könne 5.000 Euro in 50 Euro Raten abzahlen, kann sich die Erstellung eines Planes auch sparen.

Und wer meint, er nutze das Finanzamt als Bank und begleiche lieber andere Schulden, der kann es auch gleich lassen.

Vom Grundsatz her ist das Finanzamt aber kooperativer, wenn man sich von selbst meldet und als "goodwill" zumindest mal eine Anzahlung leistet.

Kommentar von vulkanismus ,

"Bestehen Deine Steuerschulden aus Lohnsteuer der Arbeitnehmer, bekommst Du gar keine Entgegenkommen. Handelt es sich um Umsatzsteuer, wäre eine Entgegenkommen möglich, aber nur unter engen Bedingungen." Da liegst Du aber heftig falsch. Gerade bei Umsatzsteuer gibt es keine Gnade, weil diese ja bereits vereinnahmt und somit veruntreut wurde. Je nach dienstlichen Anweisungen in den Bundesländern (abhängig -wieder mal- von der Personalausstattung) ergeht von den Vollstreckungsstellen Meldung an die Bußgeld- u. Strafsachenstelle. Und dann schepperts. Bei der Lohnsteuer gibt´s den bösen Haken der Gesamtschuldnerschaft, sodass evtl. sogar die Arbeitnehmer zu Kasse gebeten werden.

Kommentar von Meandor ,

Und in manchen Bundesländern eröffnet die Strabu gar nicht erst, weil die Ausreden zu gut sind...

Manche Bundesländer mögen Ihre Unternehmer und lassen dann auch ihre Ämter eine Auge zudrücken, wenn die Umsatzsteuer unternehmerisch verwendet wurde. Sollte die Umsatzsteuer aber für eine Privatentnahme verwendet werden, gibt es wirklich keine Gnade.

Die Gesamtschuldnerschaft muss leider irgendwann in Anspruch genommen werden, da der Steueranspruch vorgeht. Wobei ich da irgendwas in Erinnerung habe, das man sich nicht vom Arbeitnehmer holen darf, wenn dieser nicht wusste, dass der Arbeitgeber die Steuer nicht abgeführt hat. Aber Rechtsgrundlage für diesen Gedanken sind mir (momentan) keine bekannt.

Kommentar von vulkanismus ,

Der Arbeitnehmer haftet nicht, wenn er wußte, daß die LSt nicht vorschriftsmäßig a n g e m e l d e t wurde.

Kommentar von Meandor ,

Sicher?

Was ist, wenn der Arbeitgeber die Lohnsteuer in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung ausweißt aber,

a) sie gar nicht anmeldet

b) sie zwar anmeldet aber nicht bezahlt.

Wann muss der AN dann dafür einstehen?

Kommentar von vulkanismus ,

Meine Weisheit habe ich dem §42 d entnommen. Demzufolge haftet der AN, wenn die LSt nicht angemeldet wurde.

Kommentar von Meandor ,

Danke... Wieder ein weiteres Licht an.

Antwort
von HilfeHilfe, 1.072

direkt ins Gespräch gehen. deine Akte wird studiert. Allerdings hast du beim FA immer den schlechteren Part als Zahlungswilliger wie zB bei einem Inkasso.

Kommentar von vulkanismus ,

Aha, jetzt verstehe ich.

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