Frage von Koechin,

Witwenrente auch bei extrem kurzer Ehedauer?

Besteht auch bei einer extrem kurzen Dauer einer Ehe (durch den Tod des Ehepartners kurz nach der Eheschließung) ein Anspruch auf eine Witwenrente?

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Antwort
von bjoerni,

Der normale Anspruch auf die Hinterbliebenenrente besteht nach einem Jahr. Bei einer kürzeren Ehedauer kommt es auf den Fall an. Wurde die Eheschließung z.B. durch eine noch bestehende Ehe verzögert, dann besteht der Anspruch vielleicht schon zuvor

Antwort
von Rentenfrau,

Wenn die Ehedauer unter 1 Jahr war, prüft die Rentenversicherung beim Rentenantrag auf Witwenrente, ob evtl. eine Versorgungsrente vorlag (z. B. schwerkranker Mann heiratet seine langjährige Lebenspartnerin, damit diese nach seinem Tod versorgt ist). Wenn es aber ein Unfall war, bestehen gute Chancen auf eine Hinterbliebenenrente.

Antwort
von imager761,

Besteht auch bei einer extrem kurzen Dauer einer Ehe [...] Anspruch auf eine Witwenrente?

Nein - sh. mein Kommentar "Versorgungshehe" zu Lissa.

G imager761

Antwort
von Lissa,

Solange es sich um einen plötzlichen, nicht vorhersehbaren Tod handelt, kann ein Anspruch auf Witwenrente bestehen.

Kommentar von LittleArrow ,

Der Nickname der Fragestellerin läßt somit Schlimmes ahnen;-))

Kommentar von imager761 ,

Falsch. Bei einer Ehezeit unter einem Jahr geht der Rentenversicherungsträger immer von einer Versorgungsehe aus und verweigert Witwenrente regelmässig, wenn der Tod gesundheitsbedingt eintrat.

G imager761

Kommentar von blackleather ,

Das ist zutreffend. Aber dennoch ist die Antwort richtig, dass ein Anspruch bestehen kann - auch wenn der Versicherungsträger ihn erst mal verweigert.

Kommentar von imager761 ,

Die Rechtslage wäre da eindeutig - der Einschätzung von Rentenfrau kann ich mich nur voll anschliessen.

Kommentar von blackleather ,

Du hast Recht, die Rechtslage ist eindeutig:

§ 46 Abs. 2a SGB VI: "Witwen oder Witwer haben keinen Anspruch auf Witwenrente oder Witwerrente, wenn die Ehe nicht mindestens ein Jahr gedauert hat, es sei denn, dass nach den besonderen Umständen des Falles die Annahme nicht gerechtfertigt ist, dass es der alleinige oder überwiegende Zweck der Heirat war, einen Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung zu begründen."

In diesem "es sei denn", den "besonderen Umständen des Falles" und dem "Annahme nicht gerechtfertigt" liegt der Schlüssel. Diese Formulierungen ermöglichen es nämlich, dass im Umkehrschluss aus der Einleitung des Satzes eben doch ein Anspruch besteht.

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