Frage von striezl, 413

Wird eine Erbengemeinschaft - bei Tod eines Miterben - durch eine neuere Erbengemeinschaft ersetzt?

Folgende Situation: Ein Familienvater stirbt und hinterlässt neben der Ehefrau drei Kinder. Die Ehefrau erbt 1/2 des Gesamterbes, die Kinder jeweils 1/6. Da der Vater alleine im Besitz einer vermieteten Immobilie war, lösen die Erben die Erbengemeinschaft nicht auf sondern führen sie unter dem Namen "Erbengemeinschaft Max M." weiter. Nach einigen Jahren stirbt die Mutter, die drei Kinder erben und bilden die "Erbengemeinschaft Michaela M." und übernehmen damit den Anteil der Mutter in der Erbengemeinschaft Max M. Die Kinder sind jetzt also doppelt in der "Erbengemeinschaft Max M." vertreten: Einmal direkt als Miterbe, und nochmal über die "Erbengemeinschaft Michaela M."

Was passiert in so einer Situation? Wird eine der beiden Erbengemeinschaften aufgelöst, sodass zB nur die neuere weiterbeht, und jedes Kind 1/3 der Immobilie besitzt? Oder bestehen einfach beide weiter und müssten die Kinder explizit selbst eine der beiden Erbengemeinschaften auflösen? Ich denke bei dem ganzen insbesondere an die Feststellungserklärungen wegen der vermieteten Immobilie, da nach dem Tod der Witwe ja eine für den Vater und eine für die Mutter notwendig wären.

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Antwort
von Planck, 413

Eine "Feststellungserklärung" wird hier für die Erbengemeinschaft (EG) erstellt. D.h. alle Einkünfte der Miterben der EG werden erfaßt, nicht nur die der Immobilie.

Wenn das in der Vergangenheit jedoch schon anders gehandhabt wurde, spricht manches dafür, daß die EG "schleichend" in eine GbR "umgewandelt" wurde - und gar keine "EG Max. M" mehr bestand, sondern eine GbR mit diesem Namen.

Falls dies jedoch nicht der Fall war (die Feststellungserklärung also auch noch anderen Einkünfte der EG umfaßte und die EG nicht auseinandergesetzt war), spricht nunmehr einiges dafür, beide EG dahingehend  auseinanderzusetzen, daß jedes Kind 1/3 Eigentümer der Immobilie geworden ist (nunmehr dann in GbR, nicht in EG). Denn das ist ohnedies die wirtschaftliche Situation.


Antwort
von LittleArrow, 301

da nach dem Tod der Witwe ja eine für den Vater und eine für die Mutter notwendig wären.

Warum sollten zwei Feststellungserklärungen notwendig sein? Das ist doch nur eine unbrauchbare Hypothese. Eine reicht für die vermietete Immobilie.

Der Name der Erbengemeinschaft ist m. E. für Deine Fragestellung völlig irrelevant. Sie könnte sich auch EG Drittel nennen.


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