Frage von lohepudel, 43

Wo wird der Immobilienmarkt in deutschen Ballungszentren wohl noch enden, gehen die Preissteigerungen im Speckgürtel begehrter Städte gerade so weiter?

Wenn ich mir derzeit die Immobilienpreise für durchschnittliche Einfamilienhäuser und Baugrundstücke in unserer Region anschaue (Rhein-Neckar-Kreis, Umkreis um Heidelberg am Neckar), wundere ich mich, welcher Normalsterbliche sich das überhaupt noch leisten kann. In der Regel kommen ja zusätzlich noch Nebenkosten wie Makler, Grunderwerbssteuer etc. mit drauf.

Mit halbwegs normalen Netto-Gehältern von 3000-3500 Netto und Alleinverdiener-Status ist dies doch nicht mehr -wie früher offenbar häufig möglich- zu stemmen?

Waren diese Probleme vor 20 oder 30 Jahren ähnlich wie heute? Ich wollte z.B. letzte Woche eine bezahlbare ältere Immobilie besichtigen. Beim Makler angerufen, schon weg (Innerhalb einer Woche). Wie ist eure Einschätzung?

Antwort
von LittleArrow, 38

"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!" So wirst Du Dich sicherlich fühlen, was ich verstehen könnte.

Wie es vor ein paar Jahrzehnten aussah, kannst Du Dir bei der Betrachtung der damaligen Hypothekenzinssätze sicher schnell selber denken. Siehe mal unter http://www.windsurf-schmidt.de/hypzins1.htm. Damals war eine anfängliche Tilgung von 1 % p.a. üblich. Heute müssen es schon 3 % p.a. sein. Die Grafik zeigt aber auch, wie stark die Hypothekenzinsen bis etwa 1995 schwankten. Eine zu kurzfristige Zinsbindungsdauer, die ausgerechnet in einer hohen Anschlusszinsphase endete, führte in den Jahrzehnten davor fast regelmäßig zu finanziellen Schwierigkeiten und Zwangsverkäufen.

Sollten mal die heutigen Kapitalmarktzinsen wieder ansteigen, könnte es für manchen Kurzzeitfinanzierer (bis 10 Jahre Zinsfestschreibung) bei der Anschlussfinanzierung eng werden.

Für Dich wäre es doch klar, wenn Du Dir eine Immobilie aufgrund eines sicheren Arbeitsplatzes leisten kannst (und willst), dann könntest Du Dich ausgabenmäßig so binden. Du profitierst derzeit natürlich offenbar heftig vom Splittingtarif und dadurch wird die Lust auf Doppelverdienerschaft erheblich gebremst, aber auch die Chance zur zusätzlichen Altersvorsorge (denn das Geld geht ja in die Immobilienfinanzierung;-)

Die Immobilienpreise sind regional sehr unterschiedlich, aber das momentane Niveau dürfte auf Dauer nicht zu halten sein, egal wo. 

Antwort
von hildefeuer, 30

"3000-3500 Netto" davon habe ich die vergangen 40 Jahre geträumt und bestenfalls mal die Hälfte erreicht trotz Schichtarbeit. Aber ich habe trotzdem 2 Häuser gebaut. Wie geht das? Selber machen Stein auf Stein. Der Gewinn ist ja unter Bestimmten Bedingungen steuerfrei. Wann hat man mal die Möglichkeit einen 6 stelligen Betrag an Einkommen zu generieren, der Steuerfrei ist. Natürlich nicht in einer der Metropolen, sondern auf dem platten Land 50m über normalnull.

Kommentar von lohepudel ,

Danke. Auf dem platten Land funktioniert das. Aber da wir im Umkreis von 30 Km um die vertraute Umgebung bleiben wollen, sieht es hier in der Region übel aus. Auch hab ich beruflich bedingt einfach nicht die Zeit dazu. Unter der Woche bin ich 200 km weg, am WE fordert auch die Familie ihren Tribut. Selbst mit solch einem Netto ist das heute schwierig. Wenn ein Grundstück in halbwegs guter Lage sein soll, sind 200.000 € gar nix.

Kommentar von hildefeuer ,

Gut dann würde ich zweigleisig fahren. Gebraucht Immobilie weiter suchen (ca. 6-10 Monate) und parallel Möglichkeiten eines Neubaus ausloten ab Herbst 17. Die Preise für Bauland sind ja nur moderat gestiegen und die Herstellungskosten für Neubauten steigen so wie sie immer steigen und bleiben Überschaubar.

Dann fällt es auch leichter abzuwägen, wenn man genau weis was sowas neu kostet. Gebrauchtimmobilien sind ja immer eine Überraschungskiste, wo erst alles sichtbar wird, wenn man die Kiste aufmacht. Dann kommen die Überraschungen. Derzeit gibt es auch viele Schrottimmobilien, das ist die Gefahr.

Und nicht bei jeder Besichtigung mit der kompletten Family auflaufen, sondern schnell selbst besichtigen und dann nocheinmal vor Abschluß mit Familie.

Wenn das alles nicht geht und zu nix führt, warten bis die Blase platzt und dann zuschlagen.

Kommentar von hildefeuer ,

Das mit den Besichtigungen und Objekten die dann weg sind kann man umgehen, wenn man sich bei 5-10 Maklern als Objekt suchend registriert. Dann bekommt man auch mal Objekte besichtigt, bevor sie in der Zeitung stehen.

Antwort
von althaus, 20

Ich suche auch nach einer weiteren Immobilie, aber die Preise von heute will ich nicht bezahlen. Nicht um jeden Preis. Sollen sich andere drum schlagen. Wer heute noch ein Einfamilienhaus mit Grundstück sucht zahlt problemlos 450.000 bis 500.000€, wenn das Grundstück zumind. 350qm - 400qm hat. Spreche nicht von einem Kaninchenstall von Reihenhaus mit 150qm Grundstück. Sowas macht keinen Spaß und ist viel zu teuer. Viele überschulden sich derzeit wegen dem sehr niedrigen Zins und nehmen 300.000€ und mehr auf, was derzeit problemlos bezahlbar ist. Lass die Zinsen um 2% steigen und dann werden wir in 8 - 10 Jahren viele Zwangsverkäufe sehen, vor allem dann wenn der Job auch nicht mehr sicher war. Das ist das was viele nicht wahr haben wollen, denn heutzutage ist fast kein Job mehr sicher, es sei denn man ist Beamter. Ich habe Geduld und werde warten. Wenn die Zeit gekommen ist werde ich wieder zu vernünftigen Preisen eine Immobilie kaufen und kaum Kredit aufnehmen müssen. 

Antwort
von Rat2010, 33

So sieht eine Blase aus. Warte es einfach ab!

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