Frage von Orchik, 65

Wohnung mieten, Bürger aus dem Ausland - geht es?

Ich bin ein ausländischer Student mit keinem bzw. geringerem Einkommen und möchte in eine kleine und nicht teure Wohnung einziehen. Können mir meine Eltern für eine Wohnung bürgen, auch wenn sie nicht in Deutschland leben, auch nicht in der EU? Ich kann ihr Einkommen mittels übersetzten Lohnabrechnungen beweisen und z.B so eine Erklärung über meine Unterstützung vorlegen, die vom deutschen Konsul in meiner Heimat beglaubigt ist. Würdet ihr als ein Vermieter sowas in Ernsthaft nehmen?

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Antwort
von Rat2010, 44

Ob sich ein Vermieter die Umstände antut oder nicht hängt entscheidend von der Wohnung, der Situation vor Ort und persönlichen Sympathien ab. 

In München: tendenziell keine Chance! Allerdings in Wirklichkeit auch nicht für andere Studenten, die sich um eine auch an andere vermietbare Wohnung bewerben. Es gibt ja auch für Angestellte mit ordentlichem Einkommen keine brauchbaren und günstigen Wohnungen.

Das kann in Chemnitz oder Magdeburg ganz anders sein.

Tendenziell solltest du dir zuerst überlegen, was du willst und abwarten, was der Vermieter will. Tendenziell wird eine Bürgschaft der Eltern (so, dass sie plausibel ist und der Vermieter lesen kann) nicht schaden.

Fraglich ist allerdings, was du dir von einer solchen Wohnung erhoffst. Studentenwohnheime scheinen mir für ausländische Studenten schon wegen der Sprache interessanter und da sollte men eigentlich mit ausländischen Studenten nicht überfordert sein.

Antwort
von LittleArrow, 40

Deine Eltern können zwar bürgen (im grenzüberschreitenden Bereich würde man aus Rechtssicherheit jedoch eher "garantieren"), aber aus Vermietersicht ist die Werthaltigkeit dieses Zahlungsversprechens kaum für den Vermieter einzuschätzen. Als Vermieter würde ich sowohl Bonitätsrisiko als auch Rechtsrisiko (und evtl. das Länderrisiko) nicht akzeptieren. Was also tun?

Variante 1: Deine Eltern könnten ihrer Hausbank eine Mietzahlungsgarantie in Auftrag geben. Bei gutem Ruf und Länderrisko dieser Bank könnte die Garantie akzeptabel sein. Bei Zweifeln daran müßte die Hausbank eine deutsche Korrespondenzbank mit der Garantieherauslegung nach deutschem Recht beauftragen. Über die Kosten dieser sog. indirekten Garantie können sich Deine Eltern vorab informieren.

Variante 2: Alternativ kann ich Dir empfehlen, sich bei dem akademischen Förderungswerk Deiner Universität um einem Wohnheimplatz zu bewerben. Da gilt ein verschärftes Mietrecht und das Förderungswerk kennt sich mit derartigen "Problem"fällen gut aus. Sicherlich der einfachste und preiswerteste Weg. 

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