Frage von althaus,

Wird der stark fallende Goldpreis auf die Aktienmärkte einen Einfluß haben?

Oder hat der Goldpreis mit den Aktienmärkten nichts zu tun?

Antwort
von SBerater,

der fallende Goldpreis kommt m.E. vom Rückzug grosser Investoren. Viele Investmenthäuser sprechen sich nicht mehr (so) positiv in Sachen Gold aus. Die haben nun verdient und die Reise kann nach unten losgehen.

Die Explorer, deren Geschäft Gold ist, werden darunter leiden. Deren Kurse werden auch fallen.

Ob der gesamte Markt fallen wird? Hm. Gute, wie auch schwere Frage! Ich sehe grundsätzlich die Tendenz in den letzten Jahren, Gold zu kaufen, weil die Risikoaversion hoch war. Nun kommt das Vertrauen zurück. Damit müsste es zu einer Umschichtung kommen, das Vermögen in Gold geht in andere Assetklassen. Im Moment ist es nur so, dass andere Risiken auf den Aktienmarkt drücken könnten.

Antwort
von gandalf94305,

Der Goldpreis hat etwas mit Spekulation zu tun. Man sieht gerade an dem massiv einbrechenden Goldpreis (ähnliche Effekte gab es vor einiger Zeit, als Marginanforderungen in New York erhöht wurden), daß Spekulanten sich von diesem Edelmetall verabschieden. Silber bricht ebenso dramatisch im zweistelligen Bereich ein. Manche Minenaktien, die im Edelmetallsektor unterwegs sind, werden darunter natürlich auch leiden. Die meisten Aktien sind hier jedoch unberührt.

Die Marktreaktion im Bereich der Aktien ist jedoch mal wieder so USA-zentrisch komplett überdreht, daß man eigentlich schon bald wieder einsteigen muß :-)

Eigentlich sollte bei einer erhöhten Angst ja der Goldpreis steigen, während Aktien fallen... aber hier fallen nun Aktienmärkte und Goldinvestoren werden risikoaversiver. Health Care are heute ja der einzige Lichtblick. Utilities schafften es knapp ins Plus.

Es wird wieder Gelegenheiten für Nachkäufe geben :-)

Kommentar von althaus ,

Was sollte man nachkaufen? Werte mit hoher Dividende? BASF zum Beispiel?

Kommentar von gandalf94305 ,

Nachkaufen würde ich hier diejenigen Werte, die unter diesem Marktsentiment überdurchschnittlich leiden, d.h. Rohstoffaktien, Industrials, zyklische Konsumgüter oder sogar ETFs auf Industriemetalle. Sie sollten sich anschließend wieder überdurchschnittlich erholen.

Kommentar von althaus ,

Die Frage lautet: Wann nachkaufen, wenn wir möglicherweise erst den Anfang der Talfahrt bei den Industriemetalle gesehen haben.

Kommentar von gandalf94305 ,

Na, am Ende der Talfahrt logischerweise :-) :-) :-)

Kommentar von althaus ,

Danke, den Zeitpunk´t sollte man aber wissen. Meist weiss man das nicht oder erst zu spät nachdem die Kurse wieder 20% - 30% gestiegen sind.

Antwort
von Privatier59,

althaus: Google mal die Goldpreisentwicklung seit 1980. Da beantwortet sich Deine Frage von selber. Während die Aktienmärkte Kapriolen schlugen, verharrte der Goldpreis über 2 Jahrzehnte im Keller. Erst vor wenigen Jahren kam Schwung in die Goldpreisentwicklung und jetzt schwingt es wieder zur anderen Seite. Lustig daran finde ich, dass Analysten die vor kurzem noch ewig steigende Goldkurse vorhergesagt hatten nunmehr ins andere Lager wechseln.

Antwort
von Rat2010,

Nach oben oder nach unten???

Tendenziell hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Eventuelle Einflüsse in die eine wie die andere Richtung gleichen sich aus.

Kommentar von althaus ,

Wer nun Gold verkauft muss ja das Geld irgendwie wieder investieren. Ich sehe nur Aktien als Alternative. Daher denke ich sollte ein fallender Goldpreis die Aktien sützen, oder?

Kommentar von Rat2010 ,

Auch aus meienr Sicht wird - vor allem allerdings "wurde" - von Gold in Aktien umgeschichtet, was dem negativen Effekt (Konsumenten werden Ärmer, Goldminenaktien verlieren an Wert) entgegenwirkt.

Auch könnte sich rumsprechen, dass gute Aktien derzeit die sicherste aller möglichen Anlageformen sind.

Man darf sehr gespannt sein, ob und wann es zu ähnlichen Effekten wie jetzt beim Gold bei den (aus den selben Grünedn aufgeblähten) Staatesanleihen und Immobilien kommt. Es dürfte noch einiges an Überraschungen kommen. Früher oder später. Außer bei den (schon sehr günstigen) Aktien ist der Weg nach unten bei vielen Anlageklassen lang geworden.

Kommentar von gandalf94305 ,

Nicht unbedingt. Da ein so hoher Anteil von Spekulanten im Markt ist, wäre anzunehmen, daß diese über Marginhinterlegungen arbeiten, d.h. überhaupt nicht mit vollem Kapitaleinsatz, sondern mit Leverage arbeiten. Also wird auch nicht in gleichem Maße Geld "frei" wie Gold verkauft wird, sondern nur im Bereich von ein paar Prozent dieses Volumens. Dieses fließt in defensive Sektoren, wie man gestern sehen konnte - Health Care und Utilities.

Antwort
von NasiGoreng,

Ja, vor allem auf die Goldminenaktien. Bei denen sinkt der Gewinn, weil die Förderkosten ständig steigen und jetzt auch noch die Verkaufserlöse sinken.

Überlegen sollte man sich, was die Goldverkäufer mit ihrem Geld wohl machen. Sicher kein Festgeld bei der Sparkasse.

Kommentar von althaus ,

Dann sollte es ja eine stützende Reaktion geben für die Aktienmärkte, oder? Immernhin rendieren die Aktien mit ihren hohen Dividenden am höchsten.

Kommentar von gandalf94305 ,

Man sollte auch die Recycler nicht vergessen, denn ein Großteil des industriell verwendeten Goldes kommt heute nicht aus Minen, sondern aus Recycling.

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