Frage von jeffjeffyjeff, 96

Immobilie geschenkt bekommen; anfechtbar von Stiefgeschwistern?

Hallo.

Ich habe ein komplexes Problem aber erst eine wichtige Einleitung:

Mein Vater ist 74. Er war verheiratet mit seiner ersten Ehefrau, mit welcher er 5 Kinder hat. Mit dieser Frau ist er seit 2010 geschieden (Scheidung war viel früher eingereicht dauerte aber sehr lange).

Dann hat mein Vater meine Mutter kennengelernt (seit 30 Jahren ca.) und hat mit ihr mich (18 Jahre alt) und meine 9 jährige Schwester.

Meine Stiefgeschwister sind alle über 30 und erwarten immernoch "Pflege" von meinem Vater .. = Geld. Diese haben halt dazu geführt, dass es meinem Vater sehr schlecht geht und er diese Kinder nicht mehr als richtige Kinder ansieht, da diese ihn nur noch als Bank sehen.

Dadurch will er halt seine jetzige Immobilie (ein MFH) NUR mir und meiner Schwester "übergeben" / schenken. Wenn er es über den "Testamentweg" machen würde, und seine anderen 5 Kinder enterben würde, hätten diese dann trotzdem ein Recht auf ihren Pflichtanteil oder? Deswegen will mein Vater die Immobilie vor seinem Tod an uns übergeben. Wäre es da eine Option, dass er die Immobilie einfach auf mich und meine Schwester überschreibt (oder nur auf mich, da ich 18 bin)? Könnten meine Stiefgeschwister das irgendwie rechtlich anfechten und diese Schenkung rückgängig machen? Er hat die Immobilie 1994 gekauft, aber ist alleine im Grundbuch eingetragen und alleiniger Eigentümer. Seine alte Ehegatte hatte weder bei der Grundschuld geholfen zu bezahlen, noch war sie an den Gewinnen durch Vermietung etc beteiligt. Trotz dessen hat mein Vater in Vergangenheit eine Anklage auf Unterhalt verloren und bezahlt ihr schon monatlich einen Betrag (Hälfte seiner Rente). Diese haben jetzt erneut meinen Vater auf Unterhalt verklagt (da er ja Geld verdient durch die Immobilie) - Darf man eigdl. 2x auf Unterhalt klagen? Ich meine, ihre Kinder müssten doch für ihre Mutter sorgen oder nicht? Sie sind seid 6 Jahren geschieden.

Die große eigentliche Hauptfrage ist: Wie kann mein Vater mir (oder mir und meiner Schwester) unsere Immobilie übergeben, OHNE dass die anderen Kinder das irgendwie anfechten können?

MfG

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Antwort
von barmer, 42

Hallo, wenn er anschließend noch 10 Jahre lebt, könnte es klappen.

Anderenfalls gilt es als vorgezogenes Erbe und die Geschwister können Pflichtteile geltend machen. Allerdings schmilzt der Anspruch in diesen 10 Jahren immer mehr ab.

Viel Glück

Barmer

Antwort
von Angelsiep, 30

Über die rechtliche Situation bist du ja jetzt hoffentlich aufgeklärt.
Aber kannst du dich in die Lage deiner Stiefgeschwister hineinversetzen.
Ich habe das Gefühl, daß du da kein Verständnis hast.

Dein Vater hat deine Mutter mit den 5 Kindern vor 30 Jahren warum auch immer verlassen.
Genauso werden diese Kinder das sehen.
Vermutlich waren einige der Kinder damals noch sehr klein.
Diese Mutter war sicher den größten Teil ihres Lebens damit beschäftigt, diese Kinder zu versorgen.

Um den Unterhalt von deinem Vater zu bekommen hat sie wahrscheinlich noch kämpfen müssen, so lese ich das aus deinen Zeilen, wo du ihr das auch noch vorwirfst.
Und nun sollen diese Kinder auch noch enterbt werden, weil für deinen Vater jetzt nur noch die Kinder aus der 2. Ehe zählen.

Ich hoffe, ich bin dir nicht auf die Zehen getreten, oder habe deine Zeilen falsch interpretiert, dann bitte ich um Entschuldigung.

Kommentar von jeffjeffyjeff ,

Entschuldigen brauchst du dich nicht für deine menschliche, logische und gutmütige Denkweise. Aber ich habe wichtige "Details" nicht erwähnt; denn es war nicht so wie du es dir vorstellst. 

Diese Mutter hat kurz vor der Scheidung eine Überweisung in Höhe von 200.000 DM erhalten für die Zukunft. Darüber hinaus hat er seine anderen Kinder (welche in der Türkei gewohnt haben) - JEDEN Monat - mit 2.000 DM versorgt - pro Kind; und das von klein auf bis sie ca. 25/30 waren. Des Weiteren hat er meiner Stiefmutter zum "Abschied" sogar ein Haus geschenkt. Diese haben ALLES verprasst und wollen immer mehr von meinem Vater - kurz um : meine jetzige Mutter hat mit meinem Vater 30 Jahre gearbeitet UM seine Ex und dessen Kinder ernähren, was ich ziemlich doof von meiner Mutter finde eigdl. Und nun ja, wenn man dieses Detail hinzufügt solltest du/man eigdl. die Denkweise meines Vaters und sein Vorhaben verstehen.


MfG

Antwort
von Privatier59, 36


hätten diese dann trotzdem ein Recht auf ihren Pflichtanteil

Ja und wenn das hinterlassene Vermögen dafür nicht ausreicht, gegen beschenkte Personen einen Pflichteilsergänzungsanspruch der allerdings innerhalb von 10 Jahren immer mehr abschmilzt:

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/\_\_2325.html

Eine Anfechtungsmöglichkeit gibt es da aber nicht.

Anders ist das aber bei Verarmung des Schenkers. Stell Dir vor, der Vater wird Pflegefall und das Sozialamt muß einspringen. In diesem Falle wird das Rückforderungsrecht bezüglich des verschenkten Gegenstandes auf das Sozialamt übergeleitet. Auch da gibt es aber eine Frist von 10 Jahren.

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