Frage von karlabritt, 473

Wie viele Jahre lang kann ich bereits abgeführte Abgeltungssteuer von Kapitalerträgen, die unterhalb des Freibetrags (801 €) lagen, vom Finanzamt zurückfordern?

Antwort
von LittleArrow, 473

Maximal 6 Jahre, also für die Jahre 2009 bis 2014.

Für welche Jahre hast Du eine Einkommensteuererklärung abgegeben, für welche eine mit Anlage KAP, für welche hast Du einen Einkommensteuerbescheid erhalten und für welche ist der Bescheid rechtskräftig?

Kommentar von EnnoWarMal ,

Hier bist du auf dem falschen Holzdampfer.

Die Anrechnung von Kapitalertragsteuer erfolgt nämlich im Abrechnungsteil und nicht in der Festsetzung.

Du musst also nach der Zahlungsverjährung gucken und nicht nach der Festsetzungsverjährung.

Und die Rechtskraft der Festsetzung ist auch egal, weil - wie gesagt - nichts festgesetzt werden soll, sondern nur abgerechnet.

Kommentar von LittleArrow ,

Was soll die Fragestellerin karlabritt also tun?

Einfach für alle Jahre die jeweilige Anlage KAP einreichen mit der einer 1 in Zeile 5?

Kommentar von karlabritt ,

Und was heißt das jetzt konkret (im Bezug auf meine Frage)?

Kommentar von tt290 ,

Bei einem Nullfall, also keine Änderung der Steuer durch Berücksichtigung der Kapitalerträge wie im vorliegenden Fall, kannst du nach Ablauf der Festsetzungsverjährung nichts mehr machen. Auch innerhalb der Zahlungsverjährung kann das Wahlrecht dann nicht mehr ausgeübt werden. Ich zitiere mal:

Bei den Wahlrechten nach § 32d Abs. 4 und Abs. 6 EStG sind die allgemeinen Grundsätze über steuerliche Wahlrechte zu beachten (vgl. AEAO vor §§ 172–177, Nr. 8). Danach können nach Eintritt der Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung Wahlrechte grundsätzlich nur noch ausgeübt werden, soweit die Steuerfestsetzung nach §§ 129, 164, 165, 172 ff. AO oder nach entsprechenden Regelungen in den Einzelsteuergesetzen unter Beachtung der Fehlerkompensation i.S.d. § 177 AO sowie der Anfechtungsbeschränkung gem. § 351 Abs. 1 AO korrigiert werden können. Eine Ausnahme gilt für Wahlrechte, für deren Ausübung das Gesetz keine Frist vorsieht und für die es grundsätzlich auch keine Bindung an die einmal getroffene Wahl gibt, wenn ihre Ausübung die Besteuerungsgrundlagen unberührt lässt.

(smartsteuer Lexikon)

Also würde es nur innerhalb der allgemeinen Verjährungsfrist von vier Jahren gehen, soweit noch keine bestandskräftigen Bescheide vorliegen.

Kommentar von LittleArrow ,

@tt290: Ob das die Rückfrage beantwortet oder eine nicht gestellte Frage? Ich weiß es nicht.

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