Frage von Goldjunge,

Wird Burnout von Berufsunfähigkeitsversicherungen übernommen?

Ist ein ärztlich attestiertes Burnout auch von Berufsunfähigkeitsversicherungen anerkannt oder muss man hier fürchten, dass dies nicht als Grund nicht weiter beruflich tätig sein zu können akzeptiert wird?

Antwort
von SiSaSu,

Es gibt Burnouts die von der Versicherung anerkannt werden und bei denen die Versicherung dann auch einspringen muss. Das kommt in erster Linie auf die Bescheinigung von deinem Arzt an und dann in zweiter Linie auf deinen Versicherungsvertrag. Aber generell ist Burnout eine anerkannte Tatsache, die zur Arbeitsundfähigkeit führen kann und damit muss eine Berufsunfähigkeitsversicherung einspringen, den dafür ist sie da.

Antwort
von fuchsy,

Ein Burnout ist doch nur eine nettere, gesellschaftlich akzeptiertere Bezeichnung für eine Depression, weil hier eine Assoziation zur einer (Arbeits-)Leistung hergestellt wird.

Und Depressionen und andere psychische Erkrankungen sind die mit am häufigsten eintretenden bzgl. einer Berufsunfähigkeit. Daher wird das bei entsprechendem Attest sicherlich akzeptiert...

Antwort
von amadeusmozart,

Wenn der ärztliche Befund steht und der Beruf über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten nur noch zu weniger als 50% ausgeübt werden kann, dann greift die BU hier. Bei älteren Verträgen sind psychische Leiden manchmal noch ausgeschlossen, es lohnt sich also den vertrag zu überprüfen und ggf. eine Anpassung vorzunehmen.

Kommentar von Helge001 ,

Problem ist eher die Definition. Burn out gibt es auch heute noch nicht in den Definitionen.

Kommentar von Candlejack ,

Wieso sollte es auch ? Die Def einer BU sieht vor, die Rente zu zahlen, wenn man seinen Beruf mehr als 6 Monate zu mehr als 50% aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann. Es gibt dort keine speziellen Definitionen von Krankheiten oder Gründen. Burnout gab es vor 20 Jahren noch nicht, trotzdem kann eine 20 Jahre alte BU Rente bei Burnout zahlen.

Antwort
von Niklaus,

Es wird anerkannt, wenn es einen ärztlichen Befund gibt.

Beim Abschluss einer BU gibt es leider viele Fallstricke zu beachten. Wichtige Kriterien für die BU sind die Prozessquote der Anerkennung sowie Ausschluss der abstrakten und ggf. der konkreten Verweisung und noch vieles mehr. Ein Laie findet hier nicht durch und geht hier die Gefahr ein große Fehler zu machen oder bei der falsche Versicherung abzuschließen. Deshalb BU- Versicherung nie ohne Versicherungsmakler. Es geht um sehr viel Geld. Was nutzt ein günstiger Beitrag, wenn es an bestimmten Leistungen der Versicherung fehlt. Dann ist Geiz nicht mehr g.e.i.l sondern dumm.

Noch ein kleiner Hinweis vom Profi:

Am 1.1.2008 ist das neue Versicherungsvertragsgesetz in Kraft getreten. Dort wurde Berufsunfähigkeit neu definiert. Demnach ist jemand berufsunfähig: "Wer den zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgestaltet war, ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall nicht mehr ausüben kann.

Diese Definition wird von den meisten Versicherungen so in ihre Bedingungen übernommen. Fazit: Wenn jemand durch Kräfteverfall BU wird, wird ab einem bestimmten Alter immer auch geprüft werden, ob dieser Kräfteverfall altersbedingt sein kann. Diese kundenunfreundliche Bedingung ist meines Erachtens ein zukünftiger Streitpunkt. Allerdings gibt es auch Versicherungen(5x) die bewusst auf diese verschärfte BU-Definition verzichten und bei normalem Kräfteverfall eine BU-Rente zahlen ohne Unterscheidung, ob der Kräfteverfall eine andere Ursache hat als das Alter.

Kommentar von GAFIB ,

@Niklaus: Du postest hier ja regelmäßig den Punkt zum "altersentsprechenden Kräfteverfall".

Dieses Thema ist in deutlich weniger als 1% aller BU-Fälle relevant für die Anerkennung einer BU. Führend sind inzwischen die psychischen Erkrankung mit ca. 35% aller Fälle.

Das renommierte Versicherungs-Analysehaus Franke & Bornberg qualifiziert das Thema "altersentspr. Kräftverfall" deshalb als "Pseudo-Highlight" ohne messbare Vorteile.

Es gibt aber einige tatsächliche wichtige Klauseln, z.B.

  • verbesserte berufsspezifische Klauseln
  • niedrige Differenz zwischen Brutto- und Nettoprämien
  • kurze Regulierungsdauer bei Leistungsfällen (vgl. im Artikel)

die es sich zu beachten lohnt bei der Auswahl einer leistungsstarken BUV.

http://www.cash-online.de/?p=100929&page=2

Kommentar von Niklaus ,

@GAFIB: Franke & Bornberg sehe ich als kritisch an. Ich kann mich noch erinnern, als es die ersten BUVs gab, die auch ein BU-Rente zahlten, wenn während der BU eine Tätigkeit aufgenommen wird. F& B hat die gar nicht im Vergleich gehabt, weil es nur eine Versicherung damals gab, die diese Klausel hatte. Du weißt was ich meine. Konkreter Verweisungsverzicht ab mehr als 20% Einkommensreduzierung des Bruttoeinkommens an.

Natürlich sind die anderen Punkte sehr wichtig. Es gibt einen ganzen Katalog von wichtigen Leistungen und Punkten bei einer BU zu beachten,

Provokative Frage: Willst du ein Haftungsproblem haben, weil die Versicherung meint, dass der Kräfteverfall deines Kunden mehr als altersbedingt ist und deshalb nicht zahlt?

Kommentar von leuschner44577 ,

@GAFIB: Du sprichst mir aus der Seele!

Antwort
von althaus,

Die Diagnose alleine sagt nichts über die Arbeitsfähigkeit aus. Man kann trotz Burnout voll arbeitsfähig sein.

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