Frage von Zamira, 15

Zahlungsforderung trotz Quittungsnachweiß?

Hallo, ich habe im Mai 2011 Bücher bestellt. Ich kann mich noch dunkel erinnern, dass es Probleme gab, wegen einer Stornierung. Schließlich wurden die Bücher geliefert und ich bekam anbei eine Zahlungsquittung mit dem Vermerk, dass der Betrag bereits bezahlt wurde. Jetzt (September 2013) bekam ich mehrere E-Mails mit einer Zahlungsaufforderung. Ich habe dann die Quittungen rausgesucht und nochmals eingeschickt. Allerdings fordert der Onlineshop jetzt einen Kontoauszug als Nachweiß. Ist das rechtens? Reicht ein Quittungsbeleg nicht aus? Sie meinen sie können meine Zahlung nicht zuordnen und nun bekam ich auch noch die erste Mahnung per Post. Danke im Voraus!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Zamira,

Schau mal bitte hier:
Recht rechnung

Antwort
von gandalf94305, 12

Der vom Lieferanten selbst ausgestellte Beleg sollte hinreichend Beweiskraft haben, den Vorgan nachzuweisen. Wenn das nicht möglich ist, fragt man sich, wie der Onlineshop denn dann den Vorgang überhaupt anmahnen kann. Der Beleg, der die Zahlung bestätigt, hat doch genau die Funktion, die Zahlung zweifelsfrei zu bestätigen, denn wenn das nicht so wäre, warum wird er dann ausgestellt?

Wenn Du ganz lieb und nett sein möchtest, dann kannst Du dem Onlineshop Deine Kontoverbindung bzw. Kreditkartendaten nochmals mitteilen, damit sie aus den Buchungen Deine herausfinden können.

Antwort
von Snooopy155, 10

Die Quittung sollte ausreichend sein, wenn daraus der Bezug zu der Lieferung hergestellt werden kann.

Wenn der Lieferant mit seiner Buchführung auf Kriegsfuß steht und die Zahlung nicht zuordnen kann, ist das sein Problem.

Du kannst natürlich den Spieß umdrehen und mit dem Kontoauszug das mahnende Unternehmen wegen der ungrechtfertigeten Forderung verklagen.

Kommentar von Privatier59 ,

wegen der ungrechtfertigeten Forderung verklagen

Das wäre dann die "negative Feststellungsklage". Da aber müßte der Fragesteller den Nachweis der Zahlung führen und im Zweifel auch die Zahlung unmittelbar belegen können. Ohne Kontoauszug stünden seine Chancen schlecht.

Kommentar von EnnoBecker ,

wegen der ungrechtfertigeten Forderung verklagen

"negative Feststellungsklage"

Wozu? Lass doch den Hansel selber klagen, da hat der Fragesteller wesentlich bessere Karten.

Kommentar von Privatier59 ,

Ja natürlich, aber das ist das bei jedem Winkeladvokaten in solchen Fällen übliche Drohszenario, negative Feststellungsklage anzukündigen wenn die Gegenseite nicht umgehend bestätigt, dass die behauptete Forderung in Wahrheit nicht mehr besteht.

Kommentar von EnnoBecker ,

übliche Drohszenario

Natürlich. Jeder weiß doch, dass sich die Leute durch sowas einschüchtern lassen.

In einer Kabinettsorder vom 15. Dezember 1726 verfügte König Friedrich Wilhelm I. deshalb die Einführung einer einheitlichen Juristentracht in den Gerichten seines Territoriums:

Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, dass die Advocati wollene schwarze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man diese Spitzbuben schon von weitem erkennen und sich vor ihnen hüten kann.

Antwort
von Privatier59, 8

Nachweiß

Wenn man den Nachweis nicht erbringen kann, kann man sich schwarzz ärgern. Allerdings hat ein Quittungsbeleg ja noch wesentlich höhere Beweiskraft als der Zahlungsbeleg alleine, denn er beweist, dass die Zahlung auch beim Empfänger eingegangen ist.

Das Hauptproblem in dieser Deiner Sache dürfte nach meiner Einschätzung sein, ob das, was Du als Quittung bezeichnest auch wirklich eine solche ist. Steht da etwa "Ihre Zahlung in Höhe von xxx,xx Euro ist am xx.xx.xxxx bei uns eingegangen"? Oder stehen da nur Belanglosigkeiten wie "Vielen Dank für Ihren Auftrag"? Im letztgenannten Fall solltest Du Dich wirklich auf die Suche nach dem Kontoauszug machen.

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