Frage von findus, 244

Wieviel Mieterhöhung darf der Vermieter nach einer Modernisierung durchsetzen?

Der Vermieter kündigt an, eine Badrenovierung sowie Heizungsrenovierung inkl. Fenster durchzuführen. Mit welcher Mieterherhöhung muss der Mieter rechnen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Snooopy155, 244

11% der Modernisierungskosten können auf die Jahreskaltmiete umgelegt werden. dazu ist es aber notwendig, dass der Vermieter die Modernisierungsmaßnahmen frist- und formgerscht ankündigt. Bei den hier genannten Maßnahmen ist aber zu unterstellen, dass es eine Kombination aus Instandhaltungsmaßnahmen und Modernisierungsmaßnahmen handelt. Erstere Kosten müssen aber herausgerechnet werden, denn sie sind mit der Kaltmiete bereits abgegolten.

Antwort
von LittleArrow, 200

Maximal 11 % der Modernisierungskosten werden geteilt durch 12 der monatlichen Miete zugeschlagen. Die Modernisierungskosten sind allerdings um anstehende Reparatur- und Instandhaltungskosten dieser jeweiligen Arbeiten zu kürzen, sowie um staatliche Förderungsmaßnahmen wie Modernisierungszuschüsse oder zinsverbilligte KfW-Kredite.

Die Materie kann hier genauer nachgelesen werden:

http://www.mieterverein-hamburg.de/tl_files/dokumente/merkblaetter/merkblatt-08-...

Es ist für den Mieter besonders wichtig, den Zustand vor Modernisierungsbeginn zu dokumentieren (Fotos, Materialbeschreibung, Zeichnungen und Maßangaben) und während der Umbauarbeiten z. B. auch aus dem Schuttcontainer ausgebaute Materialien sicher zu stellen. Nur mit dieser Dokumentation gelingt es, ausreichend Abzugsposten zu definieren und geltend zu machen.

Antwort
von wfwbinder, 133

Ich kaufe mir ein Auto, mit wieviel Kosten muss ich rechnen?

Nach Deiner Fragestellung kann das keiner sagen.

Nur Maßnahmen nach § 555b Nr. 1 - 6 Dürfen die Basis von Mieterhöhungen sein:

§ 555b Modernisierungsmaßnahmen

Modernisierungsmaßnahmen sind bauliche Veränderungen,

  1. durch die in Bezug auf die Mietsache Endenergie nachhaltig eingespart wird (energetische Modernisierung),
  2. durch die nicht erneuerbare Primärenergie nachhaltig eingespart oder das Klima nachhaltig geschützt wird, sofern nicht bereits eine energetische Modernisierung nach Nummer 1 vorliegt,
  3. durch die der Wasserverbrauch nachhaltig reduziert wird,
  4. durch die der Gebrauchswert der Mietsache nachhaltig erhöht wird,
  5. durch die die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessert werden,
  6. die auf Grund von Umständen durchgeführt werden, die der Vermieter nicht zu vertreten hat, und die keine Erhaltungsmaßnahmen nach § 555a sind, oder

Es muss also geprüft werden, welche der Arbeiten die der Vermieter durchführen läßt unter diese Punkte fallen.

Von der Summe, dürfen 11 % der Jahressumme zugeschlagen werden. § 559 Abs. 1 BGB.

Antwort
von freelance, 106

ich würde wohl nicht alle genannten Punkte als Modernisierung sehen, aber der Mieter muss mit 11% der Modernisierungskosten p.a. rechnen.

Das ist im Gesetz geregelt (BGB), oder hierzu weitere Texte: http://www.immobilienscout24.de/umzug/mietrecht/fragen-und-antworten/modernisier...

Kommentar von freelance ,

http://www.mieterschutzverein-frankfurt.de/fileadmin/user_upload/PDF/Merkblaette...

oder bei wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Modernisierungsumlage

Antwort
von Privatier59, 79

Das BGB gibt Auskunft:

http://dejure.org/gesetze/BGB/559.html

Allerdings fragt man sich unwillkürlich, was denn hier "Badrenovierung" und "Heizungsmodernisierung" zu verstehen sein mag. Übliche Reparaturen sind keine Modernisierung. Da gibt es mit Sicherheit anschließend noch viele Details zu klären.

Antwort
von anitari, 86

Wegen Renovierungen darf er die Miete gar nicht erhöhen.

Kommentar von Privatier59 ,

...weswegen jeder schlaue Vermieter bei der Badrenovierung 2 Fliesenreihen mehr klebt und das dann als Wohnwertverbesserung heraus streicht.

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