Frage von clarissa22,

Zahlen gesetzliche Kassen die Zahnspange für Kinder?

Müssen die Eltern da selbst (zu einem Teil?) die Kosten übernehmen, wenn ein Kind eine Zahnspange braucht? Gbit es ggf. Versicherungen die das abdecken? Ab welchem Alter des Kindes wäre das dann sinnvoll?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Anna61,

Ein Kieferorthopäde muss bestätigen dass eine Spange nötig ist und einen Kostenplan erstellen. Diesen muss man bei der Krankenkasse einreichen. Nach der Genehmigung werden die Kosten in der Regel zu 100% übernommen.

Allerdings muss bis zum Ende der Behandlung jeweils 20% jedes Besuchs beim Kieferorthopäden selbst bezahlt werden. Dafür gibt es dann immer eine Rechnung die man auch gut aufbewahren sollte, denn wenn die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wurde gibt es das Geld wieder zurück. Die jeweiligen Zuzahlungen liegen bei gewöhnlichen Besuchen bei ca. 10-20€ wenn mal etwas größeres ist kann es auch über 50€ sein.

Ob es dafür eine Versicherung gibt weiß ich nicht, halte es aber auch nicht für sinnvoll.

Freundliche Grüße Anna

Antwort
von Primus,

Die einzige Antwort, die bisher richtig war, ist die von Ariene.

Mittlerweile ist es wirklich so, das die Zahnfehlstellungen nach Stufen eingeteilt werden. Alles was unter Stufe 3 ist, bezahlen die Eltern aus eigener Tasche.

Mit der Zahn-Zusatzversicherung ist das auch so eine Sache. Sobald ein Zahnarzt in den Unterlagen vermerkt hat, das eine kieferorthopädische Behandlung notwendig wird, zahlt die Versicherung nicht mehr.

Also: Auf jeden Fall vor der Behandlung genaueste Erkundigungen einholen, sonst kann es sehr teuer werden.

Antwort
von Ariene,

Was bisher geschrieben wurde ist richtig. Ich möchte noch erwähnen, dass diese Kostenübernahme der Kasse nicht bei jeder "kleineren" Fehlstellung funktioniert. Ob die Kasse überhaupt zahlt, hängt davon ab, wie die Fehlstellung innerhalb der "Kieferorthopädischen Indikationsgruppen" (KIG) eingeordnet werden. Erst ab KIG 3 zahlt die Kasse - am besten mal googleln, was das beinhaltet. Und dann zahlt die GKV "nur" die günstige Behandlung. Bei festsitzenden Zahnspangen heißt dass: keine Versiegelung der Zähne, um sie vor Karies zu schützen (die Zähne sind dann ziemlich schwer sauber zu halten), große Brecketts. Die kleinen und alles, was die Sache etwas unauffälliger macht, muss selbst bezahlt werden.

Eine Zahnzusatzversicherung wäre möglich, solange die Behandlungsbedürftigkeit noch nicht fest steht. Um so jünger das Kind ist, desto niedriger sind die Beiträge.Aber ob sie wirklich sinnvoll ist? Braucht das Kind später keine Spange, ist das Geld futsch. Vielleicht sollte man statt dessen jeden Monat 20€ für den Fall der Fälle zurück legen. Wenn das Kind dann keine Spange braucht, kann man das Geld anders investieren. Das muss aber jeder selbst wissen und Versicherungen vergleichen kostet erstmal nix.

Antwort
von TopJob,

Wie Anna61 schon richtig gesagt hat. Es ist ein prozentualer Selbstbehalt zu zahlen, welcher zum Abschluss der Behandlung von den Kassen zurückerstattet wird. Dieses hat den einfachen Grund, dass man so versuchen will, die "Abbrecherquote" zu senken. Eine erfolgreiche Kieferkorrektur ist nämlich erst dann erfolgt, wenn man die langen zwei oder drei Jahre die Behandlung auch durchhält.

Eine private Krankenversicherung kann unter Umständen auf den Selbstbehalt verzichten, eine Zusatzversicherung wirst du jedoch nicht, bzw. nur zu horrenden Beiträgen erhalten. Meiner Meinung nach ist das auch absolut blödsinn. Es würden schließlich nur alle Abbrecher von der Versicherung profitieren. Die Rückzahlung des Selbstbehalts würdest du nämlich natürlich dann nicht erhalten.

Antwort
von ellaluise,

Meiner Erfahrung nach zahlt die Kasse nur bei erheblichen Fehlstellungen. Evtl. private Zusatzversicherung zahlen dann vielleicht auch nur wenn die "Kasse" eine Leistung übernimmt. D.h. Sparen wenn du eine kieferorthopädische Behandlung erwartest. Allerdings wenn die Kasse nicht zahlt, ist die Behandlung wahrscheinlich auch nicht so aufwendig und nicht "so" teuer. Wir habe für die Behandlung unserer Tochter vor 4 Jahren 2400,- gezahlt. Dauer der Behandlung 24 Monate, die Rg. wurde immer 2-monatlich gestellt.

Antwort
von simongerstling,

Ich möchte noch ergänzen, dass auch bei den bezuschussten KIG 3-5 durch die sogenannte Mehrkostenvereinbarung Restkosten übrig bleiben.

Was nicht stimmt, dass eine Zahnzusatzversicherung für Kinder teuer ist oder nichts nützt. Wenn man sich informiert, wird man erfahren, mit welchen Kosten man rechnen muss - am besten bei einem Kieferorthopäden, da die Zahlen dort wirklich stimmen. Und erst dann kann man sagen, ob eine Zahnzusatzversicherung wirklich nützt oder nicht.

Eine Übersicht über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen im Vergleich zu privaten Zahnzusatzversicherungen gibt es hier: http://www.versicherung-vergleiche.de/onlinerechner/zahnzusatzversicherung/hilfe... Hier wird auch Bezug auf die KI-Gruppen genommen.

Mehrkosten sind eine private Sache und entstehen als Vereinbarung zwischen Patient und Kieferorthopäden bzw. kann durch komplizierte Fälle oder Methoden entstehen. Genaue Zahlen, wie gesagt, kennt nur der behandelnde Kieferorthopäde - hier gibt es keine pauschale Aussage, da es wirklich sehr individuell ist.

Antwort
von mig112,

Ich erlaube mir mal aus eigener Erfahrung den bisherigen Antwortern zu 100% zu widersprechen!

Junge 13 Jahre, Gesamtkosten Spange 2400, Anteil GKV 800 plus weitere 500 wenn nach 2,5 Jahren die Maßnahmen erfolgreich war. Eigenanteil der Eltern war die rechnerische Differenz oder fast 50%!

Mädchen 12 Jahre, Gesamtkosten 2200 zwecks Korrektur. Durch das Fehlen eines einzigen Millimeters an Fehlstellung betrug der Anteil der GKV 0%, somit Eigenanteil der Eltern 100%.

Eine sehr günstige Zahnzusatzversicherung für Kinder mit Top-Leistungen hätte JEWEILS bis zu 90% aufgestockt!

Kommentar von barmer ,

Hallo, das kann schon rein rechnerisch nicht stimmen. Wenn der zu erstattende Selbstbehalt 500 EUR war, muss die Leistung der Kasse vorher 2000 EUR gewesen sein bei einem Gesamtbeitrag von 2500 EUR.

Natürlich gibt es einige Zusatzleistungen, die der KFO empfiehlt , die sinnvoll sind, aber auch einiges was eher seinem eigenem Geldbeutel dient. Ob man dafür eine Zusatzversicherung abschliessen soll, ist Ansichtssache.

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