Frage von DocAaron, 5.622

Wieviel muss man auf einen Bausparvertrag einzahlen, bis er zuteilungsreif wird?

Wenn die Bausparsumme 50.000 Euro beträgt, muss man dann 25.000 Euro einbezahlen, damit man Ansparguthaben und Darlehen (jeweils 25.000 Euro) erhält? Die Zinsen zahlt man dann nur für das Darlehen in Höhe von 25.000 euro. Sorry, ich kenn mich überhaupt nicht mit Bausparen aus.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MadRampage, 5.622

Es gibt zwei Faktoren:

  1. eine sogenannte Bewertungszahl, welche eine gewissen Mindestwert erreichen muss (je nach Vertrag unterschiedlich, oft müssen hier 50 Punkte erreicht werden)

  2. das Guthaben, als Mindestguthaben in % der Bausparsumme angegeben. Oft ist hier 50% gefordert, einige Tarife bieten heute aber auch schon 25% die Zuteilung an (bei sehr hohen Tilgungsraten und wenn zusätzlich die Bewertungszahl stimmt)

Beide Werte steigen sowohl mit Einzahlungen an als auch mit der Zeit. Daher reicht nur die Einzahlung des Mindestguthabens alleine nicht aus, die Zeit für die Zuteilung verkürzt sich dadurch ca. um die Hälfte. Beispiel:

  • regel. monatl. Rate = 100€, Zuteilungsreife (geplant/geschätzt) nach 8 Jahren = 10.000€ Guthaben für einen 20.000er Beusparvertrag

  • einmaltahlung von 10.000€ zu Beginn des Vertrages führt dann oft schon nach 4 Jahren zur Zuteilungsreife

Alle Details dazu stehen in Deinem Vertrag und können auch von Deinem Berater beantwortet werden; dieser kann die Zuteilungsreife auch erreichnen - aber nie garantieren!

Kommentar von MadRampage ,

"dieser kann die Zuteilungsreife auch erreichnen - aber nie garantieren!"

muss natürlich wie folgt lauten: "dieser kann die Zuteilungsreife auch berechnen - aber nie garantieren!"

Antwort
von LittleArrow, 4.102

Wieviel einzahlen, wielange einzahlen (und warten) und warum dann immer noch keine Zuteilung? Das wären wichtige Fragen!

"Der Zeitpunkt der Zuteilung lässt sich beim Abschluss des Vertrages nicht vorhersagen, da er vom künftigen Geldeingang bei der jeweiligen Bausparkasse abhängig ist. Verbindliche Zusagen darf die Bausparkasse hierüber nicht machen." Beim Geldeingang geht es nicht um Deinen, sondern den von der Bauspargemeinschaft! Keine BSK und kein Vermittler darf Dir einen Zuzahlungszeitpunkt garantieren!

Diese und andere wichtige Aspekte werden hier gut erklärt:

http://www.bmvbs.de/SharedDocs/DE/Artikel/SW/einfuehrung-in-die-bausparfinanzier...

Aber noch eins: Gucke nicht nur auf den niedrigen Bauspardarlehenszins, sondern auch auf die jeweils nötige anfängliche Tilgungsquote, die üblicherweise wesentlich höher als 2 % ist. Diese finanzielle Gesamtbelastung - neben den übrigen, regelmäßigen Immobilienkosten - musst Du später monatlich finanziell verkraften können! Und frage gleich nach der rechnerischen Gesamtlaufzeit des Bauspardarlehns, die muss genannt werden!

Antwort
von qtbasket, 3.311

Im Prinzip siehst du das richtig.

In der Ansparphase gibt es Zinsen für die Sparleistung - in der Darlehenspahse zahlst du Zinsen und Tilgung für das Bauspardarlehen

Die Tücken von Bausparverträgen liegen in den Gebühren, die sehr kreativ von den Bausparkassen erfunden werden. Die Abschlußgebühr ist immer zu zahlen , und üblich sind 1% der gesamten Bausparsumme, also hier 500 €

Alles weitere ist unnötig und verteuert das Produkt, als Darlehensgebühr, Risikolebensversicherung auf das Darlehen.

Dieser Link bringt dich viel, viel weiter:

http://www.fmh.de/zinsen-vergleiche/bausparen

Antwort
von hypothekenteam, 2.812

Einfach mal vom Fachmann beraten lassen. :-)

Es gibt unterschiedliche Bauspartarife, manche müssen zu 30%, ander zu 40% oder 50% bespart sein. Das heißt, das die Summe der Einzahlungen und die Zinsen z.b. 40% der Bausparsumme erreicht haben müssen. Dann bekommt man die Differenz zwischen Guthaben und Bausparsumme als Darlehen.

Neben der Ansparsumme muß auch ein bestimmter Punktwert erreicht sein, die sog. Bewertungszahl, die Zeit braucht. Man kann also nicht heute die z.b. 40% sofort einzahlen und dann übermorgen das Darlehen abrufen. Für Interessiert steht hier mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Bausparvertrag

Alexander Solya

Antwort
von robinek, 2.181

Sorry, aber wie wäre es mit einer Beratung durch eine Bausparkasse oder "Fachleute"? Gibt verschiedene Tarife

Antwort
von Fragfreund, 2.041

Überleg dir noch einmal, ob es nicht überschaubarer ist, Eigenkapital ganz normal anzusparen und den Rest dann zu finanzieren. Bausparen ist ein auslaufendes Modell. Zu hohe Provisionen und vor allem finanzierst du bei einer Zwischenfinanzierung dein eignes angespartes Kapital mit einem Zinssatz, der ein Mehrfaches von dem beträgt, was du dafür bekommst. Es liegt schon eine Weile zurück, aber mich hat damals die Bausparkasse sehr viel unnötiges Geld gekostet.

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