Frage von Gutachter, 5

Wird ein Mindestlohn nicht zwangsläufig dazu führen, daß Arbeitsplätze verloren gehen?

Mindestlohn ist ja wirklich gerecht u. eine gute Sache-aber ich befürchte hierdurch Stellenabbau. Wie denkt Ihr darüber? Kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen u. es für alle passend machen-oder Wunschdenken meinerseits?

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von wfwbinder, 2

Schwierige Frage. Die Arbeiten, die an einen Ort gebunden sind, kann man nciht auslagern.

Meine Wohnung kann ich nur in meiner Wohnung reinigen lassen, aber meine Raumpflegerin verdient sowieso schon einiges mehr.

Arbeiten, die in andere Länder ausgelagert werden können, werden betroffen sein.

FRiseur könnte betroffen sein durch mehr Schwarzarbeit.

In manchen Branchen wird man eventuell versuchen an scheinselbständige Subunternehmer zu verlagern.

Ich sehe den Mindestlohn etwas skeptisch.

warten wir ab.

Antwort
von Finanzschlumpf, 1

Nein, zwangsläufig - also zwingend ohne dass auch anders sein könnte - geht kein einziger Arbeitsplatz verloren. Das einzige was sich zwangsläufig ändert, sind die relativen Verhältnisse.

Es mag argumentiert werden, dass unser dann stattfindender Exporteinbruch Arbeitsplätze vernichtet, aber

  1. Exportieren wir ja nur tolle deutsche Qualitätsprodukte, da ist der Anteil derer, die weniger als 8.50 die stunde verdienen wohl gering.

  2. Zeigen die anderen Länder der Welt, dass man auch mit Handelsbilanzdefiziten keine Massemarbeitslosigkeit hat. Fallender Export kann problemlos inländisch kompensiert werden.

Antwort
von imager761,

Das Argument der Konservativen ist nun wiederlegbar.

Einerseits durch Erfahrungen der Länder, die ihn haben und andererseits dadurch, dass ein flächendeckender Mindestlohn keinen Nachteil für alle AG darstellt (Angebotsgrenze).

Die Kunden müssen wissen, dass sie das eine, einträgliche Einkommen, eben nicht ohne das andere, Preissteigerung, bekommen.

Die Gefahr besteht allerdings, dass durch windelweiche Kompromisslösungen (Ausnahmeregelungen) die Firmen und Mitarbeiter gelackmeiert sind, die ihn schon haben und andere sich noch 2 Jahre lang einen unfairen Vorteil verschaffen dürfen (Verdrängungswettbewerb).

Antwort
von Ernestine178, 2

Als Beispiel werden oft die Friseurinnen genannt. Ich befürchte, dass viele von ihnen enttäuscht sein werde. Je nach Sachlage. Denn wenn der Friseurbesuch teurer wird, werden es die Kunden sicherlich am Trinkgeld einsparen. Das Trinkgeld ist steuerfrei während der höhere Lohn versteuert werden muss. Dies gilt auch für die Gastronomie.

Des Weiteren ist es ungerecht, denn viele AN, die nach Stunden bezahlt werden, verdienen dann pro Stunde mehr als AN mit Festgehalt und vielen Überstunden. Und das oft bei viel geringerer Ausbildung.

Kommentar von Finanzschlumpf ,

Sehr guter Punkt das mit dem Unterschied Stundenlohn / Fixgehalt.

Kommentar von wfwbinder ,

Abwarten, wenn das Gesetz da ist. Wenn es handwerklich gut wird, dann müßte dort ein öPassus drin sein, dass das Ergebnis der Division Monatsgehalt/Festloshn, dividiert durch die vertragliche Arbeitszeit mindestens den Betrag des Mindestlohns ergeben muss.

Kommentar von Ernestine178 ,

Aber das ist doch reine Theorie. Das ist nämlich etwas, das mich schon sehr lange ärgert. Im meinen Arbeitsverträgen stand immer (ich muss leider 'stand' sagen, da ich im Moment arbeitsuchend bin): Wochenarbeitszeit beträgt 40 Stunden. Überstunden müssen geleistet werden und sind mit dem (eigentlich ganz guten) Gehalt abgegolten. Auch in meinem Bekanntenkreis ist das nicht anders. Dann gibt es Geschäftsessen bis Mitternacht, Geschäftsreisen am Wochenende, Wochenendarbeit zu Hause am Laptop etc. Und wenn man dann das Festgehalt mal auf die Stunden umrechnet fragt man sich, warum man so gut ausgebildet ist. Denn jeder Hilfsarbeiter bekommt für Überstunden noch Zuschläge. Somit verdient er am Ende fast genauso viel pro Stunde. Diese Diskrepanz wird sich durch den Mindestlohn verschärfen.

Antwort
von SBerater, 2

eigentlich weiss es keiner so recht. Es gibt unterschiedliche Argumentationen und jede ist verständlich und schlüssig für sich. Nur: wie es wirklich kommen wird, kann keiner sagen.

Man könnte in andere EU-Länder sehen, wo es einen Mindestlohn gibt. Bei einigen kann man Gründe dafür, bei einigen Gründe dagegen finden.

Ich erwarte an der einen oder anderen Stelle Kündigungen, aber nicht in der Heftigkeit wie einige behaupten. Wenn Jobs verlagert werden können, dann werden sie (wieder oder weiter) verlagert. Und was passiert dann mit den Gekündigten? Die fallen in die Arbeitslosigkeit und irgendwann in Alg 2. Das zahlt dann eben die Allgemeinheit und nicht mehr ein Arbeitgeber.

Fakt ist auf jeden Fall, dass jeder von seinem Job leben können sollte. Und da sind 8,50 Euro pro Stunde schon knapp bemessen. Aus dieser Sicht ist das mehr als gerecht.

Antwort
von Privatier59, 1

Das einzige was durch den Mindestlohn zwangsläufig geschehen wird ist, dass viele Leistungen erheblich teurer werden. Ob das die Verbraucher zu weniger Konsum veranlassen wird, bleibt abzuwarten.

Kommentar von Ernestine178 ,

Muss ja, denn das verfuegbare Einkommen erhoeht sich dadurch nicht.

Antwort
von robinek, 1

Würde an Deiner Stelle zunächst mal abwarten bis wann das Gesetz unterschrieben wird. Der Mindestlohn von 8,50 € soll doch dann erst ab 2015 gelten!!?? Wer weiss was Du bis dahin um diesen Betrag noch bekommst? Wenn jetzt schon alle öffentlichen Baumassnahmen in kostenmässige Bereiche steigen welche niemand mehr unter Kontrollen hat. (Stuttgart 21 - Flughafen Berlin usw., usw. ) Was bekommst Du, wenn überhaupt, ca. 2015 noch um das Geld?)Strom, Gas,Wasser, allg. Lebensunterhalt, Mieten, was bezahlst Du dann dafür? Was den Stellenabbau anbelangt, auch hier werden sich Türe und Tore öffnen, bei der steigenden Einwanderung. Alles wurde ja in "Nachtsitzungen" beschlossen alle waren sehr, sehr müde wirkten aber ihren gemachten Spässen nach noch sehr frisch. Was man nicht alles über sich ergehen lässt um Macht zu erhalten oder an der Macht zu bleiben

Antwort
von althaus, 1

Ja, es werden Arbeitsplätze wegfallen um Kosten zu sparen.

Antwort
von Ernestine178, 2

Das auf jeden Fall. Die Frage ist nur wie viele.

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