Frage von sunshine2015, 34

Wird bei einem ganzjährig verpachteten Ferienhaus zur Absetzung von Werbungskosten eine sog. Gewinnerzielungsprognose über 30 Jahre seitens Finanzamt gefordert?

Hintergrund: Wir haben ein Ferienhaus im Wald (in Deutschland) seit langer Zeit in Familienbesitz. Nutzen können wir es derzeit aus beruflichen Gründen nicht. Aufgrund der besonderen Lage überlege ich es ganzjährig zu Verpachten und anfallende Aufwendungen für Reparatur, etc. steuerlich geltend zu machen. Die zu erwartenden monatliche Pacht ist nicht hoch, evtl. 100 bis 200 Euro. Wird bei einer ganzjährigen Verpachtung/Vermietung eine sog. Gewinnerzielungsprognose seitens Finanzamt gefordert?

So könnte ich zumindest das Häuschen im Familienbesitz halten und hätte noch steuerliche Vorteile, denn es stehen Reparaturen an. Wäre es evtl. sogar sinnvoll das Haus innerhalb der Familie zu verkaufen um Abschreibungen auf die Anschaffungskosten zu erhalten? Das Haus haben meine Großeltern vor über 40 Jahren gebaut.

Antwort
von EnnoWarMal, 19

Üblicherweise geht das Finanzamt von einer positiven Überschussprognose innerhalb von 30 Jahren aus. Ob es im Einzelfall die Überschusserzielungsabsicht bezweifelt, kann hier niemand vorhersagen.

Ob überhaupt Verluste entstehen, hängt hier maßgeblich von zwei Faktoren ab (isoliert betrachtet, d.h. auf die Sachverhaltsdarstellung bezogen).

  1. Wie ist das Ferienhaus in "unsere" Eigentum gekommen? Wer sind "wir" überhaupt?
  2. Sind die Reparaturen eventuell zu aktivieren?

Von 1. hängt ab, ob noch 50 Jahre Abschreibung zu erfassen sind oder nur noch 50 minus "über 40" Jahre.

Kommentar von sunshine2015 ,

Das Grundstück hat mein Großvater damals gekauft und darauf ein Bienenhaus gebaut. Vor ca. 25 Jahren hat er den Besitz meiner Mutter überlassen (Schenkung). Diese möchte es jetzt mir überlassen.

Soweit ich weiß wurden in der Vergangenheit nie Abschreibungen berücksichtigt.

Was bedeutet zu 2. Sind die Reparaturen evtl. zu aktivieren?

Danke vorab!

Kommentar von EnnoWarMal ,

Soweit ich weiß wurden in der Vergangenheit nie Abschreibungen berücksichtigt.

Natürlich nicht, es war ja nicht vermietet.

Was bedeutet zu 2. Sind die Reparaturen evtl. zu aktivieren?

Siehe BMF 18. Juli 2003 "Anschaffungsnahe Herstellungskosten"

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