Frage von uhrwerk, 7

Wieviel muß eine Versicherung bei grober Fahrlässigkeit mindestens bezahlen?

Gibts Mindestwerte die der Versicherer zu zahlen hat und der Rest ist dann Verhandlungssache-ganz die Leistung verweigern dürfen Versicherer ja nicht mehr bei grober Fahrlässigkeit,oder?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 7

Grundsätzlich sind Versicherungsleistungen in den AGB, bzw. im Versicherungsvertrag geregelt.

Es gibt da keinen Spielraum.

Habe ich jemanden geschädigt und bin Haftpflicht versichert, muss ich den geschädigten entschädigen udn die Haftpflicht erstatte es mir nach den Versicherungbedingungen. In diesem Fall zum Zeitwert.

Hausrat zum Beispiel (wenn ausreichend versichert) gleitender Neuwert.

Wenn verhandelt wird, dann entweder wenn es Zweifel auf der Seite der Versicherung gibt und die sagen "na gut bieten wir 50 % (oder anderen %-Satz), denn der wird kein Prozessrisiko eingehen."

Ist der Versicherer sicher, dass es ein versuchter Betrug ist, werden die gar nicht zahlen.

Kommentar von wfwbinder ,

Hier sind noch schöne Beispiele zum Thema grobe Fahrlässigkeit.

http://www.finanztip.de/recht/versicherungen/r1803.htm

Kommentar von gammoncrack ,

Grundsätzlich sind Versicherungsleistungen in den AGB, bzw. im Versicherungsvertrag geregelt. Es gibt da keinen Spielraum.

Leider stimmt das bei grober Fahrlässigkeit nicht. Hier schreibt der Gesetzgeber eben "Spielraum" vor, indem er wachsweich formuliert:

Entschädigung in Abhängigkeit vom Verschuldensgrad

Dass der Versicherungsnehmer und der Versicherer hier im Regelfall unterschiedlicher Meinung sind, dürfte wohl klar sein.

Antwort
von gammoncrack, 5

Die meisten Versicherer schließen den Einwand der groben Fahrlässigkeit inzwischen aus, bzw. bieten mindestens ein Produkt an, in dem darauf verzichtet wird. In der Kfz-Versicherung gilt aber immer als grobfahrlässig, wenn ein Unfalls unter Alkohol- oder Drogeneinfluss verursacht wird. Das schließt, Gott sei Dank, kein Versicherer aus.

Mindestwerte ergeben sich seit dem neuen Versicherungsvertragsgesetz (VVG) durch die sogenannte Quotelung. Diese ist aber nicht definiert, so dass es hier oft erst zu Entscheidungen durch die Rechtsprechung kommt. Allerdings ist bei Alkohol- oder Drogenenfluss die Rechtssprechung auch zu einer Komplettverweigerung der Entschädigungsleistung gekommen.

Fazit ist, dass es den Mindestwert "keine Entschädigung" gibt, alles andere wird sich erst im Laufe der Zeit durch die Rechtsprechung ergeben.

Siehe hierzu auch

http://www.versicherungsjournal.de/versicherungen-und-finanzen/wie-vor-gericht-u...

Antwort
von Primus, 4

Von welcher Versicherung redest Du?

Kommentar von uhrwerk ,

tut das zur Sache? Nehmen wir mal die Haftpflicht oder Kfz Versicherung

Kommentar von mig112 ,

In der Haftpflicht gibt es KEINE ABZUEGE wegen grober Fahrlässigkeit!! Und in der Kfz-Versicherung gibt es üblicherweise 2 Teile aus HV und Kasko.

Sehr wohl tut das zur Sache...

Kommentar von Candlejack ,

tut das zur Sache?

sonst würden wir nicht fragen ;-) aber mig hat das ja schon schön gesagt.

Antwort
von mig112, 5

Präzisiere doch mal deine Frage!

Erstens kannst du nur von der Sachversicherung sprechen, da in Haftpflicht die grobe Fahrlässigkeit immer mitversichert ist.

Zweitens ist nicht ein Mindestwert, der nur ein Prozentwert sein könnte, fraglich, sondern die Höhe der prozentuellen Abzüge von der Schadenhöhe. Häufig wird hier Klage geboten sein... was selbst mit vorhandener Rechtsschutzpolice sehr teuer und langwierig werden kann.

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